Forderung: Medizinisches Versorgungs-Zentrum statt Ärztehaus

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Als Standort für den Bau eines medizinischen Versorgungszentrum schlagen Georg Würth und Peter Christian Schröder dieses Grundstück in Neubaugebiet Östlich Rathaus vor.

Kierspe – „Wir brauchen kein Ärztehaus, sondern ein medizinisches Versorgungszentrum“, erklären Georg Würth und Peter Christian Schröder von der Freien Wählergemeinschaft (FWG) mit Blick auf das von einer Genossenschaft errichtete Gebäude in Gummersbach-Hülsenbusch, über das sich UWG-Vorsitzender Clemens Wieland informiert hatte. Schröder und Würth machen dies an einem simplen Beispiel deutlich: Ein (niedergelassener) Arzt könne sich kein Röntgengerät kaufen, ein MVZ (medizinisches Versorgungszentrum) schon.

Außerdem müsse die hausärztliche Versorgung in Kierspe verbessert werden, nicht die fachärztliche, betonen die beiden Freien Wähler. Aus dieser Sicht begrüßen sie die Festlegung der Stadt, ein MVZ zu gründen, aber: „Wir haben den Eindruck, da passiert nichts!“ Und Peter Christian Schröder fügt hinzu: „Wir haben Not.“ Er meint damit, dass in Kierspe 3,5 Hausarztstellen fehlen, nicht besetzt sind.

„Wir haben ein Problem damit, dass es so lange dauert“, wünschten sich Würth und Schröder, dass man in Sachen MVZ in Kierspe schon weiter sein könnte. Dazu hatte die FWG auch NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann eingeladen, nach einem Besuch in Neuenrade nach Kierspe zu kommen – letztlich mit dem Ziel, bei der hausärztlichen Versorgung helfend einzugreifen. Doch dies fiel der Corona-Krise zum Opfer.

Die FWG ist überzeugt, dass durch ein MVZ Hausärzte und -ärztinnen nach Kierspe kämen, weil sie als Angestellte sowohl einen geregelten Arbeitstag hätten und sich auch nicht um die deutlich gestiegene Bürokratie – Dokumentation und Abrechnungen – kümmern müssten. „Das macht doch Sinn,“ meinen Würth und Schröder und verweisen gleichzeitig darauf, dass Kierspe auch kein MVZ in Halver benötige. Ebenso wenig müsste in der Volmestadt ein Ärztehaus gebaut werden, womit die FWG nicht das umgesetzte Projekt in Hülsenbusch kritisieren will.

Es gehe aber um ein MVZ, das nicht von einer Genossenschaft – außer mit Ärzten – betrieben werden könne, wohl aber von einer Stadt. Einen Standort für ein Gebäude, in dem ein medizinisches Versorgungszentrum untergebracht werden könnte, sieht die FWG in dem Grundstück neben der Seniorenresidenz im Neubaugebiet Östlich Rathaus. Ursprünglich hatte ein Investor dort den Bau von Seniorenwohnungen geplant, doch das sei wohl vom Tisch.

Der Bau eines barrierefreien Gebäudes sei der zweite Schritt. Dabei lassen Schröder wie Würth offen, ob ein Investor oder eine Genossenschaft solch ein Haus errichtet. Wichtig ist für die FWG, dass bald etwas gegen die Hausärzte-Not getan wird.

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