Kiersper Bürgermeister sieht keine Politikverdrossenheit

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Den Kontakt zu Bürgermeister Frank Emde können die Bürger per Telefon oder auch auf der Straße herstellen. Sogar über die Stadt-Homepage bekommt man einen Termin mit ihm. Doch letztendlich bevorzugt er das persönliche Gespräch.

Kierspe - Politikverdrossenheit oder Politikmüdigkeit, das sind Begriff, die üblicherweise kurz vor großen Wahlen kursieren. Doch ist der Bürger wirklich so müde und möchte nichts mehr mit den Entscheidern zu tun haben? Kierspes Bürgermeister Frank Emde findet darauf eine klare Antwort.

Auf die Frage, ob die Kiersper verdrossen gegenüber der „Obrigkeit“ sind, antwortet der Verwaltungschef mit einem klaren „Nein“. Verdrossenheit sei zwar ein weiter Begriff. Und es werde immer Menschen geben, denen eine Entscheidung missfällt, während andere wiederum diese gut finden. Doch eine generelle Ablehnung der politisch handelnden Personen in der Stadt habe er nicht feststellen können. 

Doch wie schafft es eine kleine Gruppe von Entscheidern im Namen vieler zu agieren? Frank Emde: „Es ist wichtig, dass man zu den Bürgern eine Ebene der Kommunikation findet.“ Als Beispiel fügt er die vor einiger Zeit stattgefundenen Anliegerversammlungen zum Thema Gewerbegebiet Meinenborn oder Östlich Rathaus an. Auch zum Lausebergaufstieg werde es in absehbarer Zeit ein solches Treffen geben. „Zwar kommen zu diesen Abenden meist nur die Menschen, die von einem Vorhaben irgendwelche Nachteile erwarten. Doch die Versammlungen sind immer gut besucht. Das wird auch in Zukunft so sein“, sagt der Bürgermeister. 

Auch bei anderen Gelegenheiten, etwa bei Einzelterminen, die jederzeit mit der Stadtspitze vereinbart werden können oder bei den regelmäßig angesetzten Bürgermeistersprechstunden versuche man die Befindlichkeiten der Bürger zu erfassen, erklärt Emde. Die häufigsten Themen sind dabei neben Beschwerden über Knöllchen Baumaßnahmen im Stadtgebiet – etwa an der Kölner Straße oder der Bundesstraße 54. 

Kierspes Bürgermeister Frank Emde.

Doch oft könne man nur als Vermittler auftreten, wenn zum Beispiel andere Behörden, etwa der Märkische Kreis oder der Landesbetrieb Straßen.NRW, die Verantwortlichen sind. Oft könne man nur auf die rechtlichen Rahmenbedingungen oder auf Gleichbehandlungsrichtlinien hinweisen. Wie weit die Vermittlertätigkeiten eines Bürgermeisters gehen können, hat Frank Emde bereits in der Vergangenheit erlebt. Um einem Flüchtling zu helfen, habe er sogar den Kontakt zu der entsprechenden Botschaft aufgenommen. 

Die Menschen, die den Bürgermeister um Rat oder Hilfe bieten, bilden einen Durchschnitt durch die Bevölkerung. Von jung bis alt, Männer und Frauen, vom Leiharbeiter bis zum Arzt sei alles vertreten. Vor allem auch der Kontakt zu heimischen Unternehmern sei ihm wichtig. Nicht nur im Rathaus, auch bei Ortsterminen nehmen die Kiersper Kontakt zu Frank Emde auf. „Wenn es gewünscht wird, dann fahre ich auch raus“, erklärt der Verwaltungschef, der nach eigenen Angaben gerne auch Termine bei Ehejubilaren oder bei runden Geburtstagen nutzt, um mit den Bürgern in Kontakt zu treten, aber auch bei öffentlichen Veranstaltungen. „Sogar beim Schützenfest wurde ich angesprochen.“ 

Zwar sei er bei der Kontaktaufnahme auf vielen Wegen unterwegs, doch sei er dabei eher konservativ eingestellt. Einen Bürgermeister-Chat kann sich das Stadtoberhaupt nicht vorstellen. „Ich bevorzuge das persönliche Gespräch. Ich möchte nicht mit Menschen anonym chatten, die sich im Internet hinter einem Pseudonym verstecken“, so Frank Emde.

Termin

Die nächste Sprechstunde mit Bürgermeister Frank Emde findet am Mittwoch, 20. September, statt. In der Zeit von 16 bis 17 Uhr können interessierte Bürger mit ihm im Zimmer 10 des Rathauses ins Gespräch kommen. Außerhalb der angegebenen Zeit können jederzeit Gesprächstermine mit dem Bürgermeister oder seinen Stellvertreterinnen vereinbart werden. Hiltrud Langemann und Carmen Geck nehmen unter Tel. 02359/661101 Terminwünsche entgegen.

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