Fulminanter Auftritt begeistert die Fans

Bernd Noske war schon Ende der 60er Jahre Schlagzeuger bei Birth Control und prägte auch das Stück „Gamma Ray“, mit dem die Band ihren Durchbruch hatte, durch seine Schlagzeugrhythmen. ▪

KIERSPE ▪ Am Samstag bewies die Formation Birth Control bei dem Konzertabend des KuK-Vereins im Pädagogischen Zentrum der Gesamtschule vor rund 350 Fans, dass sie auch 44 Jahre nach ihrer Gründung mit ihrem charakteristischen Musikstil, den bis zu 20 Minuten langen Stücken mit vielen experimentellen und sphärischen Klängen ihr Publikum fasziniert.

Von Petra Schüller

Im Jahr 1972 gelang Birth Control der große Wurf: Mit „Gamma Ray” sicherte sich die experimentierfreudige Hardrockband einen Platz in der Musikgeschichte. Der Titel wurde zu einer explosiven Hymne der damaligen Zeit. Bereits 1970 traten die langhaarigen Musikfreaks als einzige deutsche Band beim Super Concert 70 in der Berliner Deutschlandhalle auf, wo sie zusammen mit Jimi Hendrix, Ten Years After und Procol Harum für Furore sorgten, nach 1972 füllten sie Hallen in ganz Europa. Am Samstag bewies die Formation im Pädagogischen Zentrum der Gesamtschule, dass sie auch 44 Jahre nach ihrer Gründung mit ihrem charakteristischen Musikstil, den bis zu 20 Minuten langen Stücken mit vielen experimentellen und sphärischen Klängen ihr Publikum fasziniert.

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Konzert mit Birth Control und Walter goes to Hasenkamp

Das galt insbesondere für Schlagzeug-Legende „Nossi”, Bernd Noske, der als einziges Bandmitglied bereits in den 70ern dabei war und dessen spektakuläre Trommelpassagen „Gamma Ray” prägten. Am Samstag war schnell klar, der Altrocker hat sich nicht auf den Lorbeeren der 70er Jahre ausgeruht – auch mit 65 Jahren bewies er eine elektrisierende Bühnenpräsenz und entfesselte ein ums andere Mal ein rhythmisches Feuerwerk, das Begeisterungstürme auslöste. Dabei wirkte er kein bisschen spielmüde, schien vielmehr vor Energie zu sprühen und prägte viele alte und neue Stücke durch seinen Gesang.

Die Freude am Experimentellen zeigte sich auch bei seinen jüngeren Bandkollegen, die nach der Neugründung von Birth Control im Jahre 1993 dazu kamen: So löste Gitarrist Martin Ettrich mit einigen spektakulären Spieltechniken Jubel aus, etwa als er im Verlauf der rund zwanzig Minuten langen Maxi-Version von „Gamma Ray“ den Gitarrensound per Schlauch in seinen Mund umleitete und verzerrt mit seiner Stimme wiedergab, eine Technik die mit der sogenannten „Talk-Box” umgesetzt wird.

Lichter gehen erst um Mitternacht aus

Auch Hannes Vesper am Bass und Keyboarder Sascha Kühn ließen nichts zu wünschen übrig – ein Konzert, das zugleich eine vergangene Ära der Musikgeschichte lebendig werden ließ und bei vielen Zuhörern Jugenderinnerungen auslöste, aber auch viel Neues zu bieten hatte. Etwa die beiden neuen Stücke „Run away with me” und „Lost in the sea”. Nach zwei Stunden gab’s verdienten Jubel für die Band, die sich mit einer Zugabe verabschiedete.

Das Konzert hatte mit einstündiger Verspätung begonnen, da ein Tontechniker einen Schwächeanfall erlitten hatte und sich der Soundcheck hinauszögerte. Als Vorband brachte die altbekannte Meinerzhagener Formation Walter goes to Hasenkamp das Publikum auf Betriebstemperatur. 24 Jahre ist es her, dass Walter Siegeler seine Gitarre einpackte und Dieter Dietzel am Hasenkamp besuchte, wo zunächst musikalisch den Rolling Stones gehuldigt wurde. Der Bandname war bald gefunden, die Bandgeschichte stand noch ganz am Anfang. Mit Meilensteinen der Musikgeschichte - Stücken von Jethro Tull, den Beach Boys, Melissa Etheridge, Creedence Clearwater Revival oder Tina Turner rockten die Musiker am Samstag die Halle, nachdem Namensgeber Walter Siegeler mit einer Harley Davidson auf die Bühne geknattert war.

Julia Siegeler (Gesang), Freimut Ahrens (Rhythmus-Gitarre), Dieter Dietel (Gesang und Keyboard), Lothar Linden (Schlagzeug), Walter Siegeler (Lead-Gitarre), Siegfried Wörner (Bass) und Gastmusiker Fritz Schmid (Saxophon) hatten einen ganzen Fanclub mitgebracht und wurden für ihren fulminanten Auftritt begeistert gefeiert. Gegen Mitternacht gingen im “Rockpalast” Gesamtschule die Bühnenlichter aus. Auch für die Verpflegung war gesorgt, das Team vom Partyservice Kaesmacher bot hausgemachte Spezialitäten an.

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