Willkommen im Zeitalter von Onleihe und Digibib

+
Unverändert präsentierte sich der Vorstand des Fördervereins der Stadtbibliothek auch nach den Wahlen. ▪

KIERSPE ▪ Nicht nur um das Bestehen zahlreicher Bibliotheken sorgte sich der erste Vorsitzende des Fördervereins der Stadtbibliothek Hermann Reyher am Donnerstagabend bei dessen Jahreshauptversammlung, sondern auch um künftig fehlende fachliche Beratung.

„Erst kürzlich hat der Rat der Stadt Kierspe beschlossen, dass im Jahr 2020/21 der Büchereibetrieb nicht mehr mit hauptberuflich Beschäftigten, sondern mit Ehrenamtlichen laufen soll“, ließ Reyher die Mitglieder wissen. Kündigungen wird es dadurch glücklicherweise nicht geben, sind doch alle aktuellen Mitarbeiterinnen bis dahin doch bereits im Ruhestand.

Ungeachtet dieser Entwicklungen hat sich der Förderverein auch für dieses Jahr wieder einige Veranstaltungen und Neuerungen vorgenommen. „Auch wenn die Jahresgebühren für den Leseausweis von 12 auf 15 Euro gestiegen sind, können Hörbücher und Internet inzwischen gebührenfrei genutzt werden“, berichtete Büchereileiterin Sabine Köhnke. Nur den halben Beitrag zahlen Schüler, Studenten, Bundesfreiwilligendienstler oder Sozialhilfeempfänger.

Ausführlich berichtete Köhnke über die Vorteile der digitalen Bibliothek (Digibib). Wie acht weitere Städte in Südwestfalen gehört Kierspe inzwischen BibDiVerS an, das für „Bibliotheken – Digitaler Verbund Südwestfalen“ steht. „Mit einem gültigen Bibliotheksausweis haben Sie damit kostenlosen Zugriff auf Literatur, Informationen für Schule, Ausbildung, Studium, Beruf, Weiterbildung oder Hobby in lokalen und internationalen Bibliothekskatalogen, vielen Datenbanken, Munzinger-Fachlexika mit Fakten im Volltext oder dem Brockhaus-Allgemeinlexikon“, warb die Bibliotheksleiterin.

Beitreten möchte die Stadtbibliothek außerdem der Onleihe Hellweg Sauerland, die es bereits seit 2006 gibt. Die digitale visuelle Bibliothek (Divibib) ermöglicht den Büchereinutzern den Zugriff auf 18 000 Medien wie Bücher, Hörbücher, Musik, Filme, Zeitungen und Zeitschriften, die für eine bestimmte Zeit herunter geladen werden können – und das rund um die Uhr.

80 Prozent der Einführungskosten für die Onleihe werden vom Ministerium für Familie, Kinder, Jugend, Kultur und Sport des Landes Nordrhein-Westfalen gefördert. Eine Diskussion gab es unter den Mitgliedern darüber, dass für Neuanschaffungen und Wartungskosten weitere 3000 Euro jährlich fällig werden. Diese sollen nach Möglichkeit durch Sponsoren finanziert werden.

Einvernehmlich sprach sich die Versammlung auch in diesem Jahr für einen Sommerleseclub und einen Leseclub Junior für Grundschulkinder aus. Geplant ist außerdem die Teilnahme am lebendigen Adventskalender und die Neuauflage eines Lesefrühstücks mit der Geschichtenschmiede der Volkshochschule Volmetal. Seine Schatten voraus wirft bereits das 20-jährige Jubiläum des Fördervereins, das im Mai des kommenden Jahres groß gefeiert werden soll.

Einen erfreulichen Anstieg der Mitgliederzahlen auf nunmehr 84 Personen konnte Kassiererin Claudia Kuhfeld vermelden, der von Kassenprüfer Eberhard Decker eine tadellose Kassenführung bescheinigt wurde. Als zweite Vorstandsvorsitzende wurde Birgitta Negel-Täuber in ihrem Amt bestätigt, neuer Kassenprüfer ist Norbert Höhn.

Um Portokosten zu sparen, möchte der Förderverein Einladungen und Informationen künftig nur noch online verschicken. Darum bittet er alle Mitglieder bei der Stadtbibliothek ihre Email-Adresse anzugeben. ▪ msh

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare