Bedenken gegen Rettungszentrum

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Peter Christian Schröder.

Kierspe - „So lange die Feuerwehr vor Ort nicht so ausgerüstet und versorgt ist, wie es sein müsste, so lange brauchen wir auch keinen Glaspalast in Iserlohn“, Martin Schlüchting, stellvertretender Fraktionsvorsitzender der Freien Wähler, wählt drastische Worte, um die Haltung seiner Partei zu dem geplanten Neubau eines Feuerschutz- und Rettungsdienstzentrums in Iserlohn klarzustellen.

Von Johannes Becker

Hintergrund sind Überlegungen des Märkischen Kreises ein neues Feuerschutz- und Rettungsdienstzentrum auf dem Gelände zu errichten, das von der Kommunalen Datenverarbeitungszentrale (KDVZ) im Jahr 2015 geräumt wird, da dieser Dienstleitungsbetrieb mit der entsprechenden Einrichtung im Kreis Siegen-Wittgenstein fusioniert. In dem neuen Zentrum sollen die Atemschutzgeräte des Feuerwehren gewartet werden, außerdem soll dort die Kontrolle und Trocknung der Schläuche erfolgen. Also Arbeiten, die auch bisher schon in Iserlohn erledigt wurden. Außerdem sollen großzügige Ausbildungsmöglichkeiten für alle Wehren des Kreises in Iserlohn entstehen. (Siehe auch Bericht auf der Kreisseite.)

Nach einer Vorlage, die dem Kreistag präsentiert wird, sollen die Kosten je nach Planung zwischen 18,5 und 25 Millionen Euro betragen. „Wir sind als Kommune im Grunde schon mit dem Neubau eines dringend benötigten Gerätehauses finanziell überfordert und sollen dann mindestens mehrere Hunderttausend Euro über die Kreisumlage für ein solches Zentrum aufbringen. Noch dazu, wo die Wehrleute aus dem Süden mit dem Standort ganz und gar nicht einverstanden sind. Wenn denn wirklich ein solches Gebäude benötigt wird, dann wäre wohl eher des Gewerbegebiet in Rosmart zwischen Altena, Werdohl und Lüdenscheid geeignet. Dann würden sich auch die Fahrtzeiten in Grenzen halten. Müssen unsere Freiwilligen nach Iserlohn, dann dauert das mit den schweren und zum Teil schwach motorisierten Fahrzeugen mehr als eine Stunde, das ist Menschen, die in ihrer Freizeit Dienst tun, kaum zuzumuten“, so Peter Christian Schröder, Fraktionsvorsitzender der Freien Wähler.

Martin Schlüchting regt sich aber nicht nur über die Kosten und den Standort auf, sondern auch über die Informationspolitik des Kreises: „Bislang wurden die Städte über die Pläne nicht informiert und unsere vier Kreistagsabgeordneten Dieter Grafe (UWG), Hermann Reyher (Grüne), Ulrich Duffe (SPD und Horst Becker (CDU) haben es nicht für nötig gehalten, den Rat oder die Verwaltung über dieses Millionen-Projekt in Kenntnis zu setzen. Nach unseren Informationen ist noch nicht einmal mit den Wehren in den einzelnen Städten gesprochen worden.

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