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Jazz-Trio bringt Gershwin (und andere) nach Rönsahl

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Von: Thomas Krumm

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Thilo Wagner (Klavier), Martin Gjakonovski (Kontrabass) und Thomas Cremer (Schlagzeug) vom Frankfurter Jazz-Trio
Drei großartige Musiker zu Gast in der Historischen Brennerei Rönsahl: Thilo Wagner (Klavier), Martin Gjakonovski (Kontrabass) und Thomas Cremer (Schlagzeug). © Krumm, Thomas

Jazz ist alles andere als altbacken. Jazz ist frisch, jugendlich - und inspirierend. Erst recht, wenn er von begnadeten Musikern gespielt wird. Wie jetzt in der Historischen Brennerei in Rönsahl.

Rönsahl - Schon sehr bald nach ihrer Entstehung wurden die Kompositionen George Gershwins auch von Jazzmusikern entdeckt und weiterentwickelt. Dabei entstanden einige der schönsten Klassiker des Jazz, wie das Frankfurter Jazz-Trio am Freitagabend bei seinem Auftritt in der Historischen Brennerei in Rönsahl deutlich machte: Das Programm „Hommage an George Gershwin“ präsentierte zur großen Freude des Publikums auch Werke anderer Musiker von Cole Porter über Oscar Peterson bis Frank Sinatra. Dazu kam auch eine Eigenkomposition des Pianisten Thilo Wagner, der in der Brennerei am Flügel saß.

Beim noch nicht allzu lange zurückliegenden Auftritt des Trios im Kulturbahnhof in Halver hatte Martin Sasse die Tasten gedrückt. Wegen eines anderen Engagements war er allerdings verhindert.

Besetzungsänderung am Flügel

Die gar nicht so kleine Besetzungsänderung änderte nichts an der Spielkultur und der mitreißenden Spielfreude des Trios: Thilo Wagners professionelles Zusammenspiel mit den beiden anderen Musikern und seine Improvisationslust ließen nichts zu wünschen übrig. Am Kontrabass stand der großartige Martin Gjakonovski. Am Schlagzeug saß der sehr jung gebliebene Thomas Cremer, der das Trio einst gegründet hatte.

Cremer führte auch wie üblich durch das Programm, das Perlen des Jazz versammelte: George Gershwins „But not for me“ und „Lady be good“ waren dabei – ebenso wie Cole Porters „All of you“. Dazu gab es ein paar Hinweise zur jüngeren Musikgeschichte: „Ich versuche zu demonstrieren, dass die frühe Jazzmusik aus der Marschmusik kam.“ Es war John Coltrane, der einst die Kunst des Jazz-Walzers auf ein ganz neues Niveau hob. Thomas Cremer bekannte sich zu dieser Tradition, bevor das Trio „Some day my prince will come“ im Dreivierteltakt erklingen ließ: „Ich bin ein großer Freund der Walzer.“

Für den Bassisten Sonny Rollins spielten Oscar Peterson und Ray Brown einst SFR, den „Song for Rollins“. Auch diese Komposition machte Freude an einem Abend, der allerbeste Werbung für den klassischen Jazz und seine immer noch jugendliche Frische war. Die Besucher bedankten sich mit intensivem Beifall, bevor die Musiker sich mit ihrer Zugabe verabschiedeten.

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