Frühlingskonzert: Von Operette bis Rock und Pop

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Mit Temperament und Leidenschaft präsentierten die German Silver Singers ihr Programm, das für jeden Geschmack etwas bot. –

KIERSPE – Ein wenig enttäuscht waren der Männerchor und seine Leiterin Sofia Wawerla schon, als am Samstagabend im PZ der Gesamtschule viele Plätze frei blieben. „Ideales Grillwetter“, vermuteten viele als Grund dafür. Doch die, die der Einladung zum Frühlingskonzert gefolgt waren, erlebten ein abwechslungsreiches Konzert, das für jeden Geschmack etwas bot, ganz so, wie es Josef Goß, der das Publikum durch das Programm führte, versprochen hatte.

Als Gastgeber eröffneten die Sänger des Männerchors den vielseitigen Melodienreigen. Und gleich das erste Stück, „Pferde zu vieren traben“, sprach das Thema an, das an diesem ersten wirklich frühlingshaft warmen Tag am meisten besungen wurden: die Liebe, das Tête-à-tête der Geschlechter in all seinen Facetten, das ja bekanntlich nicht immer zum ersehnten Happy-End führt.

Ein wenig Räuberromantik verbreiteten „Die Wolgaräuber“, und mit „Valencia“ führten die Sänger die Zuhörer schließlich schwungvoll unter den Mond eines südlichen Himmels.

Dann gehörte die Bühne der Sopranistin Anastasia Dacenko, der aktuellen Gewinnerin des Regional- und Landeswettbewerb „Jugend musiziert“, die somit für den Bundeswettbewerb qualifiziert ist. Einige Jahre war die begabte Sängerin auch Schülerin von Chorleiterin Sofia Wawerla. Mit drei Stücken, darunter das Vilja-Lied aus der Franz Lehár-Operette „Die lustige Witwe“ und die Puccini-Arie „O mio babbino caro“, fesselte sie die Aufmerksamkeit der Zuhörer, die sie mit viel Applaus für ihren Vortrag belohnten, den sie mit ihrer Mutter, Anna Sydorenko, die sie und auch den Männerchor am Klavier begleitete, gern entgegennahm.

Zu Vangelis’ „Conquest of Paradise“ zogen die German Silver Singers mit ihrem Chorleiter Volker Buchloh ins PZ ein. Am Flügel begleitete sie Harald Schollmeyer. Der 34-köpfige gemischte Chor, der eine Auswahl der besten Sänger aus dem Ruhrgebiet, dem Sauer- und Münsterland sowie den angrenzenden Gebieten vereinigt, singt mit großer Lust und Leidenschaft. Sein Altersspektrum reicht von Ende 50 bis zu 88 Jahren.

Locker und ungezwungen, mit Humor, Schwung und Begeisterung präsentierte er vor und nach der Pause eine Auswahl aus seinem überaus breit gefächerten Programm, das von Operette und Musical über Volkslieder, Spirituals, Folk und Oldies bis zu Filmmusik und Pop- und Rocktiteln reicht. Zahlreiche Solisten sorgten außerdem für ein abwechslungsreiches Klangspektrum.

Doch damit nicht genug: Für weitere Höhepunkte sorgte anschließend Dieter Waldhelm (Bass), der sowohl bei den German Silver Singers als auch beim Männerchor Kierspe singt. Mit dem russischen Lied „Metjeliza“ und anschließend im Duett mit Anastasia Dacenko eroberte er die Herzen die Zuhörer, die mit Beifall nicht geizten.

Einen „Schlussakkord“, einmal mehr mit Räuberromantik und spritzig-südländischem Temperament, setzte auf der vom Tanztee-Organisationsteam um Christel Erlhöfer geschmückten Bühne schließlich der Gastgeber, der Männerchor Kierspe, den das Publikum nach seinem Vortrag nicht gehen lassen wollten, ohne noch einmal „Ach die Weiber“, ebenfalls aus „Die lustige Witwe“, zu hören. – Luitgard Müller

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