Auf der Schwelle zwischen Kammermusik und Sinfonie

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Die „Freunde Franz Schuberts“ spielten in der Margarethenkirche das Oktett in F-Dur.

Kierspe - Die Begeisterung für Schuberts Musik brachte die acht Musiker zusammen: Am Sonntagabend führten die „Freunde Franz Schuberts“ in der Margarethenkirche das „Oktett F-Dur D 803“ auf.

Der Funke sprang über, mit stehendem Applaus bedankten sich die Zuhörer für ein kleines, aber feines Kammerkonzert. Mit seiner ungewöhnlichen Besetzung aus fünf Streichinstrumenten, Klarinette, Fagott und Horn stellt das Werk eine Besonderheit im Kanon der berühmten klassischen Kammermusikwerke dar. In Klangsprache und Klangfülle bewegt es sich auf der Schwelle zwischen Kammermusik und Sinfonie.

Das Oktett - der Zusatz „D 803“ bezieht sich auf das „Deutsch-Verzeichnis“, das sämtliche Werke Schuberts erfasst - war eine Auftragsarbeit. Die ausdrückliche Vorgabe: Schubert solle sich an Beethovens Septett orientieren. Das tat er und überwand auch dadurch auf kreative Weise seine Minderwertigkeitsgefühle gegenüber dem Großmeister seiner Zeit.

Bis heute ist der Auftrag für die Musikwelt ein Glücksfall, denn Schubert vereint in dem knapp einstündigen Werk ausdrucksstarke Melodien und farbige Harmonik zu einem mitreißenden Ganzen. Die „Freunde Franz Schuberts“ fanden sich einzig zu dem Zweck zusammen, das Oktett gemeinsam zu spielen; für manche ging dadurch ein langgehegter Wunsch in Erfüllung.

Mit Johannes Gehring (Violine) und Anna Overbeck (Cello) sind auch zwei Lüdenscheider Musikschullehrer in dem Ensemble vertreten. Beide waren schon früher mit ihrem Tramonto-Ensemble in der Margarethenkirche zu hören. Die anderen Musiker waren teilweise aus Süddeutschland, einer sogar aus der Schweiz angereist.

Längst nicht alle sind „Profis“: Ein Psychologe ist dabei, ein Mathematiker, mehrere Studenten. Sie bewiesen eindrücklich, welch hohes Niveau auch im Amateur-Bereich möglich ist. Um eine Zugabe kamen die Musiker nicht herum, noch einmal spielten sie den dritten Satz, das Allegro vivace. „Als Vertreter des Pfarrers“ bedankte sich Fritz Schmid. Der Eintritt war frei, aber das Publikum spendete nach Konzert-ende reichlich und beteiligte sich damit an den Kosten der Musiker.

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