Entwicklung von Firma Louvrette außergewöhnlich positiv

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Fabian Erlhöfer leitet die Geschicke des Unternehmens, das sein Vater und sein Onkel vor 51 Jahren gründeten.

Kierspe - Ist das noch Expansion oder schon Explosion? Innerhalb von vier Jahren hat sich der Umsatz der Firma Louvrette verdoppelt, ähnlich hat sich die Mitarbeiterzahl entwickelt. Um all die zusätzliche Arbeit zu erledigen und den Mitarbeitern einen Arbeitsplatz bieten zu können, wurde angebaut. Dabei wurde ein Bauabschnitt deutlich nach vorne gezogen. Und die Zahlen geben Anlass zur Hoffnung, dass diese Entwicklung anhält.

Mit der Fertigung von Puderdosen begannen vor 51 Jahren die Brüder Gerd und Dieter Erlhöfer – damals noch am Hammerkamp. Später erfolgte dann der Umzug an den heutigen Standort an der Osemundstraße. Kosmetikhersteller aus der ganzen Welt setzten für ihre Produkte auf die Verpackungen aus Kierspe. Da jedoch viel Handarbeit bei der Montage der Dosen, in denen die „dekorativen“ Kosmetikartikel angeboten werden, erforderlich ist, kauften immer mehr Kunden in Asien.

Dem Rückgang der Produktion stellte sich das Kiersper Unternehmen mit neuen Produkten entgegen. „Wir haben Mitte der 1990er-Jahre angefangen, dickwandige Tiegel herzustellen, in denen dann Pflegeprodukte verpackt werden konnten. Weniger manuelle Tätigkeit, hochwertige Kunststoffe und eigene Produktlinien halfen uns damals, den Abwärtstrend umzudrehen“, erklärt der heutige Geschäftsführer Fabian Erlhöfer. Unter seiner Unternehmensführung kamen dann ab 2009 noch Flaschen und sogenannte Airless-Spender dazu. In letztgenannte werden Cremes verpackt, ohne dass bei der Nutzung Sauerstoff eindringt. Dadurch kann auf Konservierungsstoffe verzichtet werden.

Erlhöfer: „Die Kunden schätzen es sehr, dass sie nun die Verpackungen ganzer Pflegeproduktlinien bei uns einkaufen können und nicht mehrere Hersteller beauftragen müssen.“ Wie sehr die Kunden das schätzen, lässt sich an der Entwicklung des heimischen Unternehmens ablesen. In den vergangenen vier Jahren hat sich der Umsatz des Familienunternehmens verdoppelt. Rund 100 Millionen Kunststoffteile werden heute an der Osemundstraße von Louvrette pro Jahr gefertigt – wobei ein Tiegel aus bis zu vier Einzelteilen bestehen kann und auch Flaschen mit Kappe geliefert werden. „Die Kunden können dabei auf unsere eigenen Produktlinien zurückgreifen und diese von uns individuell dekorieren und veredeln lassen – oder sie entwickeln gemeinsam mit uns eine eigene Verpackung“, erklärt Erlhöfer.

Um diese Flexibilität gewährleisten und auch in kurzer Zeit auf die Kundenwünsche reagieren zu können, sei ein eigener Werkzeugbau unverzichtbar, so der Geschäftsführer. Arbeit für diesen Werkzeugbau gibt es genug, denn allein 2015 wurden sieben Spritzgießmaschinen zusätzlich angeschafft. Um Platz für die neuen Mitarbeiter und Maschinen zu schaffen, hat die Firma vor zwei Jahren mit dem Anbau der Produktions- und Lagerflächen begonnen, der nun abgeschlossen wurde. Heute verfügt Louvrette über 8000 Quadratmeter Produktions-, Lager- und Bürofläche – 2000 Quadratmeter mehr als noch 2013.

Als nicht ganz einfach bezeichnet Erlhöfer den Umbau während der Produktion, da die Kunden Schmutzpartikel in Verpackungen für Kosmetikprodukte nur schwerlich verzeihen würden. Erlhöfer: „Dass das alles so gut geklappt hat, liegt sicher auch an der guten Zusammenarbeit mit der Kiersper Stadtverwaltung.“ Doch bei einem Lob für die Stadt belässt er es nicht. Einen Hauptgrund für die positive Entwicklung sieht Erlhöfer in der „Leidenschaft und Motivation der Mitarbeiter“.

Um seine Wertschätzung auszudrücken, setzt das Familienunternehmen nicht nur auf angemessene Löhne, sondern auch auf ein Prämiensystem, mit dem die Mitarbeiter am Unternehmensgewinn beteiligt werden. Doch auch moderne Arbeitsplätze mit viel natürlichem Licht sollen die Zufriedenheit erhöhen. In der vergangenen Woche wurde ein Aufenthaltsraum eröffnet, den sicher manches Szenehotel gerne als Frühstücksraum hätte.

Im kommenden Jahr soll ein Dachgarten fertiggestellt werden, den die Mitarbeiter 24 Stunden am Tag erreichen sollen – wenn sie möchten, auch außerhalb ihrer Arbeitszeit. Diese Neuerung sollen dann auch Mitarbeiter nutzen, die es jetzt noch gar nicht gibt. Denn um den Expansionskurs fortzusetzen ist das Unternehmen weiterhin auf der Suche nach zusätzlichen Werkzeugmechanikern, Maschinenbedienern, Montiererinnen und Verfahrensmechanikern.

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