Städtebau-Programm soll Fassaden-Tristesse Ende bereiten

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Sie stehen vor einem Gebäude, das ein Symbol für den Wandel der Kölner Straße sein soll: (von links) Sebastian Horstkötter vom Büro ASS, Jennifer Schinner, Mitarbeiterin der Frischholz & Cie. GmbH, Inhaber Thilo Frischholz, Malermeister Carsten Kiesewalter, ASS-Stadtplanerin Jutta Gruß-Rinck und Rainer Schürmann, Regionale-Beauftragter der Stadt Kierspe. - Foto: F. Zacharias

Kierspe - Sie ist sicher keine Vorzeigestraße in Kierspe – doch das soll sich ändern: Mit 390.000 Euro ist der Fördertopf für die Renovierung und Restaurierung von Immobilien an der Kölner Straße gefüllt.

Geld, das „keine Stadt so nötig hat wie Kierspe“, sagt Jutta Gruß-Rinck vom Stadtplanungsbüro ASS in Düsseldorf. Doch ein Ansturm auf die Mittel ist bislang nicht zu verzeichnen: 280.000 Euro warten noch auf Abruf.

„In Kierspe steht im Vergleich zu den übrigen Volmekommunen die höchste Summe für das Fassadenprogramm zur Verfügung“, betont die Stadtplanerin Gruß-Rinck die Sonderstellung des Bereichs Kölner Straße, in der das Geld investiert werden muss: Außerhalb dieses definierten Geltungsbereiches ist eine Förderung nicht möglich.

Von den Fassaden der insgesamt 70 Gebäude, die sich in diesem Bereich befinden, werden bislang nur sieben entsprechend gefördert. Und ist der Topf weiterhin gut gefüllt: mit immer noch rund 338.000 Euro, wie Jutta Gruß-Rinck jetzt im Rahmen einer Zwischenbilanz des Projekts im Quartiersbüro erklärte.

Die Zeit drängt: 2017 läuft das Förderprogramm aus. Wer seine Fassade nicht nur aus eigener Tasche finanzieren will, sollte also einen entsprechenden Antrag stellen. „Es wäre jammerschade, wenn wir das Geld nicht investieren könnten, weil zu wenige Anträge vorliegen“, sagt die Stadtplanerin, die sich über Positiv-Beispiele wie das Haus Nummer 26 freut, die zugleich stellvertretend für die Möglichkeiten des Fassadenprogramms stehen sollen: Eigentümer Thilo Frischholz hat das alte, graue Gemäuer in neuem Glanz erstrahlen lassen.

Aus tristem Grau machte Malermeister Carsten Kiesewalter ein kräftiges Rot, die Fenster wurden weiß akzentuiert, die Stuckarbeiten wurden fachmännisch von einem Experten restauriert. „Gott sei Dank haben wir mit diesem Gebäude direkt im unteren Eingangsbereich zur Kölner Straße ein Haus mit Portal-Charakter ins Programm aufnehmen können“, so Jutta Gruß-Rinck.

Und auch Eigentümer Thilo Frischholz, der sich freut sich über die insgesamt etwa 15.000 Euro, mit der sein Projekt gefördert wurde – dass seine Restaurierung letztlich nur zu 30 Prozent gefördert wurde, lag an den besonderen baulichen Merkmalen, die die ursprünglich geplanten Kosten explodieren ließen.

„Ansonsten hätten wir die 50-prozentige Förderung erreicht“, betont Frischholz. Diese Förderquote ist allerdings nur bei Gesamtkosten pro Quadratmeter von maximal 60 Euro möglich – ein Limit, das an der Kölner Straße 26 nicht eingehalten werden konnte. Realistisch sei dieser Quadratmeterpreis an anderen Fassaden aber durchaus, betonen sowohl Frischholz als auch Gruß-Rinck.

Bei der Antragsprüfung werden Gebäude unter Denkmalschutz sowie mit historischem Wert besonders priorisiert. Als weitere Kategorien werden „erhaltenswerte Gebäude“, „durch Rekonstruktion in ihrem stadtbildprägenden Erscheinungsbild wieder herstellbare Fassaden“ und „das Stadtbild beeinträchtigende Brandwände“ als besonders förderfähig genannt.

70 Prozent (273.000 Euro) der zur Verfügung stehenden Fördersumme stammen von der Städtebauförderung des Landes, den Rest stellt die Stadt Kierspe in ihrem Haushalt für das Fassadenprogramm zur Verfügung.

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