Fundgrube und Kleiderschrank öffnen wieder

Hand in Hand nimmt Fahrt auf

Hand in Hand Kierspe Lebensmittelausgabe - Bürgerzentrum
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Inge Rittinghaus, Cecilia Weismar und Gerlinde Holve (von links) bereiten die Lebensmittelausgabe vor. Da die ehrenamtlichen Helferinnen geimpft sind, dürfen sie sich nun auch bei der Arbeit wieder näher kommen.

Auf ein Neues. Mit der Öffnung von Kleiderschrank und Fundgrube erweitert das Soziale Bürgerzentrum Hand in Hand sein Angebot. Lange mussten die beiden Bereiche aufgrund der Corona-Pandemie geschlossen bleiben. Und mit dem Repair-Café steht auch ein drittes Angebot in der Startaufstellung – allerdings erst für August.

Kierspe - Nicht wiedereröffnet werden muss die Lebensmittelausgabe – sie läuft bereits seit Herbst vergangenen Jahres wieder im Haus. Und das mit einem Hygienekonzept, das eine Öffnung auch unter den ständig steigenden Inzidenzzahlen im Winter ermöglichte. Aber auch in den Monaten, in denen die Ausgabe nicht im Bürgerzentrum erfolgen konnte, blieben die Menschen, für die eine zusätzliche Versorgung mit Lebensmitteln notwendig ist, nicht unversorgt. Mit Unterstützung von Kirchengemeinde und Awo wurden die Pakete ausgefahren.

Doch das Grundprinzip der sogenannten Vorratskammer war nicht mehr gegeben. Holte man bis zum Pandemiebeginn in erster Linie Lebensmittel, die kurz vor ihrem Verfalldatum standen oder auch Obst und Gemüse, von dem absehbar war, dass es nicht mehr verkauft würde, bei den Geschäften ab, musste das Hand-in-Hand-Team mit Beginn der Pandemie darauf verzichten, um die Kontakte der Ehrenamtlichen, die in der Mehrzahl alleine aufgrund ihres Alters der Risikogruppe zuzuordnen sind, zu beschränken.

Um die Menschen nicht unversorgt zu lassen, wurden Lebensmittel gekauft. Möglich war das durch eine Spende der Aktion Mensch in Höhe von 11 000 Euro. „Das Geld hat genau ausgereicht, damit wir diese Form der Versorgung aufrechterhalten konnten“, freut sich der 1. Vorsitzende des Vereins Hand in Hand Wolfgang Koll.

Der Hand-in-Hand-Vorsitzende Wolfgang Koll und Schriftführerin Gabriele Marany freuen sich, dass jetzt auch Fundgrube und Kleiderschrank wieder öffnen.

Mit der Schließung von Kleiderschrank und Vorratskammer im vergangenen Jahr und einer Lebensmittelausgabe unter Pandemiebedingungen sei auch, so berichtet Koll, ein Teil der Einnahmen weggebrochen, denn die Gäste, die Kleidungsstücke, Alltagsgegenstände und Lebensmittel bekommen hätten, seien auch immer angehalten worden, einen kleinen Obolus zu zahlen. Dieser eher symbolische Euro habe in der Summe geholfen, die laufenden Kosten zu decken. Das habe in Hochzeiten der Pandemie dazu geführt, dass man zwar weiter Miet- und Unterhaltskosten bezahlen musste, bei den Einnahmen auf die – auch nicht mehr so reichlich fließenden – Spenden angewiesen war.

Viele Ehrenamtliche sind geimpft

Mittlerweile bietet sich aber wieder ein ganz anderes Bild. „Viele der ehrenamtlich Tätigen sind geimpft und können auch sorgenfreier die Ausgabe der Lebensmittel vorbereiten“, sagt Gabriele Morany, die im Vorstand als Schriftführerin tätig ist. Und mit den niedrigen Inzidenzzahlen ist nun auch wieder eine Öffnung der anderen Einrichtungen möglich.

