Fischsterben durch Gülle im Haarhauser Bach

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Im Eimer wurden die toten Fische gesammelt. ▪

RÖNSAHL ▪ Vermutlich, so die Recherchen eines Außendienst-Mitarbeiters der Abteilung Gewässerschutz beim Märkischen Kreis, war ein Unfall auf einem nahegelegenen Bauernhof der Auslöser für ein Fischsterben im Haarhauser Bach. Aufgrund vieler toter Fische, die spielende Kinder zufällig am Mittwochmorgen im Gewässer in Rönsahl entdeckten, hatten aufmerksame Eltern umgehend das Ordnungsamt in Kierspe informiert, und das wiederum schaltete das Umweltamt des Kreises ein.

Schon einen Tag zuvor hatten mehrere Anwohner, deren Häuser unweit des Baches liegen, Güllegeruch wahrgenommen, sich aber weiter zunächst keine Gedanken darüber gemacht, weil Landwirte in der Nachbarschaft zurzeit in Erwartung des erhofften Regenwetters mit dem Düngen ihrer Wiesen beschäftigt sind. Als sich dieser intensive Geruch dann allerdings zunehmend verstärkte und spätestens, als die spielenden Kinder mit den ersten toten Fischen kamen, wurden die Eltern hellhörig und gingen der Sache nach.

Wasser grau-grün verfärbt

Schnell stellte sich heraus, dass der festgestellte Güllegestank nicht ausschließlich von gedüngten Wiesen herrühren konnte, sondern vielmehr aus dem Bachbereich kam. Sofort fiel den Eltern die deutlich veränderte Farbe des Wassers im Bachbett auf, das eine grau-grüne Färbung angenommen hatte, was als deutlicher Hinweis auf Fremdstoffe galt und bei dem durch die lange Trockenperiode ohnehin extrem niedrigen Wasserstand im Bach auch besonders auffiel.

Offensichtlich hatte die Wasserqualität durch den Zufluss von Gülle bereits derart gelitten, dass die im Bach lebenden Fische, beispielsweise Bachforellen, Mühlkobben, Stieglitze, Gründlinge und andere Kleinlebewesen nicht überleben konnten. Die verendeten Tiere trieben in großer Zahl leblos auf der Wasseroberfläche, was zu großer Besorgnis führte.

Als vermutete Ursache für den unkontrollierten Eintritt einer ungewissen Menge an Gülle in den Bach machte der vom Märkischen Kreis beauftragte Mitarbeiter einen inzwischen festgestellten Unfall auf einem in der Nähe befindlichen Bauernhof aus. Dort hatte sich ein Schlauch an einem Güllefass gelöst. Wie die Pressestelle des Märkischen Kreises auf Anfrage der Meinerzhagener Zeitung mitteilte, besteht allerdings die berechtigte Hoffnung, dass sich der Schaden auf einen begrenzten Bereich, nämlich den des Haarhauser Baches, beschränkt und sich nicht in den Bächen, in die dieser Bach einmündet, nämlich den Rönsahler Bach und dann die Wipper, fortsetzt. Diese Hoffnung stützt sich nicht zuletzt auch darauf, dass es in diesen Tagen noch kräftig regnet und sich dann der Wasserhaushalt in den Bächen wieder normalisiert. ▪ cr

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