Ausstellung: Kunst ist eine gemeinsame Sprache

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Den musikalischen Auftakt machte Ilir Mahmutaj am Akkordeon. Sein Sohn Alti übersetzte mit Hilfe von Fritz Schmid.

Kierspe - Die Ausstellung war so international wie ihr Titel: „Lichtblicke, Rays of Hope, Lueurs d’espoir“, in Anlehnung an das von der Unesco ausgerufene Jahr des Lichts. Organisiert hatten sie der Verein „Menschen helfen“, heimische Künstler und viele Flüchtlinge, eröffnet wurde sie am Sonntagnachmittag im Kreativzentrum an der Kölner Straße.

Günther Barth, zweiter Vorsitzender des Vereins „Menschen helfen“, zeichnete bei seiner Eröffnungsrede die Vorgeschichte der Ausstellung nach: Bekanntlich kümmert sich der Verein seit Ende des vergangenen Jahres intensiv um Flüchtlinge, die nach Kierspe kommen. Dabei stellte sich schon bald die Frage nach kulturellen und kreativen Angeboten, mit denen den Neuankömmlingen in ihrer schwierigen Situation geholfen werden könnte.

Ergebnis dieser Überlegungen waren mehrere Workshops, die Sabine Kramer und Christophe Bossu mit einer Gruppe Flüchtlinge anboten. Für die jungen Männer war der Umgang mit Pinsel, Farbe und Leinwand überwiegend eine neue Erfahrung, die ihnen aber die Möglichkeit gab, auf kreativem Weg eine Brücke von der Heimat nach Deutschland zu schlagen. Gleichzeitig kamen sie dadurch in Kontakt zu einheimischen Künstlern.

Kunst sei eben eine gemeinsame Sprache, meinte Sabine Kramer. Das vorgegebene Thema „Licht“ in seinem wörtlichen und symbolischen Gehalt war dabei eine gute Hilfe.

An der Ausstellung beteiligten sich auch weitere Mitglieder der Künstlergruppe „Kultur Pur“: Annette Gonserowski und Christophe Bossu waren mit Gedichten vertreten, Ilka Albrecht mit mehrere Fotografien und Foto-Collagen, Silvia Baukloh mit Porzellan-Puppen.

Die Zusammenstellung war ungewöhnlich, die Atmosphäre „liebevoll-familiär“ - so sah es zumindest Ilka Albrecht. Die positive Stimmung über den Tag hinaus zu nutzen, war auch Günther Barth ein Anliegen, er schlug den Bogen zur Regionale und zum Projekt der Aufwertung der Kölner Straße. Vielleicht entstehe hier in Zukunft „der ein oder andere kleine Basar, die ein oder andere kleine Schneiderei, die wir in Kierspe gut brauchen können.“ Kulturmanager David Babin hörte es mit Wohlgefallen. Sein Part an diesem Nachmittag bestand darin, eventuelle Kontakte zwischen Künstlern und Kaufinteressenten herzustellen.

Die Ausstellung ist noch einmal am Sonntag, 22. November, ab 15.30 Uhr zu sehen. An diesem Tag wird für 16.30 Uhr im Rahmen der Regionale zu einem Vortrag eingeladen: „Wie lässt sich eine neue Zuwanderungspolitik in Europa installieren?“ Referentin Birgit Ladwig-Tils ist Mitglied im Rednerdienst der EU-Kommission und stellt die Ausstellung damit in einen größeren, politischen Rahmen.

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