FWG-Kritik: „Sehr unsoziale Entscheidung“

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Peter Christian Schröder kritisiert die Zusammenlegung von Sozial- und Ordnungsamt.

KIERSPE - „Ich halte die Zusammenlegung von Sozial- und Ordnungsamt für einen gravierenden Fehler. Das ist das ganz falsche Zeichen in einer Stadt, deren Pro-Kopf-Einkommen deutlich unter dem der Nachbarstadt Meinerzhagen liegt und für die Armut ein dringliches Thema ist“, erklärt Peter Christian Schröder, Vorsitzender der Freien Wähler.

Von Johannes Becker

Die Stadtverwaltung plant, in Zukunft die beiden Sachgebiete unter der Leitung von Wolfgang Plate führen zu lassen

Martin Schlüchting, stellvertretender Fraktionsvorsitzender der Kiersper Wählergemeinschaft ergänzt: „Es ist doch nicht so, als ob Rita Kattwinkel mit der Führung des Sozialamtes nicht ausgelastet gewesen wäre. Und es ist auch nicht mein Eindruck, dass bei Wolfgang Plate im Ordnungsamt noch viele Kapazitäten frei sind. Noch dazu, wenn man bedenkt, das die Aufgaben in beiden Bereichen deutlich zunehmen. Das zeigt sich im sozialen Umfeld ja bereits an dem ,starken Wachstum’ bei Hand in Hand, von der Dunkelziffer der Menschen, die sich dort nicht melden, ganz zu schweigen.“

Als Schlag ins Gesicht der Bedürftigen klassifiziert Schröder das Vorgehen und verweist auf die zahlreichen Aufgaben, die beim Sozialamt angesiedelt sind. Auszugsweise nennt er: Hilfen zum Lebensunterhalt, Asylantragsteller, Integration in seiner ganzen Ausdehnung, Jugendzentren, Kindergärten, Ferienspiele, Kooperation mit der Drogenberatung, Wohngeld, Sozial- und Rentenversicherung, Schuldnerberatung, Eingliederungshilfen sowie die Zusammenarbeit mit anderen Behörden wie Arbeitsagentur, Jobcenter, Landschaftsverband und Jugendamt des Kreises.

Martin Schlüchting kritisiert den Bürgermeister.

Kritik üben die beiden Politiker auch an der Entscheidung, das Arbeitsfeld Demografie bei einer Sachbearbeiterin des „Bauamtes“ anzusiedeln. „Dort sind die Mitarbeiter bereits jetzt an ihrer Belastungsgrenze“, so Schlüchting – und Schröder nutzt seine Ausführungen zu einem direkten Angriff auf Frank Emde: „Der Bürgermeister hat eine sehr unsoziale Entscheidung getroffen.“ Schlüchting legt nach mit: „So etwas kann nur jemand machen, der ausschließlich Verwaltungsfachmann ist und seine Prioritäten in keiner Weise auf politische Gestaltung setzt.“

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