Kommunalwahl 2020 in Kierspe

Wäre eine zweite Anbindung an die Abschnitte 3 und 4 Östlich Rathaus notwendig? Die Parteien antworten

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Vier Fragen stellte die MZ den für den Kiersper Stadtrat kandidierenden Parteien. Die zweite Frage lautet: Wäre eine zweite Anbindung für die Abschnitte 3 und 4 Östlich Rathaus zwingend erforderlich?

Hier die Antworten der Parteien:

CDU: "Baugebiet ist ein voller Erfolg"

Das Baugebiet „Östlich Rathaus“ ist ein voller Erfolg. Damit auch weiterhin junge Familien ihren Wunsch nach einem Eigenheim erfüllen können, wollen wir das bestehende Neubaugebiet maßvoll ausweiten und den Verkehrsfluss dabei verträglich gestalten. Dies kann nicht ausschließlich über die Anbindung Haunerbusch geschehen. Hier müssen Alternativen gesucht werden. Eine mögliche Anbindung über Bordinghausen wäre dabei zu prüfen.

SPD: "Verkehrliche Erschließung ist unzureichend"

Nach Meinung der SPD war die verkehrliche Erschließung des Wohnbaugebietes, insbesondere auch mit dem zweiten Bauabschnitt, unzureichend. Hier konnten die Planer als auch die Gutachter kein überzeugendes Konzept vorlegen. In dem als Grundlage dienenden Verkehrsgutachten wurden wesentliche Knotenpunkte (Haunerbusch/Friedrich-Ebert-Straße und Im Hofe/Kölner Straße) nur unzureichend beziehungsweise pauschal bewertend dargestellt. Die Anbindung Bordinghausen kommt für uns nicht in Frage.

UWG: "Bedarf an Wohnbauflächen besteht weiterhin"

Auch zukünftig muss Bauen in Kierspe möglich sein. Der Bedarf an Wohnbauflächen besteht weiterhin. Aber nicht nur Einfamilienhäuser, sondern auch der Mietwohnungsbau muss deutlich gefördert werden. Es kann nicht sein, dass junge Leute aus Kierspe wegziehen, weil sie keine bezahlbaren Mietwohnungen finden. Auch das seniorengerechte Wohnen muss sich weiter etablieren. Alt und Jung gehören zusammen. Dass das geht, sieht man deutlich im Bereich Östlich Rathaus. Das weitere Wachsen über die Abschnitte 3 und 4 ist sicher sinnvoll aber nicht ohne ein eigenes Verkehrsgutachten. Klar ist, dass der Knotenpunkt Haunerbusch/Friedrich-Ebert-Straße überlastetet ist. Es darf kein weiterer Verkehr über den vorderen Haunerbusch auf diesen Knotenpunkt geleitet werden. Hier bietet sich die Öffnung nach Bordinghausen an. Allerdings wird es mit der UWG-Kierspe keine Durchgangsstraße geben. Die Abschnitte 1 und 2 fließen über den Haunerbusch ab – die Abschnitte 3 und 4 würden dann über Bordinghausen erschlossen. Aber der Suchraum nach Flächen muss über die Gebiete Östlich Rathaus hinausgehen. In Rönsahl haben wir das geschafft. Ein gemeinsamer Antrag von UWG und SPD hat dazu geführt, dass im Dorfkern ein interessantes Baugebiet entsteht. Andere Flächen müssen weiterhin erschlossen werden.

Bündnis 90/Die Grünen: "Zweite Anbindung wäre nötig"

Wenn es zu einem Ausbau von Östlich Rathaus kommen sollte, wäre eine zweite Anbindung des Neubaugebiets zwingend nötig. Schon jetzt ist die Verkehrssituation in der Zuwegung zum bestehenden Neubaugebiet über die Straßen Im Hofe und Haunerbusch sehr schwierig. Der vom Sachverständigen vorausgesagte Begegnungsverkehr in der engen Straße Im Hofe wird schon jetzt überschritten, die Einfahrt vom Haunerbusch auf die Friedrich-Ebert-Straße ist mit langen Wartezeiten verbunden, also schon jetzt ein ungewünschter Zustand, ein weiterer Ausbau des Wohngebietes würde die Verkehrssituation nochmals verschlechtern. Auch aus diesem Grund lehnen Bündnis 90/Die Grünen einen weiteren Ausbau des Neubaugebietes Östlich Rathaus ab und werden den Bauabschnitten 3 und 4 nicht zustimmen.

FWG: "Zuallererst ein Management für Leerstände"

Laut Regionalplan hat Kierspe zu viel Flächen für neue Baugebiete ausgewiesen, sodass wir keine mehr benötigen. Östlich Rathaus 1 und 2 war bereits eine Mogelpackung. Es sollte alles an die neue Umgehungsstraße angebunden werden. Als das nicht klappte, wurde alles wider besseren Wissens an den Haunerbusch angebunden mit den entsprechenden Folgen. Wir werden keinem neuen Baugebiet zustimmen, sondern wollen zuallererst Baulücken schließen und ein Leerstandsmanagement für Kierspe!

FDP: "Abschnitte 3 und 4 schnellstmöglich in Angriff nehmen"

Wie schon beim Bauabschnitt Östlich Rathaus 2 sind wir als FDP Kierspe der Meinung, dass das Neubaugebiet Östlich Rathaus 3 und 4 schnellstmöglich in Angriff genommen werden sollte. Es gibt jetzt schon zahlreiche Nachfragen für ein zukünftiges Baugebiet. Niedrigenergie- und Nullenergie-Häuser für ein besseres Klima lassen sich häufig nur bei Neubauten umsetzen. Und nicht zuletzt steht die förderungswürdige Entwicklung zugunsten Mehrgenerationen-Häuser. Wichtig ist uns auch, dass die Kiersper Grundstücks- und Gewerbe-Entwicklungsgesellschaft die Vermarktung durchführen kann. Die weiteren zusätzlichen Gewinne, die hier erzielt werden können, sind für unseren Haushalt unverzichtbar. Wir stehen generell dazu, dass es bei Neubaugebieten zwingend notwendig ist, vor Baubeginn ein Verkehrsgutachten zu erstellen. Dieses Gutachten wird aufzeigen, ob sich eine Notwendigkeit für eine weitere Anbindung ergibt und wie diese verlaufen sollte. Diesem Gutachten wollen wir aber nicht vorgreifen. Es darf auch nicht außer Acht gelassen werden, dass die B 54n gemäß Bundesverkehrswegeplan kurzfristig umgesetzt werden soll. Diese Möglichkeit wird im Gutachten sicherlich Berücksichtigung finden.

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