Frauen: Wehrhaft gegen Gewalt

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Auf Plakaten schrieben die Frauen ihre Ideen für die kommenden Aktionen nieder.

Kierspe – „Maria 2.0“ heißt eine Initiative von Frauen, die in der Heilig-Kreuz-Gemeinde in Münster ihren Anfang genommen hat. Inhalt ist, sich gegen Missbrauch, Gewalt und die Ausgrenzung von Frauen in der katholischen Kirche zu wehren.

Dabei wollen die Frauen sich aktiv für die Neugestaltung der Kirche einsetzen und planen eine Aktionswoche vom 11. bis zum 18. Mai.

Auch in der katholischen Pfarrei St. Maria Immaculata mit Kierspe, Meinerzhagen und Valbert ist dieser Aufruf gehört worden. Zu einer ersten Runde trafen sich 16 Frauen aus diesen drei Gemeinden im Kiersper Gemeindehaus. Nach Münster fahren wollen die Frauen nicht, da waren sie sich schnell einig. Doch vor Ort Aktionen durchführen, das wollen sie schon. Zuerst suchten sie in großer Runde nach Vorschlägen, was sich als etwas schwierig herausstellte. Darauf war Claudia Koll vorbereitet. Sie hatte auf drei großen Plakaten Fragen vorgegeben, die nun in Kleingruppen beantwortet werden sollten. „Wie können wir auf die Aktion aufmerksam machen?“, „Welche alternativen Veranstaltungen sind möglich?“ und „Wie wollen wir einen Wortgottesdienst veranstalten?“ waren die drei Themen, zu denen sich die Frauen äußern sollten. Schnell flossen ihre Ideen aufs Papier. So kam der Vorschlag, auf dem Rewe-Parkplatz einen Tisch aufzubauen und über das Anliegen zu informieren. Auch wurde angeregt, das Gemeindemitglied Anna Brandt, die derzeit Theologie studiert, einen Vortrag über das Frauenpriestertum halten zu lassen. Ferner wurde vorgeschlagen, dass die Akteurinnen in einer Messe über ihr Anliegen informieren oder einen Wortgottesdienst gestalten. Welche Vorschläge letztendlich realisiert werden, das soll in einem weiteren Treffen besprochen werden.

„Wir wollen Solidarität mit den Münsteranern Frauen zeigen“, so Claudia Koll. „Ich möchte schon, dass wir Frauen rebellisch sind, doch wir wollen nichts kaputt machen oder jemanden verletzen. Die Kirche kann nicht so bleiben, wie sie ist.“

Den Frauen geht es um Veränderungen in der Amtskirche. Auch wenn die Geistlichen vor Ort zu ihr zählen, empfanden die Anwesenden jedoch das Miteinander mit ihnen als positiv. „Ich brauche nicht unbedingt eine Revolution, ein paar Reformen würden mir reichen“, brachte es Kerstin Busch-Engelbrecht auf den Punkt. Mit ihrer Aktion im Mai wollen die Frauen auf sich aufmerksam machen. Viele kleine Nebenämter haben sie, nur die Hauptämter bleiben ihnen verwehrt.

Zu einer weiteren Gesprächsrunde treffen sich an dem Thema interessierte Frauen und auch Männer am Mittwoch, 10. April, um 19 Uhr im Gemeindehaus am Glockenweg. Dann soll es in die konkrete Planung der Aktionen gehen.

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