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Gas-Umstellung in Kierspe ist abgeschlossen

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Von: Detlef Ruthmann

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Beginn und Abschluss am selben Ort: Vor vier Jahren hatte es im Haus des Bauvereins an der Bachstraße mit der Aufnahme der Gasgeräte begonnen. Jetzt war die Anlage die letzte in Kierspe, die auf H-Gas umgestellt wurde. Darüber freuten sich Volker Neumann, Tim Pyritz, Oliver Bings, Jacek Okulinski und Hans-Joachim Meese (von links).
Beginn und Abschluss am selben Ort: Vor vier Jahren hatte es im Haus des Bauvereins an der Bachstraße mit der Aufnahme der Gasgeräte begonnen. Jetzt war die Anlage die letzte in Kierspe, die auf H-Gas umgestellt wurde. Darüber freuten sich Volker Neumann, Tim Pyritz, Oliver Bings, Jacek Okulinski und Hans-Joachim Meese (von links). © Ruthmann

Es ist geschafft: Die letzte von fast 2500 Gasanlagen in Kierspe wurde von L- auf H-Gas umgestellt. Damit verbunden ist der Startschuss für andere Kommunen.

Kierspe – Ein letztes Mal kam U-Serv-Techniker Tim Pyritz ins Haus des Bauvereins an der Bachstraße. Denn es war die letzte Gasanlage von fast 2500 in Kierspe, die von L- auf H-Gas umgestellt beziehungsweise angepasst werden musste. Eine umfangreiche Aufgabe, die nun bewältigt ist.

Zur letzten Anpassung in Kierspe kamen auch Volker Neumann, Geschäftsführer der Kiersper Stadtwerke, Hans-Joachim Meese, Teamleiter von Enervie Vernetzt, Oliver Bings, Projektleiter von Enervie Service, und der Hausherr, Jacek Okulinski vom Bauverein.

Erste Umstellung Anfang des Jahres: Die Kita Regenbogen in Rönsahl gehörte Anfang Februar zu den ersten Gebäuden in Kierspe, in denen die Heizungsanlage für das H-Gas angepasst wurde. (Archivfoto)
Erste Umstellung Anfang des Jahres: Die Kita Regenbogen in Rönsahl gehörte Anfang Februar zu den ersten Gebäuden in Kierspe, in denen die Heizungsanlage für das H-Gas angepasst wurde. (Archivfoto) © Ruthmann

Startschuss für andere Kommunen

Damit sozusagen verbunden ist der Startschuss der Umstellung der Gasanlagen von rund 45 000 Kunden in Schalksmühle, Lüdenscheid, Altena und Teile von Hagen, in deren Netze im kommenden Jahr H-Gas eingespeist wird – in Kierspe ist dies am 31. Mai um 14 Uhr geschehen. Es dauerte dann aber rund 24 Stunden, bis das gesamte Netz mit H-Gas geflutet war.

In Kierspe mussten fast 2445 Anlagen aufgenommen und überprüft werden, ob und wie sie auf das H-Gas mit anderen Eigenschaften wie das bisherige L-Gas umgestellt werden können. Bei einigen musste gar nichts getan werden, bei anderen waren die Einstellungen zu ändern und wiederum andere erhielten neue Düsen.

Bei 1900 Anlagen konnten die Techniker von U-Serv im Auftrag des Gasversorgers die Umstellung vornehmen. Insgesamt mussten aber auch 300 Geräte ausgetauscht werden. 70 Anlagen waren nur „bedingt anpassbar“, was bedeutete, dass Heizungsmonteure notwendige Ersatzteile besorgen und austauschen mussten – was jedoch nur bei der Hälfte gelang, etwa 35 Geräte wurden letztlich ebenfalls ausgetauscht.

Nicht alles lief reibungslos

Letztlich sei dabei aufgefallen, so Projektleiter Oliver Bings, dass bei einer Reihe von Gasanlagen die Wartung fehlte – mit den entsprechenden Konsequenzen bis hin zum Austausch, weil Ersatzteile nicht mehr zu beschaffen waren. Fünf Geräte gelten als „entfernt“, weil sie nicht mehr betrieben werden können und ein neues System fällig wurde.

Dafür seien, so der Projektleiter weiter, acht bis zehn Techniker durchschnittlich in Kierspe im Einsatz gewesen und die hätten 87 Prozent der Kunden beim ersten Mal angetroffen. „Das ist ein sehr erfreulicher Wert“, betonte Oliver Bings und lobte damit die Zusammenarbeit mit den Gaskunden in Kierspe. Und auch wenn die Umstellung jetzt abgeschlossen ist, können sich die Kiersper bei Fragen weiterhin unter Tel. 08 00/1 23 99 50 oder per E-Mail an erdgasumstellung@enervie-vernetzt.de an die Mitarbeiter des Erdgasbüros wenden.

Ungeachtet dessen werden sich die Kunden „auf deutlich spürbare Gas- und Strompreise einstellen müssen“, befürchtet Volker Neumann. Angesichts der Gasmangellage habe man schon früh Kontakt mit den ungeschützten Kunden – in der Regel sind das Unternehmen, Privathaushalte gelten als geschützte Kunden – und diesen intensiviert.

Mangellage beim Gas

Dabei geht es um Fragen, wo Gas eingespart, Volumina abgeschaltet werden können und generell, wo Gas eingespart werden kann. Letzteres gelte nicht nur für die ungeschützten, sondern für alle Kunden.

Die Daten werden der Bundesnetzagentur mitgeteilt, die wiederum Gasmengen zuteilt. Bis jetzt sei eine Mangel- und noch keine Notlage ausgerufen worden. Ob dies so bleibt, vermögen die Gasversorger nicht zu sagen. Es zeichne sich aber ab, dass die Gasspeicher bis November nicht gefüllt sein werden.

Preisanstiege im kommenden Jahr

Mit der Folge, dass es spätestens im kommenden Jahr zu deutlichen Preisanstiegen kommen wird. Neumann macht dies mit einem Preis deutlich: Früher hat Enervie 16 bis 20 Euro für eine Megawattstunde Gas gezahlt, heute seien es 90 bis 100 Euro. Darin enthalten sei noch kein (teureres) Flüssiggas – das sich im Übrigen auch nicht im Kiersper Netz befindet.

Volker Neumann machte ebenso deutlich, dass die Politik gefragt sei, die Gaslieferketten mit entsprechenden Gesetzen aufrecht zu erhalten und letztlich auch die Bürger sowie die Unternehmen zu entlasten und zu unterstützen. Wie beispielsweise der Schutzschirm für das Unternehmen Uniper, dass aufgrund langfristiger Verträge die Kosten für die Gasbeschaffung nicht an die Kunden weitergeben kann und ohne Hilfe möglicherweise in die Insolvenz rutscht.

H-Gas: Höherer Energiegehalt

H-Gas kostet zwar mehr als L-Gas, aber für denselben Heizeffekt benötigt man weniger H-Gas. Das liegt daran, dass H-Gas einen höheren Energiegehalt als L-Gas hat. Der Gas-Kunde bezahlt nicht das Volumen des Erdgases, das er verbraucht, sondern die darin enthaltene Energiemenge. Quelle: Bundesnetzagentur

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