„Frühschicht“ in der Gemeinde St. Josef

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Gemeinsam miteinander Frühstücken, auch das gehört zu den lieb gewordenen Gepflogenheiten bei der Frühschicht.

Kierspe - Nicht jedem fällt es leicht, früh morgens schon um kurz nach fünf aufzustehen – andere finden gerade diese Zeit besonders kostbar und schwingen sich gerne früh aus den Federn. In der Advents- oder Fastenzeiten finden beide Gruppen regelmäßig einmal in der Woche zusammen. Dann treffen sie sich um 6 Uhr zu den Frühschichten in der Gemeinde St. Josef.

Von Gertrud Goldbach 

Noch bis zum 19. Dezember finden sich dort katholische und evangelische Gläubige an jedem Freitagmorgen zusammen, um den Tag besinnlich zu beginnen. „Durch das Dunkel hindurch“ war das Thema der ersten Frühschicht am Freitag. Susanne und Hubert Sudahl leiteten die Veranstaltung mit Impulsen und Gebeten. „Die Tage werden immer kürzer und die Zeit der Dunkelheit immer länger“, stimmte Susanne Sudahl auf das Thema ein. „Oft denken die Menschen in dieser Zeit auch an die dunklen Seiten ihres Lebens, an die Arbeitsbelastung im Beruf, schlechte Nachrichten in den Medien oder möglicherweise einen größer werdenden Abstand zum Ehepartner.“ Augenblicklich ging das Licht in der Kirche aus: Die Frühschichtbesucher saßen im vollkommen abgedunkelten Raum und warteten gemeinsam auf ein Licht, das ihnen ihre Umgebung wieder sichtbar machen würde. Es dauerte einige Augenblicke bis Hubert Sudahl eine Kerze am Adventskranz entzündete. Und nun war es da, das Licht, das Sicherheit gibt und in dem sich Gott nach Ansicht der Gläubigen zu erkennen gibt. Ähnliche Erlebnisse werden in der Bibel, etwa in Jesaja 9,1 beschrieben. Dort ist von einem Volk, das im Dunkeln lebt und plötzlich ein helles Licht sieht, die Rede. Dieses Licht deute auf Jesus den Lichtbringer hin, hieß es am Freitag. „Machen wir die Augen auf, damit wir trotz aller Dunkelheit dieses Licht sehen“, forderte man die Frauen und Männer auf, zeitgleich wurde das Licht in der Kirche eingeschaltet. Die Frühschicht dauerte eine knappe halbe Stunde. Im Anschluss trafen sich die meisten Besucher im benachbarten Gemeindehaus zu einem gemeinsamen Frühstück mit heißem Kaffee und verlockend duftenden frischen Brötchen.

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