Die Treppe soll dem Lernen an der Kiersper Gesamtschule nicht im Wege stehen

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Seit zwei Jahren schafft die Rampe im Mensabereich eine deutliche Erleichterung bei der Überwindung der wenigen Stufen. Das Vorgängermodell war deutlich steiler und nur mit Hilfe zu überwinden.

Kierspe - Ein Sportunfall – und das Leben ist nicht mehr dasselbe. Treppen, die vorher mit einem Sprung genommen wurden, sind nun Herausforderung. Ist anstelle von einer Gehhilfe ein Rollstuhl erforderlich, werden ein paar Stufen gar zum unüberwindlichen Hindernis.

Auch an der Gesamtschule gibt es viele Treppen – und auch immer wieder Schüler und Lehrer mit Behinderung. Umbauten, technische Hilfen und viel Empathie ermöglichen den Besuch der Einrichtung. „Grundsätzlich nehmen wir jedes Kind mit einer körperlichen Behinderung auf“, sagt Stefan Müller, stellvertretender Schulleiter und damit für die Raumbelegung zuständig. Denn diese entscheidet letztlich über den Schulbesuch eines Kindes mit Behinderung. Wobei er betont, dass in den 13 Jahren, die er an der Schule tätig ist, nur vier Schüler auf einen Rollstuhl angewiesen waren.

Allerdings gebe es immer wieder mal Situationen durch Sportunfälle oder Operationen, die ein schnelles Umplanen notwendig gemacht hätten. „Das ist nicht immer schön, vor allem, wenn die Schüler ihren Klassenraum liebevoll geschmückt haben oder die Eltern gar beim Streichen geholfen haben. Doch letztlich ist es allemal besser, die ganze Klasse zieht ins Erdgeschoss als der Wechsel des betroffenen Kindes in eine andere Klasse, die dann leichter zu erreichen ist“, da ist sich Müller sicher.

Es sei gar nicht so lange her, da sei eine solche Planänderung erforderlich geworden. Die Notwendigkeit eines solchen Umzuges ist auch dem Alter des Gebäudes geschuldet. Als der B- und C-Turm geplant wurden, sollten zwei eigenständige Schulen entstehen.

Während der Bauphase fiel die Entscheidung zur Gesamtschule und damit auch für den Bau des A-Turms. Während die beiden erstgebauten Türme keinen Aufzug haben, verfügt der wenige Jahre jüngere Turm über diesen, der die Erreichbarkeit von Mensa, Fachräumen und Arbeitsbibliothek ermöglicht. Lediglich die Lehrküche ist nicht erreichbar. Egal von welcher Seite man sich dieser nähert, überall müssen Stufen überwunden werden.

Die bauliche Situation ermöglicht dort auch nicht den Einsatz vom Rampen. Eine solche ermöglicht aber die Überwindung der wenigen Stufen zwischen Untergeschoss und dem Niveau, auf dem sich die Mensa befindet. Noch vor drei Jahren war die Rampe recht steil und einfach auf die Treppenanlage aufgelegt. Mittlerweile hat die Stadt eine neue Rampe mit geringer Steigung eingebaut.

Die Schüler bekommen Schlüssel für Aufzug und Toilette

Im PZ befindet sich ebenfalls eine Rampe, wenn gleich sich Müller dort mittelfristig ebenfalls eine Erneuerung wünscht. Damit Aufzug und auch die Behindertentoiletten nicht ohne Grund genutzt werden, bekommen die Schüler entsprechende Schlüssel. Manchmal gehen diese auch an sogenannte Integrationshelfer, die den Schülern zur Seite stehen, wenn ein Schulbesuch ohne Hilfe nicht mehr möglich ist. In seltenen Fällen kommen gar Sonderpädagogen der Max-von-der-Grün-Schule aus Olpe, um Schüler zu unterstützen oder die Gesamtschullehrer zu unterweisen.

Schulleiter Johannes Heintges ist es wichtig, darauf hinzuweisen, dass die Behinderung eines Schülers nicht nur eine logistische Herausforderung ist: „In unserem Sanitätsraum steht für akute Fälle ein Rollstuhl bereit. Dieser wird aber auch im Unterricht eingesetzt, damit die Schüler lernen, was es heißt, mit einer Behinderung zu leben.“ Man habe in der Vergangenheit auch immer wieder Fachleute eingeladen, die im Unterricht das Altern und die Behinderung von Menschen zum Thema gemacht hätten – meist mit Hilfe spezieller Anzüge und Brillen, die ein Leben mit entsprechenden Beeinträchtigungen simulieren können.

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