„Wir sind so Sagen-reich“

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In einem Seminarraum des Hauses Rhade trafen sich die Teilnehmer der Frühjahrstagung des Netzwerks „Eisenstraße Südwestfalen“.

Kierspe - An historischem Ort, im Haus Rhade, trafen sich Kulturpartner und Interessierte am Donnerstag zur Frühjahrstagung des Netzwerks „Eisenstraße Südwestfalen“. Unter dem Dach der Kulturregion Südwestfalen führte Organisatorin Susanne Thomas Projektbetreuer zusammen, die von ihren Bemühungen um eine bessere Inszenierung und Vermarktung der von ihnen betreuten Zeugnisse heimischer Eisen-Geschichte berichteten.

Wohl als einer der ersten Nachfolger des Eisenzeitalters hat auch das Kiersper Bakelit-Museum seinen Platz. Eine freudige Nachricht war dabei jene von neuen Schenkungen an das Museum, durch die der Bestand weiter ausgebaut werden konnte. Ob Bakelit-Museum, Carl Bergs ehemaliges Firmengebäude und seine Villa in Lüdenscheid oder die geplante Drahtrollenroute in Altena-Evingsen: Es gibt zahlreiche Hinterlassenschaften der Eisen- und Industriegeschichte des Märkischen Sauerlandes, die Kandidaten für eine intensivere touristische Vermarktung sind.

Geht man über die Kreisgrenze hinaus weiter nach Süden, kommt man zur Wendener Hütte, einem Eisen- und Hammerwerk, das eine lange Geschichte von 1723 bis in die Zeit der Industrialisierung hatte. Der dort vorhandene Hochofen wurde 1866 stillgelegt.

Monika Löcken vom Museum Wendener Hütte stellte die Bemühungen dar, den ausgeklügelten Funktionszusammenhang von Grabensystemen, Wasserrädern und Eisenhütte bewusst zu machen. Eine besondere Rolle spielen in Wenden Kunstwerke, die einen ersten Anlass liefern, das weiträumige Gelände zu erkunden. Zukünftig sollen auch digitale Darstellungstechniken und virtuelle Realitäten dabei helfen, die Geschichte des Areals ins Bewusstsein der Besucher zu heben.

Aus dem äußersten Süden des Siegerlandes kam Christian Weber. Er stellte die archäologische Ausgrabungsstätte Gerhardsseifen und ein Tal vor, das in kompakter Form allgemeine Wirtschaftsgeschichte erzähle. Schön war sein Blick auf die gesamte Region: „Das Siegerland ist ein Freilichtmuseum, in dem heute noch Menschen leben.“

Susanne Thomas fasste abschließend die Bemühungen zusammen, Kulturdenkmäler und Geschichte lebensnah und anschaulich darzustellen - auf Sichthöhe der Besucher gewissermaßen. Ein Ansatz dazu ist das Projekt „Geschichten erzählen“, das auch über den Internetauftritt der Eisenstraße beziehungsweise über das Netzwerk „Wasser, Eisen, Land“ verbreitet werden soll.

„Wir sind so Sagen-reich“, pries die Kulturmanagerin das Potenzial für diesen Ausgangspunkt zum Erzählen von Geschichten. Grundsätzlich regte sie an, dass sich die Projekte untereinander stärker austauschen und ihre Öffentlichkeitsarbeit über eine gemeinsame Veranstaltungsdatenbank organisieren sollten.

Zu einem intensiveren Austausch trug die Tagung im Haus Rhade in Kierspe sicherlich einen wichtigen Baustein bei.

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