So teuer ist das Sterben in Kierspe

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Der Trend geht deutlich zu einer Urnenbestattung in einem Kolumbarium. Fünf davon gibt es auf dem Kiersper Friedhof, eine sechste Anlage soll bald errichtet werden.

Kierspe - Wenn ein Mensch stirbt, haben die Hinterbliebenen weder Zeit noch Muße, sich über die verschiedenen Bestattungsmöglichkeiten und die damit verbundenen Kosten zu informieren. Dabei bietet die Stadt Kierspe auf ihren Friedhöfen am Büscherweg und in Rönsahl verschiedene Bestattungsmöglichkeiten an.

Der Trend gehe zwar zur Urnenbestattung, sagen Klaus Müller und Petra Biewald, in der Verwaltung für den Bereich Bestattungen zuständig. Sie mache mittlerweile rund 50 Prozent aus. Gleichwohl gibt es mehrere Möglichkeiten, einen Verstorbenen in einem Sarg beerdigen zu lassen.

Was kostet die Erstaufmachung?

Die Gebühr für die sogenannte Erstaufmachung, also das Ausheben und verschließen eines Grabes einschließlich später notwendiger Ausgleichsmaßnahmen, ist immer gleich: Sie beträgt einmalig 983 Euro. Für eine Urnenbestattung sind 343 Euro zu bezahlen. 

Wie hoch sind die Friedhofsunterhaltungsgebühren?

Ebenfalls zu den für alle Bestattungen identischen Kosten zählt die Friedhofsunterhaltungsgebühr, die 15 Euro im Jahr beträgt. Diese Gebühr für eine Grabstelle wird zwar häufig jährlich gezahlt, kann aber auch für die Dauer des Nutzungsrechts (25 oder 30 Jahre) eines Grabes „abgelöst“, also auf einmal bezahlt werden. „Einige machen davon auch Gebrauch“, weiß Petra Biewald. 

Was kostet das Nutzungsrecht eines anonymen Grabs?

Die Gebühr für das 25-jährige Nutzungsrecht eines anonymen Reihengrabs beträgt auf den beiden Kiersper Friedhöfen 768 Euro. „Es ist kein besuchbares Grab“, verdeutlicht Klaus Müller, dass dort weder Tafeln noch Grabsteine oder Ähnliches aufgestellt werden dürfen. Und dass die Pflege der Fläche von der Stadt übernommen wird. Eine Verlängerung des Nutzungsrechts gebe es ebenfalls nicht, fügt Biewald hinzu.

Wie hoch ist die Gebühr für ein Reihengrab? 

Für ein Reihengrab – das man sich auch nicht aussuchen kann – gilt ebenfalls eine Nutzungsdauer von 25 Jahren ohne Verlängerungsmöglichkeit. „Die Gräber werden der Reihe nach belegt und nach 25 Jahren können sie wieder neu belegt werden“, verdeutlicht die Verwaltungsangestellte. Die Kosten dafür betragen 168 Euro. Auch hier kommen, wie bereits genannt, die Gebühren für die Erstaufmachung und die Friedhofunterhaltungskosten hinzu.

Wie teuer ist ein Wahlgrab?

Natürlich gibt es auf den Friedhöfen auch die Möglichkeit, sich ein Grab auszusuchen, ein einzelnes oder auch zwei oder mehr nebeneinander. Das Nutzungsrecht kostet pro Grabstelle 612 Euro für 30 Jahre. Die Mindestruhezeit beträgt 25 Jahre, erst dann kann das Grab aufgegeben und neu vergeben beziehungsweise belegt werden. Die Besonderheit bei einem Wahlgrab: Es kann mit einem Sarg und zwei Urnen belegt werden. Da der Trend laut Müller in diesem Fall zum Doppelwahlgrab geht, bedeute dies, dass es mit zwei Särgen und vier Urnen belegt werden kann. Im Übrigen ist beim Wahlgrab eine Verlängerung der Nutzungsdauer möglich. Die Gebühren werden anteilig berechnet, für zehn Jahre zum Beispiel 204 Euro. Klaus Müller und Petra Biewald weisen in diesem Zusammenhang darauf hin, dass die Friedhofsgebühren in Kierspe seit 2008 stabil geblieben sind – „und dies auf einem recht niedrigen Niveau!“

Was ist die teuerste Grab-Variante?

Die höchsten Gebühren werden in Kierspe mit 2722 Euro für ein nicht-anonymes Rasengrab erhoben. Der Grund dafür: Die Stadt kümmert sich um Pflege, Grabeinfassung und Instandhaltung für 30 Jahre (ist verlängerbar), Der Nutzungsberechtigte muss sich lediglich um eine Grabplatte (mit Vorname, Name, Geburts- und Sterbedatum) kümmern. 

Warum geht der Trend zur Urnen-Bestattung?

Ein Grund dürfte sicherlich die geringe Gebühr von 153 Euro für ein Urnen-Wahlgrab sein, die für eine Nutzungsdauer von 20 Jahren – eine Verlängerung ist möglich – zu zahlen sind. Die Beisetzung in einem Kolumbarium, von denen es fünf Anlagen auf dem Kiersper Friedhof gibt, kostet 800 Euro und beinhaltet bereits die Bestattungskosten. Nur die Beschriftung der von der Stadt gestellten Platte muss der Nutzungsberechtigte tragen. Die Nachfrage sei so groß, dass man in diesem, spätestens im nächsten Jahr eine sechste Urnenkammer-Anlage bauen wird. Das bedeutet auch, dass eine Reservierung einer Urnenkammer nicht möglich ist – im Gegensatz zu den Erd-Wahlgräbern, für die es auf dem Friedhof genug Platz gibt. 

Welche weiteren Urnengräber gibt es?

Wie bei den Sargbestattungen gibt es auch hier das Urnen-Reihengrab, dessen nicht verlängerbares Nutzungsrecht für 20 Jahre 84 Euro kostet. Und wenn es anonym bleiben soll, ist eine Gebühr von 234 Euro für 20 Jahre zu zahlen. Auch hier gilt, dass nach zwei Jahrzehnten die Grabstelle neu belegt werden kann.

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