Nur in Bundesbank-Filialen möglich

Umtausch-Nachfrage sehr selten

Deutsche Mark Umtausch in Euro - DM - D-Mark
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Die ehemalige Währung der Bundesrepublik und im wieder vereinigten Deutschland gerät mehr und mehr in Vergessenheit, weil es immer weniger Geldscheine wie hier der 100-DM-Schein und Münzen gibt.

Die Deutsche Mark gerät mehr und mehr in Vergessenheit, obwohl nach Angaben der Deutschen Bundesbank Scheine im Nennwert von 5,77 Milliarden D-Mark und Münzen im Wert von 6,61 Milliarden D-Mark, insgesamt also 12,38 Milliarden D-Mark im Umlauf sind. 

Kierspe - Gleichwohl konnte (offiziell) nur in der Zeit vom 21. Juni 1948 bis 31. Dezember 2001 mit der ehemaligen deutschen Währung bezahlt werden.

Auf der anderen Seite kann man mit Pfennigen, Groschen oder dem „Heiermann“, wie das 5-DM-Stück von vielen bezeichnet wurde, nicht mehr viel anfangen, außer es in Euro und Cent umzutauschen – abgesehen von besonderen Händler-Aktionen, wo mit der Deutschen Mark bezahlt werden konnte. Was für das Hartgeld gilt, trifft auch aufs Papiergeld zu. Beides kann man allerdings nach wie vor umtauschen.

Wer also noch irgendwo einen alten Sparstrumpf oder -dose in seinem Haus entdecken sollte, kann daraus ein Zahlungsmittel in aktueller Währung machen. Dies war nach der Währungsumstellung zum 1. Januar 2002 über viele Jahre in der Sparkasse Kierspe-Meinerzhagen und der Volksbank Kierspe sowie allen anderen Geldinstituten möglich.

Kein Umtausch in Sparkasse und Volksbank

Dies hat sich aber vor einigen Jahren geändert: „Wir tauschen keine D-Mark mehr um“, erklärt Sina Berges von der Marketingabteilung der heimischen Sparkasse. Was letztlich darauf zurückzuführen ist, dass „die Nachfrage unglaublich selten geworden ist“. Maximal ein oder zwei Umtauschfragen gebe es vielleicht pro Jahr – und dies in allen Geschäftsstellen der Sparkasse, also auch in Meinerzhagen.

Von mehr Umtauschnachfragen kann Markus Born von der Volksbank berichten. Durchschnittlich etwa 15 Kunden würden sich nach der Umtauschmöglichkeit erkundigen. Über die Höhe der DM-Beträge, aus denen Euro und Cent werden soll, kann Born keine Angaben machen. Darüber sprächen die Kunden nicht, wenn sie an die Bundesbankfilialen verwiesen werden. Denn seit mehreren Jahren ist weder bei der Volksbank noch bei der Sparkasse ein Umtausch möglich. Vielmehr haben die Filialen der Deutschen Bundesbank (früher LZB, Landeszentralbank) diese Aufgabe gänzlich übernommen. Was durchaus einen gewissen Aufwand bedeutet, denn ein Geldumtausch muss bei einer der Bundesbank-Filialen angekündigt werden. Anschließend steht, besser gesagt, stand eine Fahrt nach Hagen Dortmund, Bochum oder Köln auf dem Programm.

Filiale in Hagen geschlossen

Doch die Filialen in Hagen, Essen, Düsseldorf, Bochum und die alte in Dortmund wurden vor wenigen Tagen, am 30. September, geschlossen. Die Bundesbank unterhält nun nur noch in Dortmund (neu gebaut), Köln und Bielefeld Zweigstellen. Daher bleibt es fraglich, ob sich für kleinere Beträge der Weg beispielsweise nach Dortmund oder Köln wirklich lohnt. Denn für 100 D-Mark gibt es von der LZB 51,13 Euro (siehe Kasten Wechselkurs) – zieht man davon die Kosten für Kontaktaufnahme mit der Bundesbankfiliale und Fahrt dorthin ab, bleibt wenig übrig. Da kann der Erinnerungswert eines 10- oder 20-DM-Scheins für den ein oder anderen durchaus höher sein.

Dies dürfte insbesondere auf die Münzen der ehemaligen deutschen Währung zutreffen, auch wenn diese ebenso wie das Papiergeld unbegrenzt gültig sind und umgetauscht werden können: Man benötigt viele Münzen, um bestimmte Beträge zusammen zu bekommen. Übrigens: Nicht angenommen werden Banknoten und Münzen, die vor 1948 herausgekommen sind, und die 2-DM-Münze mit dem Prägedatum 1951.

Die Alternative für einen Umtausch in Euro: DM-Banknoten und -Münzen können per Postversand zur Filiale in Mainz gesendet werden. Von dort wird der Eurobetrag aufs Konto überwiesen. Eine andere denkbare Alternative: Es könnte noch Sammler geben, die sich für den „Heiermann“ (5-DM-Stück), das silberne 50-Pfennig-Stück oder den grünen Groschen (10 Pfennig) oder die anderen DM- beziehungsweise Pfennigmünzen – es gab Münzen im Wert von 1, 2, 5, 10 sowie 50 Pfennig und im Wert von 1, 2 und 5 DM – interessieren.

Unbefristet und gebührenfrei tauschen

Möglicherweise auch für die Banknoten, die es ursprünglich als 5-, 10-, 20-, 50-, 100-, 500- und 1000-DM-Scheine gab. Beim zuletzt gültigen Papiergeld waren nicht nur neue Köpfe und Motive auf die Rückseiten auf die Scheine gekommen – der hier abgebildete 100-DM-Schein zeigt zum Beispiel die Pianistin und Komponistin Clara Schumann und einen Konzertflügel auf der Rückseite, vorher waren Sebastian Münster und ein Adler mit ausgebreiteten Schwingen abgebildet – , es wurde auch um den 200-DM-Schein erweitert. Doch gleich, ob alte oder neuere Banknoten oder Münzen in der Währung Deutsche Mark, sie können unbefristet und gebührenfrei in einer der Bundesbankfilialen umgetauscht werden.

Wechselkurs

Für den Umtausch der Deutschen Mark in Euro wurde bereits zum 1. Januar 1999 ein fixer Wechselkurs festgelegt: Danach beträgt der Wert von 1 Euro 1,95583 DM. Umgekehrt heißt dies, dass man für 1 DM 0,51129 Euro bekommt – für den hier abgebildeten 100-DM-Schein würde es 51,129 Euro (aufgerundet 51,13) geben.

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