Forscher starten mit der Hülloch-Vermessung

Die Arbeiten finden nur im Schein der Helmlampen statt, aber daran sind die Höhlenforscher gewöhnt. Bewegungsfreiheit gibt es wegen der Größe der Gänge in diesem Teil ausreichend.

KIERSPE ▪ Die Erforschung der Kiersper Höhle geht weiter. Genauso auch die Suche nach der vermuteten großen Halle und weiteren Geheimnissen, die dem Hülloch womöglich noch entlockt werden können. Am Samstag fand wieder der erste Einstieg nach der Winterpause statt.

„Der harte Winter hat während der vergangenen Monate hat auch unsere Arbeit erschwert bis unmöglich gemacht“, berichtete Björn Wegen vom Höhlenforschungsteam der Speläo-Gruppe Sauerland, als er und seine Kollegen am vergangenen Samstag erstmals wieder ins Hülloch einstiegen. Unterstützung erfuhren die Experten, bei denen diesmal neben dem Vorsitzenden der Gruppe, Wolfgang Hänisch, noch Dagmar Stiller mit dabei war, zudem durch den Kiersper Georg Stephan, der sich als freiwillige Hilfskraft für das Höhlenforschungsprojekt gemeldet hat.

Am Samstag stand wissenschaftliche Grundlagenarbeit auf dem Programm, die nicht besonders spannend, aber trotzdem umso wichtiger war. Denn die begonnene Vermessung der Höhle soll am Ende ebenfalls Aufschluss darüber geben, wo nach dem Zugang zu der großen Halle, die bereits von der Erdoberfläche aus durch eine Tiefenbohrung lokalisiert worden ist, gesucht werden muss.

Die Arbeitsbedingungen in den Gängen, Spalten und Hohlräumen unter dem Arney sind aus Sicht von Hänisch aufgrund ihrer doch beträchtlichen Größe geradezu ideal, denn durch andere Höhlen müssen sich die Forscher oft kriechend oder sogar robbend hindurchzwängen. Wobei dann das Ablesen des Markscheiders, eines Hängekompasses, der unabhängig davon, wie er gehalten wird, immer in der Horizontalen bleibt, oder auch des Neigungsmessers schon einige Probleme machen kann. Der Speläo-Chef bezeichnete das Hülloch daher als „richtige Luxushöhle“.

Das Hülloch ist eine

„richtige Luxushöhle“

Mit einem großen Blatt Millimeterpapier und Stift ausgerüstet, fertigte er einen Lageplan an und trug alle gemessenen Angaben ein. Licht in der Dunkelheit spendete dabei nur der auf die braun bis grauen und immer feuchten Felswände fallende Schein der Helmlampen. Den Höhlenforschern stand neben dem Maßband zudem ein hochpräziser Laserdistanzmesser zur Verfügung. Die größten Ganghöhen liegen in diesem Bereich bei 1,80 Meter und die Breiten bei 3,50 Meter.

Am Samstag kamen die Forscher etwa 40 Meter weit bis zu dem Aufbruch, einem Schacht, der rund sieben Meter nach oben führt und in früherer Zeit einen weiteren Zugang gebildet haben muss, denn bekanntlich ist dort ein vermutlich sehr altes Hirschskelett gefunden worden, vielleicht von einem Urzeithirsch. Aufgrund der mit Schiefergestein durchsetzten aufgeweichten und schwammigen Wände besteht an dieser Stelle die Gefahr, dass die Wände abrutschen. „Wir werden den Aufbruch einmal vermessen und dann nie wieder hineinsteigen“, kündigte Hänisch die Planungen für die nächsten Arbeiten an. Außerdem soll dann auch über Tage vermessen werden, was mit einem Theodolit passiert. Das ist ein Winkelmessinstrument, wie es von Vermessungsingenieuren bei der Straßen- und Landvermessung verwandt wird. Und natürlich geht es tiefer in die Höhle hinein, wo dann die anderen bislang schon entdeckten Bereiche des neben- und übereinander liegenden Höhlensystems kartiert und erfasst werden.

Besuch bekamen die Forscher am Samstagmorgen ebenfalls, als Grundstückseigentümer Peter Feltens eine Gruppe von Geologen aus ganz Deutschland begrüßte, die sich auf dem Gelände umsahen und verschiedene Proben nahmen. Organisiert hatte die Exkursion zum Hülloch ein Geologe aus Bochum. Die weitesten Anfahrten hatten Teilnehmer aus dem Schwarzwald in Kauf genommen. Sie zeigten sich sehr interessiert und versprachen, demnächst wiederzukommen.

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