„Beim Repair-Café sind wir allerdings noch in Abstimmung mit dem Ordnungsamt. Wir denken aber, dass wir im August mit einem entsprechenden Hygienekonzept wieder öffnen können“. so Koll. Knackpunkt sei, dass man prinzipiell im Repair-Café Hilfe zur Selbsthilfe böte, dazu aber der Gast gemeinsam mit einem der Helfer das zu reparierende Gerät in Augenschein nehmen müsste. Und auch bei der Reparatur solle eigentlich nicht nur Hand in Hand, sondern auch mit einer gewissen Nähe gearbeitet werden. „Da muss nun ein Weg gefunden werden“, sagt Koll.

Viele der ehrenamtlich Tätigen sind geimpft und können auch sorgenfreier die Ausgabe der Lebensmittel vorbereiten.

Gabriele Morany, Schriftführerin

Wie es mit dem sogenannten Kaffeetisch weitergehen kann, dazu konnte auch der Vorsitzende noch nichts sagen. Dabei ist dieser, so berichtet er, das Herzstück des Bürgerzentrums. Denn früher hatten nicht nur Vorratskammer, Kleiderschrank und Fundgrube am gleichen Tag geöffnet, sondern alle, die dort unterwegs waren, konnten auch bei Kaffee und Kuchen und dem Wissen um eine Betreuung ihrer Kinder zusammen Platz nehmen, sich austauschen – und so für ein paar Stunden ihren Alltag hinter sich lassen. Dass es diese Möglichkeit nicht mehr gibt, hat, so Koll, sicher auch dazu geführt, dass die Zahl derer, die sich Lebensmittel abholen stark zurückgegangen ist. Koll: „Das zeigt aber auch, wie wichtig den Menschen der Kontakt ist.“

170 Kiersper profitieren von der Lebensmittelausgabe

Aber trotz des Rückgangs profitieren immer noch rund 170 Kiersper von der monatliche Ausgabe, die – ebenfalls aus Pandemiegründen – bereits seit vergangenem Herbst an zwei Nachmittagen stattfindet. Der Weg in die Normalität wird also sicher auch davon abhängen, wann es wieder möglich ist, sich in größeren Gruppen und lockerer Runde zu Kaffee und Kuchen zu treffen. Dann wird sich sicher auch zeigen, ob noch alle Ehrenamtlichen an Bord sind und sich neue Helfer finden, die bei Hand in Hand mitarbeiten. Gesucht werden auch weiterhin Spender, die die Arbeit unterstützen. Koll: „Wir haben gerade Gewerbetreibende und Firmen angeschrieben, um neue Mitglieder und Spenden zu bekommen. Spenden werden auch noch gerne in der Kleiderkammer angenommen, denn dort ist man noch auf der Suche nach Sommerkleidung. „Die Weitergabe guter gebrauchter Kleidung ist dabei auch ein Stück Nachhaltigkeit“, sagt Mornay.

Spenden

Wer das Soziale Bürgerzentrum Hand in Hand finanziell unterstützen möchte, kann Geld auf die beiden Konten des Vereins überweisen. Bei der Sparkasse Kierspe-Meinerzhagen ist die IBAN DE63 4585 1665 0006 0038 83 zu verwenden. Bei der Volksbank Kierspe die IBAN DE93 4586 1434 0818 4481 00. Wichtig ist den Vorstandsmitgliedern zu erwähnen, dass die Spenden, die im Februar 2020 für Familienfahrten gesammelt wurden, zweckgebunden auf dem Konto verbleiben und für Fahrten eingesetzt werden , wenn diese wieder möglich sind.

Öffnungszeiten

Um die Zahl der Kontakte nicht höher werden zu lassen, als notwendig, öffnen die verschiedenen Bereiche im Bürgerzentrum von Hand in Hand an unterschiedlichen Tagen. So sind Fundgrube und Kleiderschrank ab der kommenden Woche immer am ersten, zweiten und fünften Mittwoch im Monat von 14.30 bis 17 Uhr geöffnet, erstmals wieder am Mittwoch, 30. Juni. Die Lebensmittelausgabe in der Vorratskammer erfolgt immer am dritten und vierten Mittwoch eines Monats. Wobei dann die Inhaber verschiedenfarbiger Berechtigungskarten zu verschiedenen Uhrzeiten ins Gebäude gelassen werden.

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