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Fürwigge-Wald entfichtet

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Von: Jürgen Beil

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Der Weg direkt an der Fürwigge-Talsperre blieb unversehrt, er wurde nicht zum Holztransport genutzt.
Der Weg direkt an der Fürwigge-Talsperre blieb unversehrt, er wurde nicht zum Holztransport genutzt. © Lorencic, Sarah

5000 bis 6000 Fichten, so schätzt Förster Matthias Borgmann, wurden in den vergangenen Wochen im nordrhein-westfälischen Staatswald an der Fürwigge-Talsperre gefällt. Letztlich fielen auch sie dem Borkenkäfer zum Opfer.

Meinerzhagen - Deshalb blieb den Forst-Experten nichts anderes übrig, als den Kahlschlag auf einer Fläche von etwa 150 Hektar, davon sind etwa zehn Prozent Privatwald, vorzunehmen – oder, wie Matthias Borgmann es ausdrückt, den ganzen Bereich zu „entfichten“.

Das Gelände, das an der Talsperre von den Fichten befreit werden musste, ist durchaus als anspruchsvoll zu bezeichnen. Matthias Borgmann erläutert, wie die Waldarbeiter vorgingen: „Im Einsatz waren ein Harvester und eine Rückemaschine. Letztere sorgte für den Abtransport der Stämme bis zur Straße. Wo dieses Fahrzeug nicht mehr eingesetzt werden konnte, so Borgmann weiter, wurden die Stämme in den Bestand gezogen. Das heißt: weg von den Wegen. Dabei kam eine Seilwinde zum Einsatz.

Während der Zeit der Arbeiten waren alle Beteiligten laut Borgmann stets bemüht, die Beeinträchtigungen für Spaziergänger so gering wie möglich zu halten. „Zum großen Teil haben wir auf den Rückegassen operiert“, erklärt der Förster vom Landesbetrieb Wald und Holz.NRW. Allerdings waren zeitweise Wegesperrungen nötig. Die seien, so Borgmann, inzwischen aber wieder aufgehoben. Das bedeutet aber nicht, dass die Maßnahme an der Fürwigge bereits abgeschlossen ist. Wann es weitergeht, kann Borgmann noch nicht genau sagen.

Die Aufforstung im Staatswald mit standortgerechten Bäumen hat begonnen.
Die Aufforstung im Staatswald mit standortgerechten Bäumen hat begonnen. © Lorencic, Sarah

Fakt ist jedenfalls, dass einige Wege durch den Einsatz der großen Maschinen arg ramponiert wurden. Das, so Borgmann, betreffe aber nicht den Rundweg um die Fürwigge, sondern eher den oberen Fürwiggeweg. Dort seien die Schäden inzwischen aber wieder repariert, heißt es.

Neben dem Landesbetrieb Wald und Holz.NRW beteiligten sich auch einige Privatwaldbesitzer an der Fällaktion. Und auch der Ruhrverband, der an der Fürwigge ebenfalls Waldflächen besitzt, wurde aktiv. Markus Rüdel, Pressesprecher des Ruhrverbandes, erläutert: „Unsere Bestände in diesem Bereich sind aber relativ klein und etwa einen Hektar groß. Dort haben wir durch unsere Förster kranke Fichten herausgenommen, wobei es sich um Einzelbäume handelte. Wir sind mit dieser Maßnahme jetzt durch.“

Anders als an der Fürwigge besitzt der Ruhrverband an der Versetalsperre größere Waldflächen. Rüdel: „Dort gab und gibt es auch größere Fällaktionen. Und in diesem Bereich sind wir auch noch nicht fertig.“

Wo noch keine Naturverjüngung stattgefunden hat, wird auf den kahlen Flächen im Staatswald nun wieder aufgeforstet. Teilweise ist das bereits geschehen. Matthias Borgmann: „Wir setzen dort künftig ganz auf Mischbestände. Gepflanzt werden Stil-, Trauben- und Roteichen, Rotbuchen, Bergahorn, Rot-erlen und als Nadelhölzer Lärchen, Douglasien, Küsten- und Weißtannen. Dabei legen wir Wert darauf, dass die Bäume Trockenheit und Temperaturunterschiede aushalten. Es werden also standortgerechte Pflanzen eingesetzt. Der wirtschaftliche Aspekt spielt dabei keine Rolle.“

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