Würth: Neuer Standort wird Vorteile bei Einsätzen bringen

Die Feuerwehr Kierspe steht morgen bei der Sitzung des Hauptausschusses im Ratssaal (Beginn: 17 Uhr) im Fokus. - Archivfoto: Haase

Kierspe - Mit der zweiten Fortschreibung des Brandschutzbedarfsplanes für Kierspe soll gewährleistet werden, dass die Freiwillige Feuerwehr bei Brand-, Unfall- oder Katastropheneinsätzen im Rahmen ihrer Möglichkeiten auch zukünftig so leistungsfähig wie möglich ist.

Schwerpunkte der Fortschreibung sind die Zusammenlegung der zwei städtischen Löschzüge und die Sicherung der Tagesverfügbarkeit der Wehrmänner.

Dem von Ordnungsamt und Feuerwehr gemeinsam erarbeiteten Konzept soll nun am Dienstag in seiner nächsten Sitzung (ab 17 Uhr im Ratssaal) der Hauptausschuss zustimmen. Die wohl wichtigste Entscheidung rund um den Brandschutzbedarfsplan hat der Rat den Ausschussmitgliedern aber bereits abgenommen, als das Gremium im Februar dem Neubau eines Feuerwehrgerätehauses für circa 2,5 Millionen Euro an der Dr.-Hans-Wernscheid-Straße am Einkaufszentrum zustimmte.

In diesem Gebäude soll der neue Löschzug „Zentrum“ unterkommen, der aus der Zusammenlegung der aktuell zwei Löschzüge Wehestraße/Höckinghausen sowie Stadtmitte entstehen soll. „Ein neues Gerätehaus ist für uns aus mehreren Gründen ganz wichtig“, sagt Georg Würth, Leiter der Feuerwehr. So herrscht in den beiden Gerätehäusern an der Wehestraße und Friedrich-Ebert-Straße ein erheblicher Sanierungsbedarf. „Wegen der immer größer und schwerer werdenden Einsatzfahrzeuge ist es allerdings gar nicht möglich im Bestand so umzubauen, dass alle Vorschriften erfüllt werden“, erklärt Würth.

Zudem bringe ein Standort einsatztaktische Vorteile, sagt Würth, der dabei nicht nur an die Feuerwehr, sondern auch die Arbeitgeber der freiwilligen Wehrpersonen denkt. „Verteilt auf zwei Gerätehäuser können wir nur sehr schwierig überblicken, wie viele Kameraden sich an einem Einsatz beteiligen. Deshalb müssen alle Feuerwehrleute alarmiert werden, obwohl ein Einsatz in Maximalstärke oft gar nicht nötig ist.“ Bei nur einem Standort könne in Gruppen alarmiert werden. „Wir holen dann nur so viele Wehrleute, wie wir für die Einsatzlage wirklich brauchen. Das würde eine deutliche Entlastung für die Arbeitgeber bedeuten“, so Würth.

Besonders für die Mitglieder der städtischen Löschzüge eins uns zwei häufen sich tagsüber die Einsätze, weil die Verfügbarkeit der Kollegen in den Außenbezirken nicht immer gegeben ist. So geht aus der Fortschreibung des Brandschutzbedarfsplanes hervor, dass von den 143 aktiven Einsatzkräften während der Tagesstunden teilweise nur 30 Prozent zur Verfügung stehen. Für Tageseinsätze in den Außenbezirken müssten deshalb immer vorsorglich die Löschzüge eins und zwei mitalarmiert werden, so Würth. „Mit dem neuen Gerätehaus könnten wir weniger Personal einbestellen und einen genauen Plan machen, so dass die Arbeitgeber über Wochen Planungssicherheit hätten“, sagt der Wehr-Leiter.

Bei „normalem Verlauf“ Fertigstellung 2017

Sollte der Ausschuss und im Anschluss am Mittwoch, 24. Juni, auch der Rat der Fortschreibung zustimmen, rechnet Georg Würth bei einem „normalen Verlauf“ der Arbeiten mit einer Fertigstellung des Gerätehauses am Einkaufszentrum im Jahr 2017. Danach dürfte es mit der Zusammenlegung der Löschzüge schnell gehen.

Würth berichtet bereits jetzt von einer sehr engen Verzahnung und gegenseitigem Personalaustausch: „Wir arbeiten faktisch schon wie ein Löschzug – nur an zwei Standorten.“ Sobald dieser Missstand behoben werde, „sind wir für die Zukunft aber zufriedenstellend aufgestellt“.

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