2000 Hausbesitzer müssen Abwasserleitungen prüfen

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Andrea Thelen vom Sachgebiet Tiefbau der Stadtverwaltung informiert über die Zustands- und Funktionsprüfung von Abwasserleitungen in Kierspe.

Kierspe - Rund 2000 Gebäude stehen in Kierspe im Wasserschutzgebiet. Und aus dieser besonderen Wohnlage ergibt sich auch eine besondere Verantwortung. So sieht es zumindest der Gesetzgeber und verlangt von den Eigentümern der Häuser eine Zustands- und Funktionsprüfung der Abwasserleitungen.

Von Johannes Becker

Ursprünglich hatte die Landesregierung geplant, dass jeder Hauseigentümer im Land die Dichtheit seiner Abwasseranschlüsse nachweisen muss. Doch massiver Widerstand führte dazu, dass diese Vorgabe abgemildert wurde und nur die Hauseigentümer in Wasserschutzgebieten eine Prüfung ihrer Anschlüsse innerhalb festgelegter Fristen nachweisen müssen.

Genau diese Hauseigentümer werden in Kierspe derzeit von der Stadtverwaltung angeschrieben und mit einem Informationsblatt auf diese Verpflichtung hingewiesen.

„Bei Häusern, die vor dem 1. Januar 1965 gebaut wurden, muss die Zustands- und Funktionsprüfung bis zum 31. Dezember 2015 nachgewiesen werden. Wurden die Gebäude nach diesem Datum gebaut, verlängert sich die Frist auf den 31. Dezember 2020. Bei Gebäuden aus denen industrielle oder gewerbliche Abwässer abgeleitet werden, gelten andere Stichtage. So muss die Prüfung bei Gebäuden, die vor dem 1. Januar 1990 errichtet wurde, bis zum 31. Dezember 2015 nachgewiesen werden. Für Gewerbe- und Industriebtriebe, die später gebaut wurden, verlängert sich die Frist bis zum 31. Dezember 2020“, erklärt Andrea Thelen vom Sachgebiet Tiefbau.

Für Gewerbe- und Industriebetriebe gelten diese Fristen auch, wenn sie nicht innerhalb eines Wasserschutzgebietes liegen, allerdings nur, wenn das Gebäude in der Abwasserverordnung gelistet ist.

Thelen: „Der Gesetzgeber möchte vermeiden, dass den Hausbesitzern, die bereits die Prüfung erledigt haben oder diese vor dem Stichtag nachweisen, ein Nachteil entsteht, deshalb läuft die Zeit, nach der eine Wiederholungsprüfung (nach 30 Jahren) erbracht werden muss, erst ab dem jeweiligen Fristende.“

Ein Verzeichnis der Firmen, die die Zustands- und Funktionsprüfung abnehmen dürfen, findet sich im Internet unter: www.sadipa.it.nrw.de/Sadipa/

Geprüft werden muss mit zwei unterschiedlichen Verfahren. So ist bei Anlagen, die innerhalb des Wasserschutzgebietes 3 liegen, eine Überprüfung mit Kamera ausreichend. Bei Abwassersystemen, die im Wasserschutzgebiet 2 liegen, ist eine Druckprüfung vorgeschrieben.

„Um die Eigentümer nicht zu überfordern, gibt es nach der Schadensfeststellung erneute Fristen, in denen die Schäden behoben werden müssen. So müssen massive Schäden innerhalb von einem halben bis einem Jahr behoben werden. Bei weniger gravierenden Schäden haben die Eigentümer ein bis zehn Jahre Zeit und bei Bagatellschäden kann bis zur Wiederholungsprüfung gewartet werden“, erklärt Thelen.

Die Verwaltungsmitarbeiterin rät den Eigentümern, deren Häuser vor dem 1. Januar 1965 gebaut wurden, nicht zu lange mit der Prüfung zu warten, da die Zahl der Firmen, die solche Arbeiten vornehmen können, begrenzt sei. Grob geschätzt werde eine solche Prüfung zwischen 300 und 800 Euro kosten. Thelen: „Wichtig ist, dass sich die Eigentümer einen Überblick über ihr Leistungssystem verschaffen. Nur dann kann auch ein seriöses Angebot abgegeben werden.“

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