Stadt stellt Kataster im Juni vor

Freie Wähler kümmern sich weiter um Banksanierungen

Im Bereich des Arney hat die Stadt Kierspe nicht nur eine neue Bank aufgestellt, sondern auch eines der Waldsofas, die den Wanderern ganz neue Ruhemöglichkeiten geben sollen.
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Im Bereich des Arney hat die Stadt Kierspe nicht nur eine neue Bank aufgestellt, sondern auch eines der Waldsofas, die den Wanderern ganz neue Ruhemöglichkeiten geben sollen.

Selten waren Ruhebänke so wichtig wie jetzt. Gerade in der Corona-Pandemie laden diese ein, um mit Abstand und an der frischen Luft einen Plausch zu halten – ohne die große Gefahr einer Ansteckung.

Kierspe - Doch auch unabhängig von Pandemien werden Bänke von Wanderern und Ausflüglern gerne genutzt, um Entspannung zu suchen und die Seele baumeln zu lassen. Da war es sicher keine schlechte Idee der Freien Wähler einige der in die Jahre gekommenen Bänke zu reparieren, Bretter auszutauschen oder ihnen einen frischen Anstrich zu verpassen.

Vor allem der damalige FWG-Bürgermeister-Kandidat Jörg Hentschel nutzte den Wahlkampf, um den Wanderern Gutes zu tun und so auf sich aufmerksam zu machen. Aber auch andere FWG-Mitglieder zogen – bewaffnet mit Werkzeug und Farbeimern – los, um sich der Sitzgelegenheiten anzunehmen.

Bei einer Grillaktion am Waschpark, die ebenfalls dem Wahlkampf der FWG diente, spendete ein Kiersper den Freien Wählern dann Geld, von dem diese eine Bank kaufen und aufstellen sollten. „Doch bevor es dazu kam, hat die Stadt nicht nur die Aufstellung einer neuen Bank verhindert, sondern auch unsere Reparaturaktion beendet“, erzählt FWG-Mitglied Georg Würth. Dieses sei mit dem Hinweis auf die Verkehrssicherungspflicht geschehen, so Würth weiter.

Denn gerade im Wald muss nicht nur dafür gesorgt sein, dass der Spaziergänger oder Wanderer gut sitzt, sondern auch, dass ihm keine Äste auf den Kopf fallen. Verantwortlich dafür ist letztlich derjenige, der die Bank aufstellt – und wohl auch der, der sie saniert.

„Wir würden sofort weitermachen. Auch Jörg Hentschel hat zugesagt, weitere Bänke zu reparieren. Viele Kiersper fragen auch, wann es weitergeht – und der Spender, wann wir seine Bank aufstellen werden“, sagt Georg Würth, der aber auch klar macht, dass das erst geschehen werde, wenn geklärt sei, wie mit der Verkehrssicherungspflicht umgegangen werden müsse und wer für Schäden haftet, sollte jemand durch herabfallende Äste oder umstürzende Bäume verletzt werden.

Wir wollen ja nicht gegen die Stadt arbeiten, sondern mit der Stadt zusammen.

Georg Würth, FWG

Eine zentrale Rolle bei all diesen Überlegungen spielt ein sogenanntes Bank-Kataster, das nach Informationen der Freien Wähler bei der Stadt vorliegen würde. „Wir haben schon mehrfach nach diesem Kataster gefragt, es aber nie bekommen“, sagt der FWG-Politiker.

Man wisse deshalb auch nicht, wie vollständig dieses sei. Das Kataster würde nicht nur beim Aufspüren eventuell sanierungsbedürftiger Bänke helfen, sondern auch bei der Suche nach Standorten, an denen weitere Sitzgelegenheiten aufgestellt werden könnten. „Wir wollen ja nicht gegen die Stadt arbeiten, sondern mit der Stadt zusammen“, so Würth, der sagt, dass die FWG im vergangenen Jahr rund 15 Bänke saniert hätte. Die Standorte dieser Ruheorte habe man auch an die Stadt gemeldet, damit diese in das Kataster eingetragen werden könnten.

Von der Vollständigkeit der Angaben ist Dorette Vormann-Berg, Sachgebietsleiterin Allgemeine Verwaltung bei der Stadtverwaltung allerdings noch nicht so ganz überzeugt. „Wir werden aber noch mal auf die Freien Wähler zugehen, um zu sehen, ob alle Daten bei uns vorliegen. Danach wird es dann erstmals ein vollständiges Kataster geben, das wir dann im Hauptausschuss am 8. Juni vorstellen“, sagt die Sachgebietsleiterin.

Die beiden FWG-Politiker Georg Würth (links) und Nico Howorka möchten weitere Bänke auf dem Kiersper Stadtgebiet sanieren – aber erst, wenn die Verkehrssicherungspflicht geklärt ist.

Sie macht im Gespräch mit der Meinerzhagener Zeitung aber auch noch einmal klar, dass derjenige, der eine Bank aufstelle, auch für die Verkehrssicherungspflicht verantwortlich sei.

Nach ihren Angaben hat die Stadt selbst die meisten Bänke aufgestellt. Vormann-Berg: „Das sind so zwei Drittel. Die anderen Bänke sind meist vom SGV aufgestellt worden. Und dann gibt es noch einzelne Bänke, die von Privatpersonen installiert wurden, etwa vom Strandbadverein.“ Die Zahl der Bänke auf Kiersper Stadtgebiet liegt nach Angaben der Verwaltung zwischen 80 und 90.

Einige neue Sitz- und sogar Liegemöglichkeiten hat die Stadt erst vor kurzem aufgestellt. So gibt es mittlerweile neben den klassischen Bänken auch einige Waldsofas, die deutlich mehr Komfort bieten.

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