FWG-Antrag

Konzeption der Friedhöfe überarbeiten

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Torsten Götze (links) und Wolfgang Sikora von der Freien Wählergemeinschaft wünschen sich eine neue Konzeption für die Kiersper Friedhöfe.

Kierspe - Die Zeiten, in denen das Familiengrab gepflegt wurde wie der eigene Vorgarten, sind vorbei. Riesige Lücken klaffen zwischen einzelnen Gräbern in zahlreichen Reihen, an anderen Stellen wirkt es unaufgeräumt und unordentlich. Jetzt fordert die FWG, eine „überparteiliche“ Arbeitsgruppe zu gründen, die sich dem Thema annimmt.

Normalerweise sind die Mitglieder der Freien Wählergemeinschaft nicht für ihre Zurückhaltung bekannt. Doch bei dem Thema Friedhof bemühen sie sich sehr darum. „Hier sollte die Lösung im Vordergrund stehen und diese darf nicht an parteipolitischen Ansichten und Diskrepanzen scheitern“, erklärt Torsten Götze gleich zu Anfang. 

Man sei in den vergangenen Monaten immer wieder von Kierspern auf den Zustand und das Aussehen des Kiersper Friedhofs angesprochen worden. Letztlich hätten diese Gespräche dazu geführt, dass man nun einen Antrag an den Rat gestellt habe, erläutert sein FWG-Mitstreiter Wolfgang Sikora. 

In vielen Grabreihen klaffen große Lücken auf dem Kiersper Friedhof.

In dem Antrag steht lediglich: „Die Verwaltung wird beauftragt, die Konzeption der Kiersper Friedhöfe zu überarbeiten und zu modernisieren.“ Doch ganz so einfach ist es dann doch nicht, wird im Gespräch mit den beiden Politikern und aus der Begründung des Antrags deutlich. Sikora: „Die Friedhofskultur ist dem gesellschaftlichen und demografischen Wandel, verändertem Traditionsbewusstsein, flexiblem Wohnen und wirtschaftlichen Engpässen unterworfen. Kinder verlassen den Ort, an dem die Angehörigen wohnen und das Familiengrab liegt. Nicht jedem ist es mehr möglich, sich um ein Grab zu kümmern – aber ein alleingelassenes Grab macht keinen guten Eindruck. Gerade bestehende Gräber mit der Friedhofssatzung in Einklang zu bringen, ist nicht ganz einfach. So ist es auf vielen bestehenden Gräbern verboten, Kies, Steinsplit oder Ziegelasche aufzubringen, von Steinplatten ganz zu schweigen. Ich denke, das entspricht schon lange nicht mehr den Wünschen der Hinterbliebenen.“

Götze macht auf die „Zersiedlung“ der Fläche aufmerksam: „Immer mehr Gräber werden nach der Liegezeit entfernt, andere bleiben zurück. Doch die entstehenden Lücken werden nicht mit neuen Grabstellen gefüllt. Stattdessen werden immer neue Felder angelegt. Dadurch ergibt sich ein unschönes Bild.“ 

Die beiden monieren auch, dass es keine Beschilderung gibt, die eine Orientierung vereinfache. „Wir schlagen vor, dass die Stadt Kierspe die Konzeption der Friedhöfe überarbeitet und modernisiert. Wir denken, es wäre sinnvoll, eine interfraktionelle Arbeitsgruppe zu gründen, die die Verwaltung berät und unterstützt. Diese sollte auch nicht zwingend aus Ratsmitgliedern bestehen. 

Denn sicher gibt es auch außerhalb der Politik Menschen, die sich mit diesem Thema beschäftigen möchten oder gerne bereit sind, sich in die Materie einzuarbeiten“, so Sikora. Götze unterstreicht: „Die Einengung auf Ratsmitglieder und sachkundige Bürger würde die Beratungskompetenz einer Arbeitsgruppe für die Verwaltung einschränken und damit möglicherweise das Ergebnis nachteilig verändern.“

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