CDU und UWG fordern Rettungswagen für Kierspe

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Kierspe - Im Moment wird der Märkische Kreis seinen eigenen Ansprüchen nicht gerechnet. So hat der Kreis in seinem Rettungsdienstbedarfsplan festgelegt, dass bei einem Notfalleinsatz innerhalb von zwölf Minuten Hilfe vor Ort sein muss – und das in mindestens 90 Prozent aller Fälle.

Tatsächlich ergab eine Analyse des Kreises, dass dieses Ziel im Jahr 2013 lediglich in 85 Prozent der Fälle erreicht wurde. Ursächlich dafür ist sicher die immer stärker steigende Auslastung der bestehenden Rettungswagen und seiner Besatzungen. Daraus ergibt sich ein Bedarf an zusätzlichen Rettungsassistenten, die in den kommenden Jahren eingestellt werden sollen. „Da wollen wir jetzt die Voraussetzungen schaffen, damit wir nicht vergessen werden“, formuliert es Clemens Wieland, Vorsitzender der UWG.

Gemeinsamer Antrag an den Rat

Gemeinsam mit der Kiersper CDU stellen die Unabhängigen einen Antrag, nachdem der Rat den Bürgermeister beauftragen soll, mit dem Märkischen Kreis Kontakt aufzunehmen, um im Rahmen der Weiterentwicklung des Rettungsdienstbedarfsplans die Stationierung eines Rettungswagens während der Tagesstunden in Kierspe zu erreichen. Möglichst auf dem Gelände, auf dem das neue Feuerwehrgerätehaus entstehen soll. Jürgen Tofote, Fraktionsvorsitzender der CDU: „Wir müssen aufpassen, dass wir bei der Planung des neuen Gerätehauses nichts falsch machen und uns alle Möglichkeiten offen halten.“ Dieter Grafe, UWG-Fraktionsvorsitzender und Kreistagsabgeordneter, ergänzt: „Ich habe mit den Verantwortlichen beim Kreis gesprochen. Und diese möchten in die Planungen des neuen Gerätehauses in Kierspe einbezogen werden. Denn entscheidend ist, dass dort genug Platz zur Verfügung steht, damit dort eine neue Rettungswache angebaut werden kann, deren Besatzung dann auch die Infrastruktur des Gerätehauses nutzen kann.“

Rettungsdienstbedarfsplan muss zunächst fortgeschrieben werden

Zum Tragen kommt ein solcher Neubau nach Einschätzung der Kiersper Politiker erst nach der Fortschreibung des Rettungsdienstbedarfsplanes. Doch dann möchte man vorbereitet sein.

Ein Gebiet von 186,6 Kilometern

Sicher ein berechtigtes Anliegen, denn derzeit ist die Wache in Meinerzhagen mit ihren Helfern und zwei Rettungswagen für ein Gebiet von 186,6 Kilometern zuständig. Dieses reicht von der Listertalsperre bis nach Rönsahl oder Berkenbaum. Im Jahr 2013 wurden von dieser Wache aus 2426 Notfalleinsätze, und 957 Krankentransporte gefahren. Mittlerweile dauert ein durchschnittlicher Einsatz zur Notfallrettung, der von dieser Wache aus gefahren wird, 88 Minuten. Zum Vergleich: Im Bereich der Wache, die für Plettenberg und Herscheid zuständig ist, dauert ein solcher Einsatz nur 57 Minuten. Die halbe Stunde, die die Retter der Meinerzhagener Wache länger unterwegs sind, ist vor allem dem großen Gebiet geschuldet. „Das würde sich mit der Stationierung eines Wagens in Kierspe sicher spürbar ändern“, so Wieland.

Politik: Tagesstationierung ist ausreichend

Die Politiker sehen auch eine Stationierung während der Tagesstunden erstmal als ausreichend an, da in den Abend- und Nachtstunden die Helfer vor Ort für schnelle medizinische Hilfe in Kierspe sorgen würden.

"Einsatz der Ehrenamtlichen ist unverzichtbar"

„Selbstverständlich haben wir im Vorfeld mit diesen Ehrenamtlichen gesprochen und betonen, dass wir deren Angebot und ihren Einsatzwillen für unverzichtbar halten“, so Tofote abschließend.

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