Die Gashauptleitung muss weichen

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Die Wasserleitungen liegen, das Schaumlöschmittel steht bereit. Die Brandwache der Feuerwehr sicherte in erster Linie die Mitarbeiter der Stadtwerke, die an der Gasleitung arbeiteten.

Kierspe - Einen Einsatz nach Maß hatten am Mittwoch die Stadtwerke und auch ein Teil des Löschzuges 2 der Feuerwehr. Galt es doch, eine Gashauptleitung zu entfernen, die dort liegt, wo in Zukunft der neue Netto-Markt stehen soll.

Von Johannes Becker

Für Feuerwehrleute ist es schon ungewöhnlich, wenn sie sich auf einen Einsatz vorbereiten können. Doch Mittwoch war einer dieser wenigen Tage. Die Stadtwerke hatten die Kiersper Wehr gebeten, eine „Brandwache“ an der Baustelle des Netto-Marktes einzurichten.

„Dort, wo in Zukunft das neue Gebäude des Marktes stehen soll, befindet sich derzeit noch eine Gashauptleitung. Das ist aber nicht zulässig. Deshalb müssen wir die Leitung entfernen“, erklärt der stellvertretende Betriebsleiter der Stadtwerke Kierspe Florian Hempel.

Erfreulich für Kunden und Stadtwerke war, dass es sich um ein Stück einer Ringleitung handelt. Dadurch konnten alle Kunden ohne Unterbrechung versorgt werden.

Bevor die Leitung – bei der es sich um ein Stahlrohr mit einem Innendurchmesser von 15 Zentimetern handelt – entfernt werden konnte, musste sie abgesperrt und entleert werden. Dazu wurde das Rohr „gasfrei“ angebohrt. Anschließend wurde die Leitung an beiden Seiten des zu entfernenden Stückes mit Ballons abgesperrt und das verbleibende Rohr in der Mitte mit Stickstoff gespült. Anschließend konnte das nicht mehr benötigte Stück ausgegraben und entfernt werden.

Da bei der Gasversorgung mit sehr geringem Druck gearbeitet wird, mussten nur wenige Kubikmeter Erdgas in die Atmosphäre abgelassen werden. Während dieses Prozesses wurde die Gaskonzentration an den beiden Erdlöchern mit Messgeräten überwacht, um die Gefahr für die Mitarbeiter zu minimieren.

Zu diesem Zweck war auch die Feuerwehr mit einem Fahrzeug und acht Wehrleuten des Löschzuges 2 vor Ort. Die ehrenamtlichen Helfer hatten eine Verteilerleitung gelegt und bereits mit Wasser befüllt, um im unwahrscheinlichen Fall eines Brandes sofort reagieren zu können. Außerdem lag Schaummittel bereit. „Wir haben auch eine sogenannte Wasserwand vorbereitet, um uns vor der Hitze bei einem Brand schützen zu können“, erklärt Oliver Aberle als Einsatzleiter und stellvertretender Zugführer.

Die Arbeiten selbst wurden zwar von den Stadtwerken ausgeführt, allerdings im Auftrag der Enervie-Gruppe, die das Kiersper Gasleitungsnetz gepachtet hat. „Ob wir die Ringleitung später wieder komplettieren müssen, werden Berechnungen ergeben“, so Hempel.

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