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Für die Bürger wird‘s teurer

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Von: Johannes Becker

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Neben den Gebühren für die Abfallbeseitigung sollen im kommenden Jahr auch die Gebühren für die Straßenreinigung moderat steigen. Bei der Entsorgung des Schmutzwassers und des Regenwassers wird es geringfügig billiger.
Neben den Gebühren für die Abfallbeseitigung sollen im kommenden Jahr auch die Gebühren für die Straßenreinigung moderat steigen. Bei der Entsorgung des Schmutzwassers und des Regenwassers wird es geringfügig billiger. © Oliver Berg

Im kommenden Jahr muss der Hauhalt, der seinen Müll über die 240-Liter-Tonne entsorgen lässt, 23,03 Euro mehr zahlen. So zumindest sieht es der Entwurf der Gebührensatzung für das kommende Jahr vor, der dem Hauptausschuss in der kommenden Woche vorgelegt wird.

Kierspe - Allerdings ist die 240-Liter-Tonne nicht mehr das „Standardgefäß“ bei der Müllabholung. Die Tonne, die viele Jahre das Maß aller Dinge war, wurde abgelöst von der 120-Liter-Tonne, für die rund 12,50 Euro mehr bezahlt werden muss, wenn die Politik die neue Satzung beschließt. Insgesamt stehen derzeit 1918 dieser 120-Liter-Tonnen an Kiersper Häusern, für deren Entleerung dann im kommenden Jahr 298,32 Euro gezahlt werden sollen. Die zweihäufigste Tonne im Stadtgebiet ist die 80-Liter-Tonne (1435 Stück), für deren Leerung dann 199,20 Euro anfallen – rund 8 Euro mehr als in diesem Jahr.

Dann erst folgt die 240-Liter-Tonne (979 Stück), deren Leerung zukünftig 595,56 Euro kosten soll. 796 Kiersper Hauhalte nutzen gar nur die 60-Liter-Tonne, für deren Leerung zukünftig 149,76 Euro zu zahlen sind; 5,76 Euro mehr als in diesem Jahr.

Ursächlich für die Gebührenerhöhung ist die gestiegene Abfallmenge, wie die Stadtverwaltung in ihrer Begründung für den Preisaufschlag schreibt. Die Abfallmenge sei in den vergangenen Monaten kontinuierlich gestiegen. So musste nach dem ersten Corona-Jahr die Abfallmenge für 2021 um insgesamt 200 Tonnen nach oben angepasst werden, nun wird noch einmal mit 50 Tonnen mehr im kommenden Jahr gerechnet.

Dadurch würden sich, so die Kiersper Stadtverwaltung, die Kosten für das Entsorgungsunternehmen, dass das Einsammeln des Mülls übernimmt, auf voraussichtlich rund 656 000 Euro summieren. Darin enthalten ist das Einsammeln des Haus- und Sperrmülls und der Transport zum Müllheizkraftwerk.

In dieser Kostenschätzung ist eine Erhöhung der Kosten von rund zwei Prozent vorgesehen, da unter anderem die Dieselkosten stark gestiegen sind – und aufgrund der zweiten Stufe der CO2-Abgabe im kommenden Jahr weiter steigen würden.

Aber auch die Kosten für das Verbrennen des Mülls steigen, auch hier spielt die CO2-Abgabe eine Rolle. Insgesamt stiegen die Kosten für die Verbrennungsanlage in diesem Jahr im Vergleich zum vergangenen um 23 598 Euro.

Ebenfalls gestiegen ist der Kostenansatz für die Elektrogeräteentsorgung – um insgesamt 1500 Euro. Die Stadt muss für diese Entsorgung nun 18 500 Euro zahlen. Etwas günstiger ist die Entsorgung des Grünschnitts geworden. War man bislang von 14 000 Euro Kosten ausgegangen, rechnet die Verwaltung nun mit einem Kostenansatz von 13 000.

Positiv stellt sich auch die Entwicklung bei der Altpapierentsorgung dar. Für das sogenannte Holsystem mittels der Grünen Tonne geht die Stadtverwaltung von 148 000 Euro aus. Daran beteiligt sich das Duale System mit 33,5 Prozent der Kosten – in Euro umgerechnet beträgt dieser Anteil 46 000 Euro.

Für die Kiersper selbst bleibt die Abholung der Grünen Tonne weiterhin kostenlos. Lediglich Gewerbebetriebe müssen eine „eher symbolische“ Gebühr von 20,28 Euro für den 240-Liter-Behälter zahlen. Im vergangenen Jahr mussten sie sogar geringfügig mehr bezahlen, nämlich genau 20,40 Euro.

Straßenreinigung

Teurer wird es auch für die Grundstücksbesitzer im Bereich der Straßenreinigung. Abgerechnet wird dabei die Länge der Grundstücksfront. Bei Anliegerstraßen steigen die Kosten von 1,71 Euro je Meter auf 1,83 Euro. Bei sogenannten innerörtlichen Straßen sind nun 1,55 Euro zu entrichten, bislang mussten 1,45 Euro gezahlt werden. Für jeden Meter Grundstücksfront werden zukünftig bei überörtlichen Straßen 1,28 Euro fällig, bisher mussten dafür 1,19 Euro gezahlt werden. Auch hier, so die Verwaltung findet sich die Ursache für die Gebührensteigerung vor allem im gestiegenen Dieselpreis.

Abwasserbeseitigung

Während für Müll und Straßenreinigung im kommenden mehr bezahlt werden soll, wird es für die Haushalte bei der Abwasserbeseitigung billiger. Mussten Haushalte bislang 3,71 Euro für den Kubikmeter Schmutzwasser bezahlen, sollen es zukünftig „nur“ noch 3,68 Euro sein. Haushalte, die das Regenwasser, das auf versiegelte Flächen auf ihrem Grundstück fällt, an den Kanals abgeben, zahlen in Zukunft 0,68 Cent pro Kubikmeter, das ist 1 Cent weniger als noch im vergangenen Jahr.

Insgesamt rechnet die Stadtverwaltung damit, dass sich die Gesamtkosten der Abwasserbeseitigung auf rund 3,733 Millionen Euro belaufen, davon entfallen rund 2,465 Millionen Euro auf die Schmutzwasserentsorgung und etwa 1,267 Millionen Euro auf die Niederschlagswasserbeseitigung.

Vergütung: 45 Euro

Die Stadt schreibt in der Vorlage für die Sitzung, dass bei der Verwertung des Altpapiers über Jahre hinweg aufgrund eines Überangebots keine Gewinne erzielt worden seien. Das habe sich aber wieder geändert. So betragen die Rückvergütungen derzeit 45 Euro je Tonne Altpapier. Dieses Geld geht in die Gebührenausgleichsrücklage und verhindert damit ein noch stärkeres Ansteigen der Abfallgebühr.

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