Fraktion sieht Planungen der Kiersper UWG zur Aufforstung kritisch

FWG will einmalige Chance nutzen

Auch der städtische Wald ist massiv durch den Borkenkäfer geschädigt worden. Gegen eine schnelle Aufforstung der Flächen sprechen sich nun die Freien Wähler aus.
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Auch der städtische Wald ist massiv durch den Borkenkäfer geschädigt worden. Gegen eine schnelle Aufforstung der Flächen sprechen sich nun die Freien Wähler aus.

„Die Idee, die hinter der Aktion der UWG steckt, finde ich gut, und auch die Spendenaktion ist eine tolle Idee.“ Man merkt Wolfgang Sikora (FWG) an, dass er klar machen möchte, dass seine Worte nicht als bloßes „Dagegen“ verstanden werden sollen.

Kierspe - Doch ein bisschen „dagegen“ ist er schon – und das will er auch zum Ausdruck bringen. Sein „Dagegen“ richtet sich gegen die Spendenaktion der Kiersper UWG, mit der diese im Herbst beginnen möchte, den städtischen Wald aufzuforsten. Mittlerweile haben die Unabhängigen schon so viel Geld gesammelt, dass sie damit 1400 Setzlinge samt Bissschutzhülle kaufen könnten (siehe Text unten). Im Herbst soll dieser Plan dann umgesetzt und die jungen Bäume gepflanzt werden. Sikora und seine Wählergemeinschaft halten diesen Termin für zu früh. „Im September des vergangenen Jahres waren die Ratsmitglieder mit dem Leiter des Forstamtes und den beiden heimischen Förstern im Wald, damals wurde vonseiten der Forstverwaltung klar gesagt, dass man keine Bissschutzhüllen haben möchte und ein Einzäunen der Waldflächen sehr teuer und nicht ohne Weiteres möglich sei. Außerdem wurde davor gewarnt, dass zu schnelle Aufforstungen durch den Rüsselkäfer, mit dem man in wenigen Jahren nach dem massiven Einschlag rechnet, alles zunichte gemacht wird“, sagt Sikora.

Wolfgang Sikora und Georg Würth von der Freien Wähler-Gemeinschaft warnen vor einer Aufforstung, wie sie ihrer Meinung nach die UWG Kierspe plant.

Der FWG-Politiker verweist auch auf eine Sitzung der Baumgruppe Ende März dieses Jahres: „Damals hat die FWG den Vorschlag gemacht, dass alle Fraktionen in die Suche nach den geeigneten Bäumen einbezogen werden. Außerdem sollte ein Förster eingeladen werden, der bei der Suche nach den richtigen Bäumen berät. Dieser Beschluss wurde damals einstimmig gefasst. An dieser Stelle verstehe ich nicht, warum die UWG jetzt einen Alleingang macht und die Aufforstung nach ihren Ideen gestalten möchte. Auch sehe ich es als problematisch an, wenn Laien die Pflanzarbeit übernehmen.“

Die ganze Aktion sei auch deswegen „nicht ganz ohne“, weil der Standort des städtischen Waldes im Bereich Wienhagen, den man sich im vergangenen Jahr angeschaut habe, aufgrund seiner Trockenheit extreme Anforderungen an den neuen Wald stelle. „Wir haben jetzt die einmalige Chance zu entscheiden, wie der Wald der Zukunft aussehen kann. Dabei muss vieles bedacht werden. Außerdem ist eine Abstimmung mit den Waldbesitzern, die in der Umgebung der städtischen Flächen Eigentum haben, wichtig. Da ist es sicher nicht gut, wenn Menschen, die guten Willen, aber keine tiefer gehenden Kenntnisse vom Wald haben, einfach loslegen“, sagt Wolfgang Sikora abschließend.

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