Mehr Ertrag als geplant, ohne den Wert zu reduzieren

+
Gute Erträge hat der städtische Wald in diesem Jahr gebracht. Und auch die Planungen für das kommende Jahr sehen gute Gewinne vor.

Kierspe - 29 500 Euro wird der städtische Wald zum Haushalt des Jahres 2017 beitragen. Sicher im Gesamthaushalt eine bescheidene Zahl, doch auf der anderen Seite liefert der Wald diesen Ertrag ohne an Wert zu verlieren und mit der guten Aussicht, auch in den kommenden Jahren in ähnlicher Höhe zu „liefern“.

Seitdem Jörn Hevendehl den Waldwirtschaftsbericht im Ausschuss für Umwelt und Bauen vorstellt, werden die Politiker deutlich tiefer in die Vermarktung des städtischen Holzes einbezogen als früher. Auch damals lieferte das Lüdenscheider Forstamt alle relevanten Zahlen, jedoch längst nicht in der Ausführlichkeit, in der es Hevendehl tut. Der stellvertretende Forstamtsleiter erklärt genau, wie sich die Zahlen zusammensetzen, welche Maßnahmen zu welchem Ergebnis führen können und betont auch den Wert des Waldes, der nach seinen Worten weit über dem Ertrag aus dem Holzverkauf liegt. 

Nach den Ausführungen des Fachmanns war ursprünglich geplant, rund 350 Festmeter aus dem Wald zu entnehmen. Letztlich wurden es 650 Festmeter. Die Gründe dazu sind in der Situation zu suchen, die die zuständigen Förster vor Ort antrafen. So wurde der geplante Einschlag leicht erhöht auf 410 Festmeter. Durch den Käferbefall, der in diesem Jahr wohl stärker ausfiel als in Durchschnittsjahren, mussten noch 145 Festmeter zusätzlich entnommen werden. Weitere 98 Festmeter kamen aus einer sogenannten Laubholzläuterung, bei der eigentlich nur Pflegemaßnahmen anstehen. Insgesamt erwirtschaftete das beauftragte Unternehmen 86 Prozent mehr, als ursprünglich geplant. „Und das, ohne den Wert des Waldes zu mindern“, betonte Hevendehl. 

Der stellvertretende Forstamtsleiter betonte aber auch, dass man Glück gehabt habe, beispielsweise durch den Verkaufszeitpunkt. So habe man den größten Teil des Holzes im dritten Quartal auf den Markt gebracht. Zu diesem Zeitpunkt habe der Holzpreis seinen diesjährigen Höchststand erreicht. Auch habe sich das Käferholz zu einem Preis verkaufen lassen, der ansonsten für nichtgeschädigtes Holz gezahlt wird. 

Hevendehl teilte den Ausschussmitgliedern auch mit, dass der Reinertrag des Kiersper Stadtwaldes 178 Euro je Hektar betragen habe, im Landesdurchschnitt seien es lediglich 106 Euro. 

Der Vortrag des Forstfachmanns bestand aber nicht nur in dem Rückblick auf das nahezu abgeschlossene Jahr, sondern auch in einem Ausblick auf das kommende Jahr. Demnach sollen rund 445 Festmeter eingeschlagen werden, die dann einen Erlös von etwas mehr als 20 000 Euro erwarten lassen. 

Im kommenden Jahr wird es dann auch die Ergebnisse der sogenannten Forstinventur geben, die noch im Dezember dieses Jahres abgeschlossen werden soll. Bei dieser Inventur wird ermittelt, wie viele Bäume und welche Arten im Stadtwald stehen. Erledigt wird diese Inventur aber nicht nur für den Stadtwald, sondern für den gesamten Wald der Forstbetriebsgemeinschaft. 

Für die Waldbesitzer ist diese, alle zehn Jahre stattfindende Erhebung sehr wichtig, da nur dann Zuschüsse für Maßnahmen wie beispielsweise den Wegebau gezahlt werden, wenn die Zahlen vorliegen. 

Hevendehl war es wichtig zu betonen, dass die Forstbehörde bei der Vorstellung der Ergebnisse der Inventur nur Vorschläge mache, in die dann die Wünsche der Waldbesitzer eingearbeitet werden könnten. Dies soll im Frühjahr des nächsten Jahres stattfinden, der endgültige Plan liegt dann im Sommer vor. In diesem Zusammenhang erinnerte er daran, dass der Wert des Waldes sich auch aus der Erholung ergebe, den dieser den Menschen biete.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren: Auf come-on.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare

Ab dem 25.5.2018 gilt die Datenschutzgrundverordnung. Dazu haben wir unser Kommentarsystem geändert. Um kommentieren zu können, müssen Sie sich bei unserem Dienstleister DISQUS anmelden. Sollten Sie zuvor bereits ein Profil bei DISQUS angelegt haben, können Sie dieses weiter verwenden. Nutzer, die sich über den alten Portal-Login angemeldet haben, müssen sich bitte einmalig direkt bei DISQUS neu anmelden.