Rechner ist virtuelle Dunkelkammer

Foto-Ausstellung von Frank Thomas Arnhold in Kierspe eröffnet

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Fotograf Frank Thomas Arnhold, hier im Gespräch mit Christa Meissner, musste viele Fragen beantworten.

Kierspe - In einer Welt farbgesättigter Fotografie setzt Frank Thomas Arnhold auf Schwarz-Weiß. Am Sonntag wurde eine Ausstellung in der Teestube der Freien evangelischen Gemeinde (FeG) Kierspe eröffnet, die eine kleine Auswahl seiner Arbeiten zeigt.

Mittlerweile seien rund drei Viertel seiner Bilder monochrom, schätzt er. War das in den Anfängen der Fotografie technisch nicht anders möglich, ist die Schwarz-Weiß-Fotografie inzwischen ein Stilmittel, das viele Fotografen bewusst einsetzen, um den Blick des Betrachters auf Bildaufbau und Kontraste zu lenken.

Auch die Ausstellung in der FeG will genau betrachtet werden, jedes einzelne Bild ist wohlinszeniert und erzählt seine eigene Geschichte. „Anton and Harry“ zum Beispiel zeigt die Makro-Aufnahme zweier Wirbel einer Zither im Großformat. Das sehr technisch anmutende Bild verbindet den Fotografen mit der Stadt Wien und verweist auf das musikalische Thema im Film „Der dritte Mann“, das Komponist Anton Karas für die Hauptfigur Harry Lime schrieb.

Frank Arnhold fotografiert seit 35 Jahren, nicht hauptberuflich, aber inzwischen professionell. Den Übergang von der analogen zur digitalen Fotografie empfand er als Bruch. Die neue Technik mochte er anfangs nicht mitmachen, sah sie dann aber doch als Chance. Der Rechner sei „eine virtuelle Dunkelkammer“, die Entwicklung eines Fotos biete größere Möglichkeiten. So nahm er auch die meisten Fotos der Ausstellung farbig auf, allerdings unter dem Aspekt ihrer späteren Umsetzung in Schwarz-Weiß.

Der Zeitaufwand für ein gelungenes Foto sei dabei extrem unterschiedlich. Für die Aufnahme eines Holzstegs auf Juist brauchte er volle zwei Tage; so lange dauerte es, bis er den perfekten Blickwinkel gefunden hatte. Das Bild eines Baumes auf der nebelverhangenen Nordhelle hatte er dagegen nach fünf Minuten „im Kasten“. „Ich war zur richtigen Zeit am richtigen Ort.“ Das Bild brachte ihm einen internationalen Preis ein.

Seine Wolkenbilder erinnern an Aquarellmalerei, das Bild der Ponte Dom Luisl, einer Brücke über den Douro zwischen Porto und Vila Nova de Gaia in Portugal, besticht durch ihre klaren Strukturen. Bis Ende September sind Arnholds Fotografien noch in der FeG zu sehen, jeweils zu Zeiten der Wochenveranstaltungen, weitere Besichtigungstermine können per E-Mail an aktuell@feg-kierspe.de vereinbart werden.

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