Strenge Regeln für Feuerwerksverkauf

Raketen und Böller gehören für die Kiersper einfach zur Silvesternacht dazu. Gino Franz und Joey Lehmann decken sich mit Feuerwerkskörpern aller Art ein. -  Fotos: Julia Beil

Kierspe - Ob nun „Dinner for One“ vor dem Fernseher, ein Spieleabend, eine schicke Party oder Raclette bei Freunden – die Silvester-Traditionen gehen weit auseinander.

Nur in einem sind sich hierzulande die meisten einig: Ein Feuerwerk, das gehört einfach dazu. Auch die Kiersper machen da keine Ausnahme.

Die bunten Farben von Raketen, Wunderkerzen und Co. können über eines aber nicht hinwegtäuschen: Die Pyrotechnik ist gefährlich – ganz besonders in den Händen von Laien. Alle Jahre wieder gibt es Schlagzeilen über Unfälle mit schweren Verletzungen, die aus dem unvorsichtigen Umgang mit Pyrotechnik aller Art resultieren.

Schon in den Hauptverkaufsstellen von Feuerwerk, den Lebensmittelgeschäften und Baumärkten, gibt es deswegen spezielle Bestimmungen. Besonders die Lagerung der Sprengkörper ist streng reglementiert. Im Kiersper Rewe „Am besten Petz“ stehen im Verkaufsraum neben den Ständen mit Feuerwerkskörpern jeweils ein Eimer Wasser sowie ein Feuerlöscher. „Das ist Vorschrift“, erklärt Franco Cirotto, stellvertretender Filialleiter. „Falls etwas passiert, kann man so umgehend einschreiten.“ Unwahrscheinlich sei das zwar, „aber sicher ist sicher.“ Und nicht nur im Verkaufsraum wird die Ware sorgsam gesichert. Das sogenannte Sprengstoffgesetz schreibt vor, dass auch im Lagerraum nicht mehr als 100 Kilogramm Sprengkörper verwahrt werden dürfen. Wurde mehr Ware bestellt, muss die in einen anderen Raum. Der wiederum muss durch eine feuerfeste Tür abgetrennt sein.

Verkauf teilweise erst ab 18 Jahren

Doch nicht nur in puncto Lagerung muss das Rewe-Personal geschult werden. Auch die Altersbeschränkung beim Verkauf der Pyrotechnik muss beachtet werden. „Herkömmliches Feuerwerk darf erst ab 18 Jahren gekauft werden. Tischfeuerwerk gibt es schon ab zwölf“, sagt Cirotto. Im Zweifel weise er Mitarbeiter aber an, zunächst die Eltern zu kontaktieren, wenn sie sich nicht sicher sind, ob ein Kind schon alt genug zum Raketenkauf ist.

Auch im Hagebaumarkt an der Kölner Straße gibt es einiges, was das Herz von Feuerwerk-Liebhabern höher schlagen lassen dürfte. Bestseller sind dort fast immer Batterien mit Feuerwerk. „Die müssen nur einmal angezündet werden und ergeben ein langes, buntes Feuerwerk. Das ist ein großer Effekt mit wenig Aufwand“, erklärt sich Marktleiter Timo Cegielski diese Vorliebe seiner Kunden.

Neben Bau- und Supermärkten haben auch Ordnungsamt, Polizei und Feuerwehr an Silvester oft viel zu tun – und im Voraus einiges zu beachten. Besonders die Polizei bereitet sich intensiv vor. Dietmar Boronowski, Pressesprecher der Kreispolizeibehörde, spricht von einem „erhöhten Einsatzaufkommen“ in den letzten Jahren. Konkret heiße das: Ruhestörungen, Schlägereien, Unfälle durch alkoholisierte Autofahrer – all das häufe sich in der Silvesternacht.

Mehr Polizisten einsatzbereit

Und auch Sachbeschädigungen oder Vandalismus seien in dieser Zeit oft ein Grund, die Polizei zu rufen. Deswegen werden in der Silvesternacht im ganzen Märkischen Kreis mehr Beamte einsatzbereit sein als im restlichen Jahr. Angst hat Boronowski vor dem Jahreswechsel aber nicht: „Wir sind vorbereitet“, sagt er.

Ähnlich geht es der Kiersper Feuerwehr. Es gebe zwar für diese Nacht eine veränderte Ausrückordnung, im Notfall könnten Einheiten kreisweit zusammengezogen werden, erklärt Wehrleiter Georg Würth. Trotzdem hofft er, dass kein einziger Kiersper Feuerwehrmann zu einem Einsatz muss.

Unwahrscheinlich ist das nicht: „Bisher war es an Silvester in Kierspe meist sehr ruhig. Das schlimmste waren mal ein paar brennende Abfalleimer.“

Das bestätigt auch Oliver Knuf vom städtischen Ordnungsamt. „Wir hatten hier eigentlich nie ein Problem zu Silvester“, sagt er. Auch größere Feuerwerke, die vorher seiner Genehmigung bedurft hätten, wird es dieses Jahr nicht geben.

Lediglich auf eine Regelung des Sprengstoffgesetzes möchte Knuf vorsorglich hinweisen: In unmittelbarer Nähe von Kirchen, Krankenhäusern und Altersheimen darf nicht geböllert und geknallt werden. Unmittelbar – das bedeutet konkret einen Umkreis von acht Metern. In Kierspe heißt das, dass zum Beispiel auf dem Platz vor der Margarethenkirche kein Feuerwerk gezündet werden darf. - Julia Beil

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