„Wir brauchen ein Leitbild“

Martin Schlüchting und Peter Christian Schröder von den Freien Wählern fordern ein neues Leitbild für Kierpe.

KIERSPE ▪ „Mir kommt es so vor, als habe die CDU in Kierspe den Bus verpasst. Die Partei hat seit Jahren gemeinsam mit dem sogenannten bürgerlichen Block die Gestaltungsmehrheit in Kierspe.

Doch genutzt wird diese in keiner Weise. Da verwundert die Rede des neuen Vorsitzenden Holger Scheel, der die Dringlichkeit der Ortsumgehung, die Ausweitung von Baugebieten für Privathäuser und die Ausweisung von Gewerbeflächen fordert“, erklärt Peter Christian Schröder, Vorsitzender und Fraktionsvorsitzender der Freien Wähler Kierspe. Und der stellvertretende Fraktionsvorsitzende Martin Schlüchting ergänzt: „Wir brauchen in Kierspe keine Politik, die einzelne Projekte isoliert betrachtet, sondern eine Stadtentwicklung, die den Namen auch verdient. Mit Stadtentwicklung meine ich dabei, die Entwicklung eines Leitbildes, das alle Faktoren, die auf Kierspe einwirken, berücksichtigt. Sinnlos ist es aber auf jeden Fall, rund 50 Jahre alte Planungen umsetzen zu wollen, ohne deren Wirkung in einem Gesamtkonzept zu überprüfen.“

Um zu verdeutlichen, wo überall Probleme auftauchen, nennt Schröder Beispiele: „Aufgrund des demografischen Wandels wird in wenigen Jahren wohl eine Grundschule geschlossen werden, doch darüber spricht niemand. Und während über neue Baugebiete gesprochen wird, sinken die Immobilienpreise immer weiter. Es ist damit zu rechnen, dass in den Ortschaften auf Kiersper Stadtgebiet immer mehr Gebäude leer stehen werden. Außerdem haben wir allein im Stadtgebiet mehr als 200 Baulücken, die bebaut werden könnten.“ Wenn sich wirklich mal etwas bewege, das über die Umsetzung oder Planung von Einzelprojekten hinausgehe, dann nur, weil es von außen angestoßen werde. Als Beispiel nennen die beiden Kommunalpolitiker die Regionale. Schlüchting: „Ohne die Regionale würde niemand über eine freizeitorientierte Nutzung des Volmetals sprechen oder ein Kulturquartier. Als wir vor vier Jahren etwas Ähnliches vorgeschlagen haben, sind wir ausgelacht worden.“

„Wenn man anfangen würde, sich über das Große und Ganze Gedanken zu machen, könnten die Kiersper einbezogen werden, genauso wie Fachleute, die sich mit solchen Konzepten auskennen. Doch in Kierspe ist es üblich, die Bürger nur zu fragen, wenn sie unmittelbar betroffen sind. Deshalb wünschen wir uns jetzt eine Aufnahme des Ist-Zustandes und ein Konzept, das sich daraus entwickeln lässt. Für die Arbeit im politischen Raum wäre es wünschenswert, wenn die Parteien im Interesse Kierspes zusammenfänden, um einen Weg zu finden, die wahrlich großen Herausforderungen, vor denen Kierspe, steht, gemeinsam zu bewältigen“, so Schröder abschließend. ▪ Johannes Becker

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