Auszubildende von Fuchs unterstützen Heimatverein

Kevin Plate hat lange an dem modell mitgearbeitet. In der Ausbildungswerkstatt von Otto Fuchs war es an ihm, die Funktionsweise vorzuführen. - Foto: Becker

Kierspe - Wo normalerweise der Nachwuchs lernt, wie modernste Bauteile der Luft- und Raumfahrttechnik gefertigt werden, wurde nun ein praktischer Ausflug in die Anfänge der Industrialisierung unternommen. Die Auszubildenden der Firma Otto Fuchs haben für den Kiersper Heimatverein das funktionstüchtige Modell eines Fallhammers gebaut.

Von Johannes Becker

Es gibt schon einen kleinen Knall, wenn das Hammer des Modells auf das Umformwerkzeug – von Fachleuten Gesenk genannt – trifft. Mit einer Kraft von rund zwei Kilogramm kann dann der Rohling eines Miniatur-Afrikaspatens gefertigt werden, allerdings nur aus Knetmasse. Um Metall zu verformen, müssten wesentlich höhere Kräfte aufgewendet werden. Vor allem aber müsste das zu verformende Metallstück erhitzt werden. Das wäre dann doch zu viel Aufwand, um den Besuchern des Schleiper Hammers die Funktionsweise näher zu bringen und ihnen die Möglichkeit einzuräumen, selbst zum Hammerschmied zu werden.

„Wir haben im Schleiper Hammer vor vielen Jahren ein Modell gefunden, allerdings ohne Gesenk. Da kam uns die Idee, dieses Werkzeug von den Auszubildenden der Firma Otto Fuchs herstellen zu lassen. Doch dort wurde uns angeboten, gleich ein komplett neues Modell samt Gesenk zu fertigen“, erzählt Karl-Heinz Kraus vom Heimatverein.

Kevin Plate, Edgar Jahnke, Benjamin Balzer und Joscha Wallewein wurden von Ralf Lütticke, dem Ausbilder für den gewerblichen Bereich, mit dem Projekt betraut. Eineinhalb Jahre ist das schon her, doch den angehenden Industrie- und Werkzeugmechanikern war es nicht möglich, dauerhaft an dem modell zu arbeiten, weil sie auch immer wieder in anderen Abteilungen des Unternehmens eingesetzt werden.

Am Anfang wurde an dem alten Modell Maß genommen, am Computer entstanden dann die Zeichnungen der einzelnen Bauteile. „Diese wurden dann zum größten Teil auf konventionellen Fräsmaschinen gefertigt, nur das Gesenk ist auf einer CNC-Maschine hergestellt worden“, erklärt Kevin Plate. Rund dreieinhalb Stunden lief dann die Maschine, bis das Umformwerkzeug fertig war. Dabei kam ein Fräskopf mit einem Durchmesser von 0,5 Millimetern zum Einsatz.

„Für unsere Auszubildenden war es eine schöne Gelegenheit, ihre Kenntnisse anhand eines funktionsfähigen Bauteils zu erweitern, normalerweise fertigen wir meist Dinge zu Übungszwecken, die später nicht zum Einsatz kommen“, so Lütticke. Und die Glasvitrinen in der Ausbildungswerkstatt geben davon Zeugnis. Stehen doch dort kleine Schraubstöcke, Miniaturlokomotiven und Fernsehturmmodelle – alle aus massivem Metall gefertigt.

Bei ihrem Besuch konnten Karl-Heinz Kraus und Peter Heins, Vorsitzender des Heimatvereins, auch gleich noch eine Spindelpresse mitnehmen, die bei Otto Fuchs nicht mehr benötigt wird. Heins: „Darauf können die Besucher des Schleiper Hammers selbst etwas prägen. Allerdings fehlt uns auch dafür ein passendes Gesenk“, formuliert er in Richtung des Ausbilders. Die fleißigen Auszubildenden selbst will der Heimatverein zum Dank im kommenden Jahr in den Schleiper Hammer einladen, dann können diese die großen Vorbilders des modells auch gleich in Funktion erleben.

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