Frischer Sand: Tennisanlage nimmt Gestalt an

+
Per Hand und maschinell: Mehrfach wird der rote Sand von Alex Borisov und dessen Kollegen abgezogen.

KIERSPE ▪ Auf dass die Tennisbälle bald wieder richtig springen können: Die Sanierungsarbeiten an zwei Plätzen des Tennisclub (TC) Kierspe neigen sich dem Ende zu.

Die beiden oberen Anlagen am Sportzentrum Felderhof bekommen derzeit die typische Deckschicht aus feinstem rote Sand. Gestern überzeugten sich Stephan Böhse, Vorsitzender des TC Kierspe, und Robin Koch, Geschäftsführer, vor Ort vom Fortschritt der Arbeiten.

„Es ist wirklich schön zu sehen, dass die langjährigen Bemühungen um die Aufarbeitung der Plätze zu einem guten Ende finden“, erklärte Böhse. Der Club hatte zuletzt viele Mitglieder eingebüßt, weil zwei von vier Plätzen während der Sommersaison nicht für das Training zur Verfügung standen. Ob zu viel Regen oder zu viel Trockenheit, beides führte dazu, dass der Platz über Monate unbespielbar war. Zuletzt fand das Mannschaftstraining deshalb in Lüdenscheid statt.

Dank an den Stadtsportverband für die Vermittlung

„Wir sind wirklich froh, dass uns die Stadt bei der Sanierung unterstützt hat“, verwies Vorsitzender Böhse vor allem auf die Arbeit von Dieter Schmidt vom Stadtsportverband: „Er hat sich wirklich für uns eingesetzt. Dafür sind wir ihm als Vorstand sehr dankbar.“ Dank der Vermittlung des Sportverbandes stellte die Stadt 16 000 Euro zur Verfügung. Die weiteren Kosten von 4000 Euro schulterte der TC Kierspe selbst. Die Gesamtkosten von 20 000 Euro für die Modernisierung ergaben sich aus einem Gutachten. Im August begann die Firma Tennis-Service Fröhner aus Köln am Stadion mit den Bauarbeiten.

„Tennisplätze haben von sich aus nur eine begrenzte Lebensdauer“, klärte Martin Bigalke, Geschäftsführer des Kölner Unternehmens, gestern auf. Im Laufe der Jahre verdichte sich ein Platz. Zum einen werde er dann wasserundurchlässig, was sich an Pfützen zeige. Zum anderen versande er bei anhaltender Trockenheit, so dass Bälle nicht mehr ordentlich springen und Spieler zu weit in den Boden einsinken würden.

Poröses Lavagestein speichert Wasser

Um solche Effekte zu beseitigen, entfernte das Fachunternehmen pro Platz zwischen 70 und 80 Kubikmeter zu stark verdichtetes Material. Anschließend baute es die zwei Plätze nach heutigen DIN-Normen neu auf. Grober Schotter bildet demnach die Basis. Darüber brachte die Firma grobkörniges, poröses Lavagestein auf. „Die Lava speichert Wasser. Je nach Witterung gibt sie die Feuchtigkeit an den Sand ab oder nimmt sie davon auf“, schilderte Bigalke. Das verbessere die Qualität der Plätze erheblich. Zumal sich der TC Kierspe für die Einbringung von mehr Lava als nötig entschieden habe. Gemeinsam mit dem frischen, roten Feinsand, der zuoberst verteilt wird, sei der neue Belag rund 30 Zentimeter mächtig.

Für eine absolut glatte Oberfläche und eine minimale Neigung, damit überschüssiges Wasser abfließt, sorge eine kleine, lasergesteuerte Planierraupe. Diese schaffe eine Neigung von exakt einem halben Prozent. Regenwasser fließe deshalb in Zukunft zur Mitte der beiden Plätze. Dort nehme eine Rinne das Abwasser auf und leitet es ab.

Feinschliff vor Saisonstart im Frühjahr

Wenn die Arbeiter in wenigen Tagen die Baustelle räumen, sind die Plätze noch nicht zum Spiel freigegeben. „Das Material soll sich über den Winter setzen“, kündigte Bigalke an. Im Frühjahr stehe dann der letzte Feinschliff, ähnlich der jährlichen Instandsetzung, an. Auch die Linien werden erst dann aufgebracht. „Zum Start der nächsten Sommersaison am 1. Mai finden unsere Mitglieder dann optimale Trainingsbedingungen vor“, ist sich Vorsitzender Böhse sicher. ▪ Pia Käfer

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.
Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare