„Nicht eine Straße gegen die andere ausspielen“

So sehen die Freien Wähler die Nordumgehung – und damit sehen sie mehr Belastungen für die Kölner Straße und keine Entlastung für die Anwohner des Baugebiets Östlich Rathaus.

Kierspe  - „Die Verwaltung jubelt und die Mehrheitsfraktionen im Rathaus auch: Endlich ist die Nordumgehung im Entwurf des Bundesverkehrswegeplanes 2030 ausgewiesen und auch noch mit vordringlicher Priorität. Man scheint auf der Siegerstraße zu sein. Doch der Schein trügt: Die Nordumgehung ist nicht die alleinseligmachende Lösung der Verkehrsprobleme Kierspes. Die Nachteile überwiegen sogar die Vorteile bei weitem. Doch davon wollen Bürgermeister und Ratsfraktionen – bis auf die Grünen und uns – nichts wissen“, bringt der Partei- und Fraktionsvorsitzender Peter Christian Schröder die Haltung der Freien Wähler auf den Punkt.

Der stellvertretende Fraktionsvorsitzende Martin Schlüchting ergänzt: „Gut für die Friedrich-Ebert-Straße, aber schlecht für die Kölner Straße. Das ist das Fazit zum aktuellen Planungsstand im Bundesverkehrswegeplan. Sollte es tatsächlich so kommen, wäre die Friedrich-Ebert-Straße fein raus, denn ab Handweiser würden die Lastwagen nicht mehr durch die Eierkurven und die enge Dorfstraße sondern zur Volmestraße geführt. Umso schlechter stünde es aber dann für die Kölner Straße, denn mit der Beförderung der Nordumgehung zur Bundesstraße wäre diese Strecke dann keine Nebenstrecke mehr, sondern die offizielle Verbindung von der B 229 zur A 45. Das bedeutet wesentlich mehr Verkehr als jetzt und vor allem bedeutet das für die Kölner Straße, dass alle Lkw, die zum Einkaufszentrum Wildenkuhlen oder ins Gewerbegebiet wollen, zunächst zur Volmestraße absteigen müssen und über die Kölner Straße wieder hinaufsteigen müssen.“

Für die Meinerzhagener würde das bedeuten, dass alle Bemühungen, den Verkehr von der Oststraße (B 54) auf die Südumgehung zu verlegen ad absurdum geführt würden, denn es würde deutlich mehr Verkehr auf die B 54 geführt, merken die beiden Politiker an.

„Für uns Kiersper gibt es noch weitere Probleme: die Ortsumgehung wird nicht mehr ortsnah und auch kein „Lausebergaufstieg“ mehr sein. Der Startpunkt an der B 54 wird erheblich Richtung Sankel verschoben, der Zielpunkt ist der Handweiser. Das bedeutet, dass das gesamte Baugebiet Östlich Rathaus nicht an diese nun ortsferne Straße angeschlossen werden kann. Das bedeutet weiter, dass die neuen Teilbereiche des Baugebiets auch über Montigny-Allee und Haunerbusch angeschlossen werden, wie das ja schon für Teil II fest geplant ist“, erklärt FWG-Mitglied Vera Maiwurm.

Schröder: „Ich möchte noch einmal ganz klar sagen, dass wir nicht grundsätzlich gegen eine Ortsumgehung sind, aber dafür sind wir nur, wenn Friedrich-Ebert- und Kölner Straße entlastet und nicht gegeneinander ausgespielt werden.“

Er fordert die Kiersper auf, am Beteiligungsverfahren mitzuwirken: „Das geht am besten über die Webseite www.bvwp2030. Sollte Hilfe benötigt werden, stehen die Freien Wähler zur Verfügung.“

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