Stürmische Zeiten für Waldbesitzer

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Nahezu einmütig sprachen sich die rund 50 Anwesenden der FBG Kierspe-Rönsahl für ein gemeinsames Vorgehen bei der Neustrukturierung des künftigen Holzverkaufes aus.

Kierspe - Der Wind – und dies beileibe nicht nur der, der mit Orkan „Friederike“ die im vergangenen Frühjahr entstandenen immensen Schäden auch im hiesigen Bereich verursacht hat – bläst den heimischen Forstwirten nach wie vor kräftig ins Gesicht.

Der Wind – und dies beileibe nicht nur der, der mit Orkan „Friederike“ die im vergangenen Frühjahr entstandenen immensen Schäden auch im hiesigen Bereich verursacht hat – bläst den heimischen Forstwirten nach wie vor kräftig ins Gesicht. Das, jedenfalls, ließen die entsprechenden Tätigkeitsberichte von Vorstand und Verantwortungsträgern anlässlich der im Hotel Berkenbaum stattgefundenen Jahreshauptversammlung der Forstbetriebsgemeinschaft Kierspe-Rönsahl erkennen.

Denn, kaum dass das angefallene Sturmholz – zumindest zum größten Teil – mit entsprechenden Preiseinbußen vermarktet werden konnte, da verschlechterte sich die Situation auf dem Holzmarkt erneut in erheblichem Maße. Diesmal allerdings verursacht durch die extreme Trockenheit, die während des Sommers und bis weit in den Herbst in ganz Europa herrschte.

Bedingt durch den fehlenden Regen und die dadurch verursachte Abwehrschwäche der Bäume fielen große Teile des Nadelholzbestands dem Borkenkäfer zum Opfer. In erster Linie war die als „Brotbaum des Sauerlands“ bekannte Fichte betroffen. Das dadurch verursachte neuerliche und europaweite Überangebot auf dem Holzmarkt beeinflusste die Ertragslage auch der heimischen Holzwirte bis heute nachhaltig.

In Konsequenz dessen, so ließen das die im Laufe der Versammlung gegebenen Situationsberichte „zur Lage“ vermuten, scheint derzeit ein Holzeinschlag in „gesunde Bestände“ wenig ratsam. Speziell die Berichte des Kiersper Forstbetriebsbeamten Uwe Treff und des Forstamtsleiters Jörn Hevendehl bestätigten dies. Wie Treff bekannt gab, wagte sich die heimische Forstwirtschaft trotz der widrigen Witterung wiederum auch an Neuanpflanzungen, die zu einem Großteil auch anwuchsen.

Nämlich auf einer Gesamtfläche von 5,6 Hektar. Davon entfielen 3,9 Hektar auf Nadelholz (Fichte, Douglasie, Lärche) und 1,7 Hektar auf Laubholz. Der erfolgte Holzeinschlag mit insgesamt 4600 Festmetern bezog sich nahezu ausschließlich auf Kalamitätsholz (Sturmschaden, Borkenkäferbefall). Zudem wurden auch 800 Meter an Wegfläche gepflegt.

Über die mit dem Wechsel von der indirekten zur direkten Holzvermarktung auf die Forstwirtschaft zukommenden Veränderungen informierte FBG-Vorsitzender Bernd Stubenrauch.

In seinem Tätigkeitsbericht wies FBG-Vorsitzender Bernd Stubenrauch unter anderem auf die im Vorjahr erfolgte Neuauflage des neuen Forsteinrichtungswerkes hin. Zudem sprach er die intensiven und zwischenzeitlich erfolgversprechend eingeleiteten Bemühungen um klare Regelungen bei der zukünftigen Holzvermarktung an, bei denen auch der FBG-Vorstand maßgeblich mitgewirkt hat. Im Laufe des Abends sorgte eben dieses Thema für reichlich Gesprächsstoff.

Fakt ist nämlich, dass der bislang erfolgte Holzverkauf durch den Landesbetrieb Wald und Holz NRW Mitte dieses Jahres aufgrund Vorgaben der Politik eingestellt wird und entsprechend neu geregelt werden muss. Nach eingehender Diskussion der Sachlage sprachen sich die Forstwirte mit großer Mehrheit dafür aus, in der Vergangenheit bewährte Strukturen zu bewahren. Außerdem soll der private Holzverkauf auch künftig über die gemeinsame forstwirtschaftliche Vereinigung und die mittlerweile unter FWV Mark-Ruhr firmierende Vereinigung organisiert werden.

Näheres dazu wird auf einer weiteren im Laufe des Jahres stattfindenden Versammlung bekannt gegeben. Bliebe abschließend noch die einstimmig erfolgte Zustimmung des Kassenberichts, von Geschäftsführer Klaus Müller erstattet, zu erwähnen. Auch der vorgelegte neue Haushaltsplan wurde angenommen. Letzter Programmpunkt war die Wahl von Jan Finke zum Kassenprüfer in einer von vielen Detailfragen getragenen und harmonisch verlaufenen Sitzung.

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