Gastfreundschaft – ganz herzlich und offen

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Viele Gegenstände in einer Vitrine im Rathaus lassen auf die Freundschaft zwischen Kierspe, Montigny und Denton schließen. Angelika Witte, Dorette Vormann-Berg, Christiane Busch und Karin Makéreel (von links) aus dem Vorstand des Städtepartnerschaftsvereins erfreuen sich daran.

Kierspe - Zwischen Kierspe, Montigny-le-Bretonneux und Denton besteht eine vielseitige Freundschaft. Verbundenheit wurde nach dem Terror in Paris am 13. November durch lange Gespräche via Telefon und E-Mail einmal mehr deutlich.

Das berichten Vorstandsmitglieder des Städtepartnerschaftsvereins. Im Gespräch mit unserer Zeitung stellen sie darüberhinaus die Aktivitäten und Ziele des Vereins vor.

„Die Stimmung wird in diesem Jahr anders sein – nicht so unbefangen wie sonst“, sagt Karin Makéreel, Vorsitzende des Vereins, im Hinblick auf die Fahrt einiger Kiersper zum Weihnachtsmarkt in Montigny am zweiten Adventswochenende. Christiane Busch, stellvertretende Vorsitzende, Dorette Vormann-Berg, Geschäftsführerin, und Angelika Witte, Vorstandsmitglied, stimmen zu.

Angesichts der Ereignisse in Paris erwartet Makéreel viele ernste Gespräche zwischen französischen, englischen und deutschen Freunden.

Große Betroffenheit nach Anschlägen

Die Betroffenheit nach den Terroranschlägen sei riesig gewesen und sei es nach wie vor. Viele Kiersper hätten – genau wie die Freunde aus dem britischen Denton – sofort zum Telefon gegriffen oder E-Mails geschrieben, berichtet Makéreel. Den Franzosen in Montigny, etwa 40 Kilometer von Paris entfernt, bedeute es viel, dass „wir an ihrer Seite stehen“, sagt sie. Neben der Anteilnahme von offizieller Seite durch die Bürgermeister seien auch im privaten Rahmen viele lange Gespräche geführt worden.

Genau das ist es, was der Städtepartnerschaftsvereinfördern möchte: Dass sich die Kontakte, entstanden aus gegenseitigen Besuchen von Vereinen und Gemeinschaften, zu echten Freundschaften zwischen einzelnen oder gleich mehreren Personen verfestigen.

Die Fahrt nach Montigny und das Mitwirken am dortigen Weihnachtsmarkt ist im Sinne der Partnerschaft auch in diesem Jahr wieder einer der Höhepunkte im Jahreskalender. Man freut sich auf die vielen Stände mit den Leckereien aus allen Regionen Frankreichs – aber auch darauf, selbst Stollen, Lebkuchen und Rönsahler Landbier zu verkaufen.

Die Gespräche und das Miteinander sind dabei das wesentliche, denn im Laufe der vielen Jahre sei man zu einer „großen europäischen Familie“ zusammengewachsen, wie Makéreel es formuliert. Im wahrsten Sinne übrigens: Die 21 Kiersper kommen in befreundeten Familien unter.

Blick auf Patenschaft mit Denton

Genau diese Art von Austausch gestaltet sich hingegen im englischen Denton eher schwierig – zumindest mit Jugendlichen. Denn ein noch recht neues Gesetz zum Schutz Jugendlicher in England verbiete, dass Familien junge Menschen unter 18 Jahren bei sich aufnehmen. Das berichtet Angelika Witte, deren Steckenpferd die Städtepartnerschaft mit Denton ist: „Eine Aufnahme unserer jungen Leute unter 18 in Familien in Denton wäre nur möglich, wenn die Gasteltern ein polizeiliches Führungszeugnis vorlegen.“

Durch die Unterbringung in Jugendherberge würden Aufenthalte natürlich teurer, so Witte. Das sei ein Problem.

Dennoch: Einen Austausch zwischen der Mädchen-Fußballmannschaft des Halveraner TuS Grünenbaum und Gleichaltrigen vom FC Denton mit gegenseitigen Besuchen ist bereits realisiert worden. „Die jungen Leute waren dann jeweils in Jugendherbergen untergebracht“, schildert Witte. Ein Netzwerk konnte der Verein auch zwischen der Musikgemeinschaft Kierspe und jener in Denton ins Leben rufen. Die Kiersper waren im Juli bereits dort. Der Gegenbesuch erfolgt im März 2016.

Der Städtepartnerschaftsverein zählt derzeit 60 Mitglieder – und sie alle schätzen die Gastfreundschaft, die nach Worten des Vorstandes „etwas ganz Herzliches und Offenes hat“.

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