96 Kubikmeter gefordert

Hickhack ums Löschwasser

Löschwasser - Bauen - Außenbereich - Antlenberg
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Kathrin Küch und ihre sechsköpfige Familie würden gerne in einem Teil dieser Scheune drei Zimmer und ein Bad bauen, um mehr Platz zu haben. Doch bislang scheitert dies an der Löschwasserversorgung. Daher hat sich UWG-Ratsherr Dieter Grafe eingeschaltet, der an die Stadt appelliert, nach Lösungen zu suchen.

„Es kann nicht wahr sein, dass man die Außenbereiche so hängen lässt“, schimpft Ratsherr Dieter Grafe von der Unabhängigen Wählergemeinschaft (UWG). Es geht um das Thema „Löschwasserversorgung“, bei der Grafe eine Ungleichbehandlung der Bürger festgestellt hat.

Auf der einen Seite würde es die Ortschaften geben, für die eine Außenbereichssatzung erlassen wird. Dort könne man dann nicht nur bauen, sondern die Stadt sorge auch für das Löschwasser.

In den anderen Außenbereichen dürfe man nicht bauen und gebe es auch kein Löschwasser – wie auf dem alten Gehöft in Antlenberg. Dort würde die sechsköpfige Familie Küch gerne in einem Teil der direkt ans Wohnhaus angrenzenden Scheune drei Zimmer plus Bad bauen. Dafür ist eine Nutzungsänderung notwendig, um eine Baugenehmigung zu erhalten. Darauf warte die Familie, so erzählt Kathrin Küch, seit mehr als drei Jahren. Es scheitert daran, dass die Löschwasserversorgung nicht gewährleistet sei.

„Wir brauchen einen Löschteich mit 96 Kubikmetern“, hatte Küchs erster (später verstorbener) Architekt gemeint. In der Ortslage Antlenberg gibt es zwar einen Teich, doch der ist nicht nur zugewachsen, sondern auch – nach den letzten heißen Sommer – trocken. Der Bach ist ebenfalls so gut wie ausgetrocknet. Aber mit dem dürfte ein Löschteich nicht gefüllt werden, weil er sonst verschlammt. Der Teich bekommt sein Wasser vom Regen und aus dem Überlauf des Brunnens, der die Trinkwasserversorgung des Gehöfts sicherstellt. „Der Brunnen ist auch am Limit“, erklärt Kathrin Küch, dass sie Wasser sparen müssen.

Doch was sie nicht versteht, ist das Hin und Her der Zuständigkeiten: Die Stadt sage, der Märkische Kreis sei zuständig. Dort sagt man, die Stadt sei zuständig und teilt ihr dies auch schriftlich mit. Vonseiten der Stadt berufe man sich zudem auf eine Empfehlung des Städte- und Gemeindebundes, dass bei Einzelanwesen der Besitzer zuständig sei. Dies ziehe sich schon seit 2017 hin.

Anwalt eingeschaltet

Da Kathrin Küch und ihre Familie das Vorhaben, einen Teil der Scheune zum Wohnraum umzubauen, aufgegeben haben, wurde nun ein Anwalt eingeschaltet. Rechtlich sei die Stadt zuständig. Nur bei einer erhöhten Brandgefahr, so habe der Jurist den Küchs erzählt, sei dies nicht so. Der Anwalt nehme nun einen tieferen Einblick in die Bauakte, um auszuloten, wie weiter vorgegangen werden kann.

Sicher scheint zu sein, dass die Frage der Löschwasserversorgung durch Tanks – aufgrund der besagten 96 Kubikmeter wären zwei notwendig – durch Familie Küch finanziell den Rahmen sprengen würde. Die beiden Tanks würden rund 60 000 Euro kosten, hat sich Kathrin Küch längst informiert. In dem Preis sei noch kein Rohr enthalten, mit dem das Dachregenwasser in die Tanks geleitet wird. Die Löschwassertanks kosteten dann mehr als der Teilumbau der Scheune.

Keine befestigte Zufahrt zum Teich

Ein Freilegen beziehungsweise Ausbaggern des etwa 300 Meter entfernten Teichs führe ebenfalls nicht zum gewünschten Ergebnis, fügt Dieter Grafe hinzu, denn es gebe keine befestigte Zufahrt für die Feuerwehr, die zudem eine Betonplatte für das Aufstellen einer Pumpe benötige. Und ob der Teich die geforderten 96 Kubikmeter Wasser enthält, ist nicht bekannt, ebenso wenig, wie er angesichts der trockenen Sommer gefüllt werden soll. Woher aber die Mengenangabe stammt, ist ebenso wenig nicht bekannt.

Der Unabhängige fordert daher von der Stadt: „Man muss Lösungen für den Bürger suchen. Und es muss Klarheit rein.“ Gegebenenfalls müsse man auch einmal gegen solche Auflagen vorgehen – nicht alleine die Stadt, sondern durchaus auch als Region Oben an der Volme, schlägt Dieter Grafe vor.

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