Fassadenprogramm läuft in diesem Jahr aus

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An der Kölner Straße könnten noch etliche Häuser einen neuen Anstrich gebrauchen. Bislang wurden lediglich zehn der 65 Gebäude zwischen Viadukt und ehemaligem Helit-Gebäude instand gesetzt.

Kierspe -   Wer die Kölner Straße entlanggeht, muss schon genau schauen, an welchen Stellen das Fassadenprogramm seine Wirkung entfaltet hat. Gerade einmal ein Sechstel der Gebäude, die in dem Bereich liegen, in dem die Förderung wirken könnte, wurden neu gestrichen und auch zum Teil umgestaltet. Jetzt nimmt die Stadtverwaltung noch einen Anlauf, weitere Hausbesitzer zu motivieren – am Geld werden weitere Anträge nicht scheitern.

„Solch eine Chance kommt nie wieder“, da ist sich Stadtplaner Rainer Schürmann sicher. Insgesamt standen für die Sanierung von Außenwänden, zu der die Rekonstruktion historischer Fassadenbilder, die künstlerische Gestaltung der Außenwände, der Austausch von Schaufenstern und die Erneuerung von Werbeanlagen gehört sowie für die Gestaltung von Freiflächen, beispielsweise das Entsiegeln des Bodens, 390 000 Euro zur Verfügung. Abgerufen wurden von erfolgreichen Antragstellern bis jetzt gerade einmal 43 000 Euro Fördermittel. Bislang wurden zehn Förderanträge gestellt und positiv beschieden, ein weiterer ist in der Bearbeitung. Nicht viel, wenn man bedenkt, dass es in dem förderungswürdigen Bereich zwischen dem Viadukt und dem ehemaligen Helit-Gebäude 65 Gebäude gibt, die 75 Eigentümern gehören.

„Wir hatten auf deutlich mehr Anträge gehofft“, gibt Schürmann unumwunden zu, gerade auch, weil nicht nur der Anstrich gefördert wird.

Da mit dem Geld, das aus Regionale-Mitteln stammt, auch keine anderen Arbeiten unterstützt werden dürfen, wird wohl ein großer Teil nicht abgerufen. „Es sei denn, es melden sich noch einige Anwohner“, erklärt der Stadtplaner.

Im Gespräch mit der Meinerzhagener Zeitung erklärt er auch noch einmal die Grundlagen der Förderung. Der Zuschuss beträgt demnach maximal 50 Prozent der förderfähigen Kosten bis zu einer Obergrenze von 60 Euro pro Quadratmeter. Damit liegt der maximale Zuschuss bei 30 Euro pro Quadratmeter. „Wichtig ist, dass die Eigentürmer das Angebot sorgfältig erstellen, denn höhere Kosten, die sich während der Maßnahme ergeben, werden nicht mehr berücksichtigt“, so Schürmann. Doch die Hausbesitzer werden in der Planungsphase nicht alleine gelassen. So erhalten diese, wenn gewünscht, eine Bauberatung durch ein Planungsbüro. Dort gibt es auch wertvolle Tipps zur Gestaltung eines Gebäudes, wenn beispielsweise nachträglich eingebaute Schaufenster oder Vorbauten wieder verschwinden sollen.

Allerdings wird die Zeit für die Hausbesitzer langsam knapp. Denn die Förderung läuft am 31. Dezember aus. Bis dahin müssen die Arbeiten auch ausgeführt sein. Schürmann: „Deshalb sollten die Anträge möglichst bis Ende März bei uns eingehen.“

Wir sehr sich ein solcher Umbau lohnen kann, wird an beiden Seiten des betroffenen Bereichs deutlich. So bot der Teil des Helit-Gebäudes, in dem heute eine Kfz-Werkstatt untergebracht ist, einen unschönen Anblick – heute sorgen frische Farbe und neue Fenster für ein gefälliges Bild. Gleiches gilt für das imposante Wohnhaus direkt hinter der Einfahrt zum Busbahnhof. Dort wurden Stuckarbeiten aufwändig erneuert und das Gebäude komplett gestrichen.

Aber auch viele Gebäude zwischen diesen beiden Häusern heben sich wohltuend von ihrem direkten Umfeld ab. Doch letztlich werden es Farbtupfer in einem gräulich blassen Viertel bleiben, wenn sich nicht noch weitere Anwohner zu Maßnahmen an den eigenen Gebäuden entscheiden.

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