Berufsorientierungstag - ganz nah dran am Traumberuf

Nachdem die zehn jungen Männer ihren Rundgang durch die Produktionshallen abgeschlossen hatten, gaben Betriebsleiter Uwe Möller und Personalleiterin Silke Klippert Tipps für die Bewerbung.

Kierspe - Was kommt nach der Schule? Eine Frage, mit der sich viele Jugendliche nicht leicht tun. Die sich aber meist schneller beantworten lässt, wenn die Schüler die Chance bekommen, in ihre Wunschberufe hineinzuschnuppern.

Von Petra Schüller

Das wissen auch Christian Schwanke und seine Kolleginnen vom Kiersper Jugendzentrum. Daher fassten sie schon vor drei Jahren den Entschluss, Kiersper Firmen für eine Kooperation zu gewinnen. Die Idee: Jugendliche aus dem Jugendzentrum besuchen im Rahmen eines „Berufsorientierungstages“ einige Stunden lang eine Firma. Sie sollten sich vor Ort einen ganz unmittelbaren Eindruck von der Arbeit in ihrem Wunschberuf machen, Fragen stellen und erste Kontakte zu einem Unternehmen knüpfen können.

Bei der Kiersper Firma Kunststofftechnik Backhaus rannte Christian Schwanke mit seiner Idee offene Türen ein. Am Freitag fand die Aktion bereits zum zweiten Mal statt, und zehn Jugendliche nahmen teil.

Dabei wurde deutlich, dass die Bilanz dieser Kooperation nach zwei Jahren positiv ausfällt – für beide Seiten.

„Der Fachkräftemangel macht sich zunehmend bemerkbar“, erklärt Backhaus-Personalleiterin Silke Klippert. „Durch die Kooperation konnten wir schon einige Auszubildende für unser Unternehmen gewinnen.“ Auch Christian Schwanke ist überaus zufrieden. „Backhaus ist ein ganz wichtiger Partner für uns“, erklärt er. „Es hat sich gezeigt, dass das Projekt unseren Jugendlichen sehr bei der Berufswahl hilft.“

Zunächst lernten die zehn Schüler der neunten und zehnten Klassen der Gesamtschule und ihr Kollege vom Lüdenscheider Berufskolleg die Firma Backhaus „von A bis Z“ gestern in einem Imagefilm kennen.

Danach ging’s um die persönlichen Berufswünsche der jungen Gäste. Betriebsleiter Uwe Möller und Silke Klippert gaben Auskunft über die Ausbildungsberufe im Unternehmen. Im kaufmännischen Bereich werden Büro- und Industriekaufleute ausgebildet. Technische Ausbildungsberufe sind Fachkraft für Lagerlogistik, Mechatroniker oder Verfahrensmechaniker.

Nach dem kurzen Theorieteil folgte der Blick in die Praxis: In zwei Gruppen aufgeteilt lernten die Jugendlichen den gesamten Produktionsprozess kennen und konnten alle ihre Fragen loswerden.

Bei der Schlussbesprechung gab Personalleiterin Klippert den jungen Männern schließlich noch einige Tipps mit auf den Weg. „Wenn ihr in den Osterferien ein Praktikum bei uns machen möchtet, dann sollte die Bewerbung nicht erst am Freitag vor Praktikumsbeginn auf meinem Schreibtisch sein“, empfahl sie. Auch das Thema Vorstellungsgespräch war ihr ein Anliegen. „Das Internet bietet euch alle Möglichkeiten, Informationen über das Unternehmen und den Ausbildungsberuf zu sammeln – bitte nutzt sie auch“, so Klippert.

Immer wieder erlebe sie, dass Jugendliche nur vage Vorstellungen von dem Beruf hätten, für den sie sich bewerben. Damit sie auch beim Thema Bewerbungsschreiben alle Klippen umschiffen können, bietet das Jugendzentrum Unterstützung an.

Christian Schwanke hatte nach diesem zweiten erfolgreichen Berufsorientierungstag nur einen Wunsch offen: „Dass weitere Unternehmen mit uns kooperieren.“ Interessierte können sich unter 0 23 59 / 66 12 59 oder per Mail an jugzkierspe@aol.com bei ihm melden.

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