Frühlingskonzert bietet Reise durch Europa

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Sofia Wawerla hatte als Chorleiterin des Männerchores Kierspe und der Sängervereinigung Union Oberrahmede Lüdenscheid die Gesamtleitung des Konzertes. ▪

KIERSPE ▪ Quer durch Europa wurden die Besucher der Frühlingskonzertes des Männerchores Kierspe am Samstagabend geführt. Doch es war nicht nur eine geografische Reise. Es wurde auch eine Reise durch die unterschiedlichsten Lebensaltersstufen. Jung und Alt lösten sich ab und gaben dem Konzert insgesamt eine Dynamik der Gegensätze.

Als Gastgeber des Abends begann der Männerchor Kierspe das Programm mit einem schwedischen Lied der Spätromantik. „In Mondes Schimmer“ von Hugo Aliven. Mit der „Barkarole“ aus Hoffmanns Erzählungen und „Erhebet das Glas“ von Guiseppe Verdi begab sich der Chor auf ungewohntes Terrain. „Die Barkarole zu singen war für uns so ungewohnt, dass wir in den Chorproben beim letzten Drittel schlapp gemacht haben“, plauderte Moderator Josef Goß über die Übungsstunden aus. Doch die Chorleiterin Sofia Wawerla verstand es immer wieder, ihre Männer anzuspornen.

Vokalmusik präsentierten sodann sechs jungen Frauen aus Lüdenscheid. Jugendchor „deLüKCs“ nennen sie sich und ihr Repertoire geht über das österliche „Hallelujah“ von Leonard Cohen über Vokal-Pop von Wise Guys „Wie kann es sein“ bis hin zu „Fields of Gold“ von Carsten Gerlitz. Hoch erfreut war Josef Goß, als er eine der Sängerinnen als ehemalige Schülerin der Gesamtschule Kierspe wieder erkannte und ließ das Publikum teilhaben an Anekdoten aus dem Religionsunterricht, den er damals in ihrer Klasse unterrichtete.

Getanzte Musik, gab es nun im PZ der Gesamtschule mit den jüngsten Teilnehmerinnen des Frühlingskonzertes. Die Fanfaren-Mariechen aus Meinerzhagen im Alter von sieben bis 15 Jahren, wirbelten nun über die Bühne, machten Spagate und bauten Menschentürme, alles zum Takt der Musik. Es war ansteckende Begeisterung, die die jungen Tänzerinnen ausstrahlten und die sofort auf das Publikum übersprang.

Auch der Männergesangsverein Union Oberrahmede steht unter der Leitung der Chorleiterin Sofia Wawerla und war Gast bei dem Frühlingskonzert. Als ihren Beitrag zum Gelingen des Konzertes brachten sie einen Tanzlied-Zyklus, sangen ein Lied vom Rheinwein und entführten die Gäste mit „Eviva España“ ins südliche Europa. Begleitet wurden sie dabei von dem Pianisten Sergej Klemens, der seit 2001 in Wuppertal lebt und dort an der Rudolf-Steiner-Schule unterrichtet.

Den unterhaltsamsten Teil des Konzertes bestritt das Newa-Ensemble aus St. Petersburg. Während sie im ersten Teil noch seriös im Auftreten und im Spiel waren, entzündeten sie im zweiten Teil ein Feuerwerk von musikalischen Showeinlagen mit artistischem Beherrschen ihrer Instrumente. Dabei begnügten sie sich nicht nur mit sich, auch Unterstützung aus dem Publikum holten sie sich mit der Zuschauerin Antje aus Rönsahl. Diese bekam von Michail Wlasov eine Säge in die Hand, die sie zum Singen bringen sollte. Mit vereinten Kräften gelang es ihnen auch und Antje verkörperte ihre Rolle auf der Bühne so hervorragend, dass Michail Wlasov sie noch auf einem Xylophon spielen ließ, welches er an Seilschnüren zwischen sich und seinem Mitspieler Alexander Antonow aufgespannt hatte. Auf fünf Akkordeonen, eines kleiner als das andere, spielte Michail Wlasov virtuos sodann den Filzstiefel, ein Stück, bei dem das letzte Akkordeon in einem Filzstiefel versteckt war. 33 Instrumente beherrscht die Gruppe, von der Ziehharmonika über die Balalaika bis hin zum Xylophon und Glockenspiel.

Mit dem gemeinsamen Abschiedslied „Sierra Madre del Sur“ des Männerchores Kierspe und des MGV Union Oberrahmede wurde das Frühlingskonzert des Männerchores Kierspe beendet. Die Verantwortlichen haben es verstanden, einen bunten Strauß Musik zu binden, der dem Publikum gefallen haben dürfte. Auch die Bewirtung ihrer Gäste ließ keine Wünsche offen. Die Frauen des Männerchores Kierspe hatten fleißig gebraten und gekocht, damit die Besucher des Abends nicht nur ein abwechslungsreiches Konzert, sondern ein ebensolches Büfett hatten. ▪ Gertrud Goldbach

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