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Studentisches Leben in Kierspe? Weitere Ideen für Tiny-Houses

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Von: Göran Isleib

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Zwei Männer stehen vor einer verwilderten Fläche am Hammerkamp
Peter Christian Schröder und Georg Würth vor dem Gelände am Hammerkamp, wo vor langer Zeit das Sägewerk Funke stand. Die beiden Politiker der FWG Kierspe würden an dieser Stelle gerne Tiny Houses platzieren. © Göran Isleib

Studentisches Leben in Kierspe? Denkbar ist das, geht es nach den Vorstellungen der Freien Wählergemeinschaft (FWG) Kierspe. 

Kierspe - Die würde nämlich gerne auf dem Gelände des ehemaligen Sägewerks Funke am Hammerkamp (aus Kierspe kommend linker Hand vor dem alten Teich) eine kleine Siedlung mit Tiny Houses errichten. Angeregt durch einen Artikel in der MZ, ploppte das Thema bei der FWG erneut auf. Und auch die geplante Öffnung der ehemaligen Ladestraße, ideal als Fahrradstrecke zwischen Bahnhof/ZOB und Fläche des ehemaligen Sägewerks gelegen, spielt der Idee in die Hände. Bei einem Ortstermin stellten Peter Christian Schröder, Fraktionsvorsitzender der FWG im Rat der Stadt Kierspe, und sein Parteikollege Georg Würth, die Pläne vor. Seit etwa Anfang der 1990er Jahre existiert das Sägewerk am Hammerkamp nicht mehr. Die Gebäude sind verschwunden, die Fläche ist verwildert und mit Pflanzen zugewuchert. Unbekannte nutzen die Fläche scheinbar als Ablagefläche für Bauschutt. Erst kürzlich gab’s eine Anfrage im Ausschuss für Bauen und Umwelt, was mit dem Schutt passiere. Doch zurück zur Idee der FWG, die inzwischen bereits als Antrag an den Rat der Stadt Kierspe gegangen ist: „Die sogenannten Tiny Houses, zu deutsch winzige Häuser, sind derzeit oft als Alternative zum klassischen Eigenheim in der Diskussion“, sagt Peter Christian Schröder. Die FWG meint in diesem Zusammenhang jene kleinen Häuser, die fest auf Anhänger montiert sind und an jedem Ort aufgestellt werden könnten. Sie verfügten über Küche, Bett und Dusche und machten das Wohnen auf engstem Raum attraktiv: „Sie sind flexibel und vergleichsweise günstig und damit eine günstige Alternative zu normalen Wohnformen“, findet die FWG. Deshalb auch hat sich FWG entschlossen einen Ratsantrag zu stellen, um die Verwaltung zu beauftragen, die Möglichkeiten zum Aufstellen solcher Häuser auf besagter Fläche am Hammerkamp zu prüfen.

Die Fläche ist knapp 10 000 Quadratmeter groß und wäre nach Meinung der FWG ideal. Es wäre eine ruhige Lage, Bahnhof und ZOB sowie die Radabstellanlage sind zu Fuß oder mit dem Rad sehr gut zu erreichen, ein Radweg schließe sich an. „Wir stellen uns vor, zunächst bis zu 15 Tiny Houses auf dem Grundstück zu etablieren“, schwärmt Peter Christian Schröder von der Idee. Zusätzlich könnte sich die FWG vorstellen auch sogenannte feststehende Mini-Häuser mit einer Größe von 30 bis maximal 70 Quadratmetern mit in dei Planung zu integrieren. Daran beteiligt werden könnte beispielsweise auch das heimische Handwerk.

Wie es jetzt weitergeht? Das ist zunächst noch völlig offen. Wie im Gespräch vor Ort von Georg Würth und Peter Christian Schröder erläutert, befinde sich das Grundstück im Besitz des Johanneswerkes. Das hatte nach den Worten von Würth und Schröder das Gelände gekauft, nachdem das Sägewerk geschlossen worden war. Ursprünglich hatte man geplant, dort die Märkischen Werkstätten unterzubringen. Aber dieses Vorhaben realisierte das Johanneswerk schließlich in Kiersperhagen. Nachdem auch aus der ursprünglich geplanten Umgehungsstraße, der Lausebergaufstieg sollte in dem Tal realisiert werden, nichts wurde, passierte nichts mehr. Weitere Gedankenspiele, beispielsweise ein Behindertenwohnheim dort zu etablieren, wurden ebenfalls verworfen.

Die Idee der FWG: Man könnte die 15 Häuschen verpachten. Denn wenn beispielsweise Studenten, die in Lüdenscheid oder Gummersbach studieren mit ihrem Studium fertig sind, wollten die ja bestimmt wieder weg, dann wäre der Kauf eines solchen Hauses eher hinderlich.

Die FWG malt ein idyllisches Bild für das Wohnen dort. Direkt hinter dem Gelände befindet sich ein alter Teich, „da haben Generationen von Kindern früher schwimmen gelernt“, sagt Schröder und lacht. „Wenn man mit dem Besitzer sprechen und den Teich entsprechend ertüchtigen könnte, wäre das wirklich sehr lebenswert dort.“ Ziel der FWG ist auf jeden Fall, einer neuen Form des Wohnens Raum zu geben, heißt es dazu in einer Mitteilung. Denn diese neue Form wäre die Lösung in Sachen Energieeffizienz, Ressourcenschonung, Umweltverträglichkeit, Recycling und vieles mehr. Peter Cristian Schröder: „Wir wollen, dass die Erstellung und Nutzung von flächenschonendem und bezahlbarem Wohnraum erstmalig auch in Kierspe ermöglicht wird. Das ist unsere Chance!“

Jetzt müsse man zunächst aber die weitere Entwicklung abwarten. „Der Rat verweist unseren Antrag wahrscheinlich in den Ausschuss für Stadtentwicklung, Planung und Wirtschaft“, sagt Schröder. Nach der grundsätzlichen Prüfung durch die Verwaltung müsse man dann Kontakt mit dem Johanneswerk aufnehmen. „Aber wer weiß, vielleicht findet das Johanneswerk die Idee ja auch sehr gut und möchte das Vorhaben selbst realisieren“, so Peter Christian Schröder. Der Freien Wählergemeinschaft sei es im Prinzip egal, wie das innovative Projekt Wirklichkeit wird. Und wer weiß, vielleicht gibt es zukünftig eine eine schöne Studentenkneipe am Bahnhof...

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