Fischereigenossenschaft Kierspe nahm das große Ganze in den Blick

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Hans-Rupert Pischel vom Wupperverband (3. von links) wurde zum 2. Vorsitzenden gewählt.

Kierspe - Nur alle zwei Jahre lädt die Fischereigenossenschaft zur Mitgliederversammlung ein, alle vier Jahre wird der Vorstand neu gewählt. Das war diesmal der Fall und ging ohne große Überraschungen über die Bühne.

Dr. Fabian Loges bleibt 1. Vorsitzender, als 2. Vorsitzender rückte Hans-Rupert Pischel vom Wupperverband nach. Als großer Gewässer-Anrainer ist der Wupperverband traditionell im Vorstand der Fischereigenossenschaft vertreten. 

Gewählt wurden außerdem die Vertreter der neun Bezirke, in die sich das Gebiet der Genossenschaft gliedert. Am Ende der Sitzung hatten damit fast alle Anwesenden ein Vorstandsamt. „Wir arbeiten in Kierspe mit dem Prinzip der Multiplikatoren,“ kommentierte Loges die geringe Zahl der Teilnehmer. Übrig blieben Silvia Baukloh vom Heimatverein und Wilhelm Heveling, beim Hegering Kierspe-Rönsahl zuständig für den Naturschutz – die beiden wurden Kassenprüfer.

Fabian Loges nahm in seinem Bericht das große Ganze in den Blick, lobte die Landesregierung und schimpfte auf den Kormoran, der zwischenzeitlich nicht mehr bejagt werden durfte. Der Ärger der Gewässer-Anrainer erklärt sich durch den fischereiwirtschaftlichen Schaden, den die Wasservögel verursachen, denn ein erheblicher Teil der „entnommenen“ Fische landen nicht in Bratpfannen und Töpfen, sondern im Magen der knapp gänsegroßen Vögel. Auch Loges sah in den Kormoranen eine unerwünschte Konkurrenz, die zwar nicht ausgerottet, aber doch erheblich dezimiert werden müsse.

„Wer gibt freiwillig landwirtschaftlich nutzbare Flächen dafür ab?“

Den Kassenbericht für die Jahre 2016 und 2017 erstattete Geschäftsführerin Dorette Vormann-Berg. Alle Pachten wurden vollständig bezahlt, die Ausschüttungen gehen den Genossen per Scheck zu.

Den Fachvortrag, der traditionell am Beginn der Versammlungen steht, hielt diesmal die Landschaftsökologin Renan Benicke. Sie vertrat das Programm „Lebendige Gewässer“ der Bezirksregierung Arnsberg. Schnellfließende, begradigte Gewässer bieten mangels Auen, Uferbewuchs, Tiefenvarianz oder Kiesbänken Fischen und Kleinstlebewesen kaum Lebensraum.

Um sie in einen „naturnahen“ Zustand zurückzuversetzen, braucht es aber zusätzliche Flächen. „Wer gibt freiwillig landwirtschaftlich nutzbare Flächen dafür ab?“, kam prompt die Rückfrage. Genau dafür wollten Renan Benicke und ihr Kollege werben und auch Hans-Rupert Pischel setzte auf Zusammenarbeit mit den Anrainern. Flächentausch, finanzielle Förderung – Möglichkeiten gebe es immer. Verschließen wollte sich auch der Vorsitzende nicht, er kündigte an, dass man einen Termin zur Besichtigung einer renaturierten Fläche vereinbaren werde.

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