Friseure und Kunden sind glücklich

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Daumen hoch: Salon-Inhaberin Anja Schütz freute sich am Montag, dass nach dem Lockdown wieder Kunden in ihr Geschäft an der Derschlager Straße kommen durften.

Meinerzhagen/Kierspe – Anja Schütz, Chefin des Friseursalons Isenburg an der Derschlager Straße in Meinerzhagen, konnte sich am Montag  über Mangel an Arbeit nicht beklagen. Nach wochenlanger Zwangspause öffnete sie ihr Geschäft wieder – und viele Kunden kamen.

Bei aller Freude konnte von „business as usual“ allerdings keine Rede sein. Mit dem Betrieb in „Vor-Corona-Zeiten“ ließ sich das nicht vergleichen, was am Montag im Salon Isenburg vor sich ging. „Wir haben uns auf die Situation eingestellt. Beispielsweise mit unserem Desinfektions-Point“, berichtet Anja Schütz. Der steht allen Kunden offen, Infektionsschutz war und ist im Salon Isenburg ein Muss. Und noch eine Änderung: „Früher haben wir Kunden auch ohne Termin bedient. Das ist jetzt nicht mehr so. Wir sind zur Terminvergabe übergegangen“, berichtet die Inhaberin des Salons. Außerdem blieb am Montag auch jeder zweite Stuhl frei, der Mindestabstand zwischen den Kunden wurde so gewahrt. 

Eine ganz besondere Umstellung erforderte das Tragen des Mundschutzes. „Den legen Kunden ebenso an wie das Personal“, berichtet Anja Schütz. Das Problem dabei: Wie lassen sich Haare schneiden, wenn die Befestigungsbänder des Mundschutzes einen Teil der Haarpracht verdecken? „Not macht erfinderisch“, lacht Anja Schütz. Und mit welchen „Verhältnissen“ wird sie momentan konfrontiert? Haben manche Meinerzhagener, die in den vergangenen Wochen notgedrungen selbst zur Schere griffen, ein Chaos auf ihrem Kopf angerichtet? „Bislang haben wir so etwas noch nicht beobachtet. Aber eines haben alle Kunden gemeinsam: Sie freuen sich sehr, dass sie wieder zu uns kommen können“, hatte Anja Schütz bereits kurze Zeit nach Wiedereröffnung festgestellt. 

Der Salon „Die Meisterfriseure“ an der Kölner Straße in Kierspe hatte ebenfalls geöffnet. Und das an einem Montag, an dem viele Friseure traditionell eigentlich geschlossen haben. Nach Wochen des Wartens wollte Meisterin Dagmar Saal-Dietrich nicht noch einen Tag in Untätigkeit verbringen. Dasselbe galt auch für Kollegin Ruth Deckenhoff, die sich als selbstständige Friseurmeisterin in ihren Geschäftsräumen eingemietet hat und gestern Geburtstag feierte – quasi mit der Schere in der Hand. 

Die Vorfreude auf die Kunden und ein Stückchen Normalität war bei den beiden Kiersperinnen so groß, dass sie sofort öffneten, als das wieder erlaubt war. „Alle sind glücklich, alle strahlen. Es herrscht eine ganz besondere Atmosphäre“, berichtete eine sichtlich erfreute Dagmar Saal-Dietrich am Montag nach einigen Stunden Dienst am Kunden und fügte hinzu: „Die meisten Menschen, die zu uns kommen, sind so dankbar, dass wir wieder geöffnet haben. Und ich freue mich, dass unser Beruf damit auch die Anerkennung bekommt, die er zweifellos verdient.“

Großen Wert legen die beiden Volmestädterinnen in ihrem Salon auf die Einhaltung der Vorschriften. Desinfizieren von Kitteln, das Anlegen von Gesichtsmasken bei Kunden und Angestellten, das Einhalten der Abstandsregel. „Wir erfüllen alle Bedingungen – und das sogar über das erforderliche Maß hinaus. Beim Abstand zwischen den Kunden beispielsweise sind unsere Sitze sogar mehr als zwei Meter auseinander“, berichtete Dagmar Saal-Dietrich. Auch bei den „Meisterfriseuren“ an der Kölner Straße in Kierspe werden momentan Termine wegen der Planungssicherheit auf Anfrage vergeben. Sollte ein Kunde allerdings vorbeikommen und ein Platz ist gerade frei, werde er natürlich auch spontan bedient, erläutert Dagmar Saal-Dietrich.

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