Frische Luft, Saunagänge und sorgfältige Hygiene

KIERSPE – Kälte, Nässe und trockene Luft in den Wohnräumen – all diese Faktoren tragen im Winter dazu bei, dass viele Menschen an Atemwegsinfektionen erkranken. Das weiß auch der Rönsahler Allgemeinmediziner Dr. Christoph Luyken. „Seit Weihnachten haben die Fälle in meiner Praxis stark zugenommen.

Rund die Hälfte aller Patienten, die ich täglich behandle, kommen wegen Erkältungskrankheiten zu mir. Luyken setzt im Vorfeld der Behandlung auf genaue Beratung. „Ich weise ausdrücklich darauf hin, dass Antibiotika bei Virusinfektionen nicht das Mittel der Wahl sind“, erklärt der niedergelassene Arzt. Bei über 90 Prozent der Atemwegsinfekte seien diese Medikamente völlig wirkungslos. Letztlich setze der Patient mit Antibiotika seiner eigenen Immunabwehr zu. „Nur wenn eine bakterielle Erkältung vorliegt, ist diese Verschreibung sinnvoll. Die Patienten sollten uns Ärzten also vertrauen und nicht sauer sein, wenn wir keine Antibiotika verordnen.“

Luyken rät, sich im Vorhinein vor Infektionen zu schützen und Vorbeugungsmaßnahmen zu ergreifen. „Man kann da wirklich eine Menge machen, um nicht krank zu werden.“ Ein täglicher Spaziergang an der frischen Luft ist ein gutes Mittel zur Abhärtung – vor allem dann, wenn man sich warm anzieht und tief ein- und ausatmet. Kalte Waschungen nach einer warmen Dusche oder einem heißen Wannenbad sind gute Mittel, um die Immunabwehr zu stärken. Auch ein regelmäßiger Gang in die Sauna kann vor Erkältungen schützen. „Abzuraten ist von Saunabesuchen allerdings, wenn man sich bereits krank und abgeschlagen fühlt“, erklärt Luyken. Gesunde, vitaminreiche Ernährung und die Einnahme von Vitamin C sind ebenfalls wirksame Maßnahmen. Zu Dampfbädern rät Luyken bei einer verstopften Nase – „das kann den Schleim lösen.“ Nicht nur als Therapie, sondern als ganzjährige Vorbeugungsmaßnahme empfiehlt Luyken die regelmäßige Anwendung einer Nasendusche.

„Ich rate außerdem dazu, Händeschütteln zu vermeiden. Regelmäßige Handhygiene und Desinfektion sind in dieser Jahreszeit sehr wichtig“, führt Luyken weitere Regeln zur Vermeidung von Erkältungen aus. Der Hand-Augen- und Hand-Nasen-Kontakt berge ebenfalls viele Gefahren. „Hygiene ist einfach das A und O“, so der Mediziner.

All seinen Patienten, die sich bisher noch keiner Grippeimpfung unterzogen haben, rät Luyken zu schnellem Handeln. „Die Grippe kommt aus Norddeutschland und wird auch uns bald erreichen. In diesem Jahr ist der Impfstoff gut verträglich. Und außerdem ist man in einem Aufwasch auch vor der Schweinegrippe sicher.“

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