Frauen feiern Weltgebetstag

KIERSPE ▪ Gottesdienstfeiern zum Weltgebetstag der Frauen sind in Kierspe gute Tradition. Zu verschiedenen Zeiten an unterschiedlichen Orten trafen sich drei Gruppen, um sich in die ökumenische Gebetsgemeinschaft christlicher Frauen weltweit einzureihen.

Den Auftakt machte am Nachmittag eine Gruppe in der Kirche St. Josef. Rund sechzig Frauen aus allen Kiersper Gemeinden waren gekommen, um gemeinsam zu beten, zu singen und zu feiern. Die Predigt hielt Ursula Schröder, musikalisch wurden die Frauen von Annette Gräfe unterstützt. Bei einem anschließenden Kaffeetrinken im Gemeindehaus saßen die Frauen noch längere Zeit zusammen, denn die gemeinsame Feier hat nicht nur einen religiösen, sondern auch einen sehr weltlichen Aspekt.

Der Veranstaltungsort wechselt jedes Jahr, die Vorbereitung liegt in der Hand ökumenisch zusammengesetzter Teams. Die Gruppen bereiten ihre Feier selbst vor, so dass jeder Gottesdienst etwas anders verläuft.

In Rönsahl war diesmal die Gemeinde St. Engelbert Gastgeber. Die Frauen saßen dicht gedrängt im schön geschmückten Saal des Pfarrheims. Mit viel Aufwand hatte das Vorbereitungsteam einen „malayischen“ Gottesdienstraum geschaffen, in dem nicht nur Bibel und Kreuz, sondern auch der Koran ihren Platz fanden. Denn Malaysia, das Land in dem in diesem Jahr die Gottesdienstordnung von Frauen erstellt wurde, ist ein überwiegend islamisches Land. In Rönsahl versuchten die Frauen deshalb, die Vielfalt des Inselstaates im südchinesischen Meer darzustellen.

Die Probleme der Frauen wurden im Gottesdienst thematisiert. Auf eine Predigt hatte das Vorbereitungsteam verzichtet, statt dessen gestalteten die Frauen das Gleichnis von der Witwe und dem ungerechten Richter aus dem Lukas-Evangelium.

Im letzten Gottesdienst an diesem Tag feierte eine kleinere Gruppe im Gemeindehaus St. Josef. Hier nahmen die Frauen die beiden Kernpunkte des Weltgebetstags – Gerechtigkeit und Solidarität – in den Blick und sahen sich am eigenen Wohnort um. „Was haben wir hier in Kierspe bewirkt?“ fragte eine Frau. „Was haben wir gemeinsam getan, um anderen zu helfen und unsere Gemeinschaft vorwärts zu bringen?“

Nach einigem Zögern fielen den Teilnehmern immer mehr Beispiele ein: Die ehrenamtliche Mitarbeit bei „Hand in Hand“, der gemeinsame Protest gegen die Errichtung einer Spielhalle, die Unterschriftenlisten von Amnesty International, die in vielen Gemeinden ausliegen – gemeinschaftliches Engagement trägt Früchte, das wurde bei der Kurzumfrage klar. Allein die Tatsache, dass der Weltgebetstag ökumenisch ausgerichtet ist, war für eine Frau schon Beweis für den Wert gemeinschaftlichen Handelns. „Dass Frauen aus der katholischen, evangelischen und Freien evangelischen Gemeinde zusammen beten – das war früher nicht so.“

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.
Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare